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TVerkehrsberuhigung am Fleet in Jork: Bäcker Pagel lehnt Test-Konzept ab

Bäckermeister Christian Pagel macht sich Sorgen wegen der Pläne zur Verkehrsberuhigung der Straße „Am Fleet“ in Jork.

Bäckermeister Christian Pagel macht sich Sorgen wegen der Pläne zur Verkehrsberuhigung der Straße „Am Fleet“ in Jork. Foto: Vasel

Der Verkehrsversuch in der Straße „Am Fleet“ soll kommen. Das hat der Planungsausschuss empfohlen. Doch es gibt noch Bedenken.

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Von Björn Vasel
24.09.2026, 08:50 Uhr

Jork. Politik und Verwaltung setzen weiter auf die Verkehrsberuhigung der Straße „Am Fleet“ in Jork. Der Ausschuss für Bau-, Planungs-, Umwelt- und Klimaschutzangelegenheiten hat am Dienstagabend empfohlen, einen Verkehrsversuch im historischen Ortskern auf den Weg zu bringen - verbunden mit einer Bürgerbeteiligung.

Der Plan sieht aktuell vor: Wer von Buxtehude kommt, muss zukünftig Richtung Ortskern (Kreisel am Rathaus) den Umweg durch das Gewerbegebiet Ostfeld nehmen.

Die Mehrheit setzte sich mit 7:2 gegen die FDP durch. Die beiden Liberalen Timo Siegmund und Peter Rolker wollten ihr Ja zur Testphase von einem positiven Votum der Bürgerinnen und Bürger, insbesondere der betroffenen Anlieger, abhängig machen. Vergeblich.

Politik will Verkehrsversuch am Fleet in Jork

In Vertretung von Bürgermeister Matthias Riel (parteilos), unterstrichen der Verwaltungsvize Arne Krüger und die Planerin Antje Priester-Wolf, dass die Gemeinde Jork seit Jahren das Ziel verfolge, den Straßenzug westlich der St.-Matthias-Kirche von dem überörtlichen „Durchgangsverkehr“ zu befreien. Sie verwiesen auf das Radverkehrskonzept und den Dorfentwicklungsplan.

Etwa 68.000 Pkw nutzen die ehemalige Kreisstraße zwischen Jorkerfelde und dem Mini-Kreisel am Rathaus im Monat, rechnete Bauamtsleiterin Ute Hilpert vor. Das sind 2266 Fahrzeuge am Tag. Zum Vergleich: Auf der L140 sind in Jork täglich laut Land Niedersachsen 11.700 Fahrzeuge unterwegs, davon 600 Lkw und Busse.

Der Durchgangsverkehr sollte eigentlich bereits seit 2016 den Straßenzug am Fleet meiden und über die fertiggestellte Ortsumgehung Jork (K26neu) zwischen Jorkerfelde und Osterjork (L140) durch das Gewerbegebiet Ostfeld fahren.

Diesem Ziel fühlen sich BVJ, CDU, SPD und Grüne weiter verpflichtet. Der Durchgangsverkehr soll raus, um Anwohner vom Verkehrslärm zu entlasten, Verkehrssicherheit der Fußgänger und Fahrradfahrer zu erhöhen und Betriebe durch höhere Aufenthaltsqualität im gesamten Ortskern stärken - vom Einzelhandel bis zur Gastronomie. Silja Köpcke (CDU) und Klaus Hubert (BVJ) signalisierten für die beiden großen Fraktionen im Rat volle Unterstützung.

Mit IKS Mobilitätsplanung und Dorfmoderatoren hatten Verwaltung und Politik nicht öffentlich eine Diskussionsgrundlage (Variante 4) erarbeitet. Diese hatte das TAGEBLATT vergangene Woche vorgestellt. Der Politik schwebt langfristig mehrheitlich eine Gestaltung wie in der Bürgerei vor.

Wirtschaft und Kirche äußern Bedenken

Fast 60 Bürgerinnen und Bürger verfolgten die Sitzung des Planungsausschusses in der Festhalle. Einige äußerten Bedenken.

Volles Haus bei der Sitzung des Ausschusses für Bau-, Planungs-, Umwelt- und Klimaschutzangelegenheiten zur Verkehrsberuhigung „Am Fleet“ in der Altländer Festhalle in Jork.

Volles Haus bei der Sitzung des Ausschusses für Bau-, Planungs-, Umwelt- und Klimaschutzangelegenheiten zur Verkehrsberuhigung „Am Fleet“ in der Altländer Festhalle in Jork. Foto: Vasel

Johann Rieper mahnte an, dass der Straßenzug auch bei einer Verkehrsberuhigung weiter für Lkw nutzbar bleiben müsse. Bei einer Vollsperrung der K26neu am Kreisel Osterjork oder in Jorkerfelde, müsse das Gewerbegebiet Ostfeld über die Parallelstrecke ‚Am Fleet‘ erreichbar bleiben, betonte der Senior-Chef des gleichnamigen Speditions-, Werkstatt-, Autoteile- sowie Mineralöl- und Tankstellen-Betriebs im Ostfeld.

Bäckermeister Christian Pagel fürchtet um seine Existenz, soll der Straßenzug Am Fleet nicht mehr in beide Richtungen durchgängig von seiner Kundschaft befahrbar sein. Bereits seit Anfang des 19. Jahrhunderts wird hier gebacken. FDP-Chef Rolker sorgt sich, dass Ladekop von Jork „abgehängt“ werde. Die Variante IV mit der Dreiteilung in Einbahnstraße, Sackgasse - vor seiner Bäckerei - und einseitiger Vollsperrung lehnt Pagel ab. Er verwies auch auf Anlieferungsverkehr mit großen Lkw.

Nicht in Stein gegossen ist die Ideenskizze (Variante IV) für den Verkehrsversuch am Fleet.

Nicht in Stein gegossen ist die Ideenskizze (Variante IV) für den Verkehrsversuch am Fleet. Foto: Gemeinde Jork

Im Grundsatz befürwortet auch Pagel eine Verkehrsberuhigung - allerdings durch Einengungen, damit die Autofahrer langsamer fahren müssen. Auch ein Fahrradstreifen auf der Fahrbahn wäre sinnvoll. Im Sinne der Steuerzahler favorisiere er eine kostengünstigere Lösung.

Burkhard Behr vom Kirchenvorstand mahnte Abstimmung mit der St.-Matthias-Gemeinde an. Bei Beerdigungen müsse der Trauerzug mit Leichenwagen weiterhin den direkten Weg zum Friedhof nehmen dürfen.

Anlieger werden beteiligt

Verwaltungsvize Krüger betonte, dass Anwohner, Kirche und Gewerbetreibende beim Test eingebunden werden. Letztere hatte Priester-Wolf vor einer Woche informiert: „Wir suchen das Gespräch, sind offen für Verbesserungsvorschläge.“ Der Plan sei nicht in Stein gegossen, bei Fehlentwicklungen in der Testphase „müssen wir reagieren“, so Hilpert.

Sollte sich der nichtöffentliche Verwaltungsausschuss dem Fachausschuss anschließen, werde der 30.000 Euro teure sechsmonatige Verkehrsversuch im Frühjahr 2027 starten.

Mit den Bürgern werde der Test evaluiert. Dann wird ein Konzept zur endgültigen Umsetzung der Verkehrsberuhigung erarbeitet. Im Herbst 2027 könnten Dorfentwicklungsfördermittel für das Eine-Million-Euro-Projekt beantragt werden.

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