Viele Schockanrufe im Stader Nachbarkreis - 81-Jährige übergibt große Summe
In Otterndorf hat eine 81-jährige Seniorin einen fünfstelligen Eurobetrag sowie Goldschmuck im fünfstelligen Eurobereich an Betrüger übergeben. (Symbolbild) Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Im Kreis Stade gab es zuletzt vermehrt sogenannte Schockanrufe. Während die Betrüger hier nicht erfolgreich waren, machten sie in Otterndorf fette Beute.
Landkreis Cuxhaven. Am Donnerstag, 18. Juni, gab es im gesamten Landkreis Cuxhaven erneut diverse Schockanrufe. Vor allem ältere Bürgerinnen und Bürger waren das Ziel der Verbrecher, wie die Polizei mitteilt. Die Täter nutzten hierbei wieder bereits bekannte Maschen.
Kaution und schwere Erkrankung als Vorwand
Oft wurde behauptet, dass nahe Angehörige einen schweren Verkehrsunfall verursacht hätten und nun eine Kaution bezahlt werden müsse. Auch wurde des Öfteren behauptet, dass nahe Angehörige schwer erkrankt seien und umgehend ein teures Medikament aus dem Ausland beschafft werden müsse, was auch direkt bezahlt werden müsse.
„Viele Bürgerinnen und Bürger erkannten die Betrugsversuche und beendeten die Gespräche“, sagte Polizeisprecher Stephan Hertz. Eine 81-jährige Seniorin habe jedoch in Otterndorf einen fünfstelligen Eurobetrag sowie Goldschmuck im fünfstelligen Eurobereich übergeben.
Die Polizei weist eindringlich darauf hin:
- Sprechen Sie unbedingt immer wieder mit ihren Angehörigen und untereinander über diese und andere Betrugsmaschen, um sich gegenseitig zu sensibilisieren.
- Täter bauen gezielt Druck auf, gehen sehr professionell vor und entlocken Ihnen durch geschickte Gesprächsführung viele persönliche Details, die dann im Laufe des Gesprächs verwendet werden können.
- Täter versuchen, Telefonate aufrechtzuerhalten und damit weiter Druck aufzubauen.
- Eine Kaution gibt es im deutschen Strafrecht nicht.
- Teure Medikamente, auch aus dem Ausland, müssen niemals sofort bezahlt werden, schon gar nicht bar.
- Wenn jemand Geld oder Wertsachen auf einem öffentlichen Parkplatz oder bei Ihnen zu Hause abholen und „sichern“ möchte, handelt es sich immer um Betrüger.
- Rufen Sie im Zweifel immer die Polizei.
Warnung vor teilweise aufdringlichen Spendensammlern
In den vergangenen Tagen wurden vor allem im Stadtgebiet von Cuxhaven vermehrt Spendensammler auf Parkplätzen vor Einkaufsmärkten gemeldet. Die Personen seien dabei teilweise sehr aufdringlich vorgegangen und hätten Passanten trotz mehrfacher Verneinung wiederholt aufdringlich angesprochen.
Genutzt wurden oft Schilder, auf denen stand, dass Kinder erkrankt seien, ein Auto kaputt sei und zwingend repariert werden muss oder andere Aufschriften. Oft wird dies vorgetäuscht, um an schnelles Geld zu gelangen.
Das Sammeln von Spenden auf Supermarktparkplätzen und auch sonst ist nicht verboten. Auch ein vehementes Ansprechen ist grundsätzlich nicht strafbar. Aggressives Betteln und Belästigen kann jedoch unter anderem eine Ordnungswidrigkeit darstellen. Wer sich dort bedrängt oder belästigt fühlt, sollte sich bei der Polizei melden. (ham/pm)
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