TVolksbank Stade-Cuxhaven sichert sich neues Wohngebiet im Alten Land
Wohnen statt Sport: Im Jahr 2027 will die Volksbank Stade-Cuxhaven in der Blütenstraße in Guderhandviertel die Bagger anrollen lassen. Foto: Vasel
Die Volksbank Stade-Cuxhaven steht in den Startlöchern. 2027 will die Genossenschaftsbank an der Oberen Lühe in Guderhandviertel ein neues Wohngebiet erschließen.
Guderhandviertel. Die Samtgemeinde Lühe hat die Sportanlage Blütenstraße in Guderhandviertel an die Volksbank Stade-Cuxhaven veräußert. Das bestätigte Samtgemeindebürgermeister Timo Gerke (parteilos) dem TAGEBLATT auf Anfrage. Im März 2025 hatte die Samtgemeinde eine 11.251 Quadratmeter große Fläche in Guderhandviertel zum Verkauf angeboten, die Volksbank bekam den Zuschlag.
Damit nicht genug. Die Immobilienentwickler der Genossenschaftsbank haben sich zwei private Flächen nördlich der Sportanlage sichern können. Damit kann das Bebauungsplanverfahren in Guderhandviertel weitergehen. „Ich habe den städtebaulichen Vertrag bereits unterschrieben“, betont der Bürgermeister der Gemeinde Guderhandviertel, Marco Hartlef (CDU).
Bebauungsplan von 1983 mit dem Sportgelände (grün) nördlich des Wohngebietes Blütenstraße. Der Sportplatz und die angrenzende Obstplantage im Norden werden 2027 zum Wohnbaugebiet. Foto: Samtgemeinde Lühe
Die Gemeinde Guderhandviertel hatte lange Zeit kein neues Bauland ausgewiesen. Zuletzt hatten die Kommunalpolitiker im Jahr 2015 das knapp 1,3 Hektar große Wohngebiet auf der ehemaligen Domäne Neuhof mit elf Häusern am südlichen Ende des Deichhufendorfes auf den Weg gebracht. Erschließungsträger war seinerzeit ebenfalls die Volksbank Stade-Cuxhaven, der Hof von 1680 wich den Neubauten.
Die Samtgemeinde Lühe und die Gemeinde Guderhandviertel haben bereits die ersten Weichen für die Änderung des Flächennutzungsplans beziehungsweise die Aufstellung eines B-Plans gestellt. Die Flächen bekommen den Stempel „Wohnen“. Der Bebauungsplan ist in Arbeit, das letzte Wort hat der Rat der Gemeinde Guderhandviertel. Die Volksbank trägt die Kosten.
Vermarktung soll im nächsten Jahr starten
Das neue Baugebiet ist laut Volksbank-Immobilienleiter Kai Schlichting knapp 3,5 Hektar groß. „Wir wollen es in zwei Bauabschnitten erschließen“, so Schlichting. Das neue Gebiet entsteht nördlich der Wohngebiete „Vor dem Wetternwege“ aus den 1970er und 1980er Jahren, in denen überwiegend Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser stehen. Das Neubaugebiet wird - vom Spielplatz aus - über die Blütenstraße angebunden.
Wohnbauprojekt
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Im ersten Bauabschnitt sollen voraussichtlich 20 bis 25 Bauplätze entstehen - für Einfamilien- und Doppel- oder Reihenhäuser. Anfang 2027 könnten die Bagger anrollen, das erste Halbjahr werde im Zeichen der Erschließungsarbeiten stehen.
Schlichting hofft, dass die ersten Häuslebauer an der Oberen Lühe im Sommer oder Herbst 2027 ihren Traum von einem Eigenheim verwirklichen können. In vier bis fünf Jahren könnte der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen werden. Er geht von 15 Bauplätzen aus. Im Gespräch ist, dass im zweiten Abschnitt auch mehrgeschossige Wohngebäude ermöglicht werden sollen.
Grundstückspreise stehen noch nicht fest
Gestiegene Baukosten und Bauzinsen und die Wirtschaftslage sorgen dafür, dass nicht alle Bauplätze auf einen Schlag vermarktet werden können. Trotz alledem sah die Volksbank einen Bedarf für dieses Wohngebiet. Das Wohnbaugebiet Kirschhoff nördlich des Muddwegs an der Landestraße L140 in Mittelnkirchen ist voll.
Wie viel Geld die Häuslebauer in Guderhandviertel für ihr voll erschlossenes Grundstück in die Hand nehmen müssen, steht laut Schlichting noch nicht fest. „Das wäre Kaffeesatzleserei“, sagt er. Schließlich stehen die Kosten der Erschließung noch nicht fest.
Mit dem Start der Erschließungsarbeiten soll im kommenden Jahr auch die Vermarktung starten. Dann werde er sich zu den Quadratmeterpreisen äußern können.
Mehrgenerationenwohnen ist ein Thema
Die Politiker wünschen sich, dass mindestens ein Fünftel für barrierefreien, seniorengerechten Wohnraum vorgesehen wird - in mehrgeschossigen Gebäuden. Ein Hintergedanke: Die Altländer wollen, dass ältere Mitbürger im Kreise von Familie, Freunden und Bekannten im Ort alt werden können. Bürgermeister Hartlef hat die Hoffnung, dass einige ihre großen Einfamilienhäuser mit Garten gegen kleinere Wohnungen am Blütenweg tauschen. Junge Familien könnten dann mit ihren Kindern in die alten Wohnhäuser mit häufig großen Gärten einziehen und diese sanieren.
Außerdem soll der Investor - sprich die Volksbank - den alten Spielplatz in der Blütenstraße um etwa 250 Quadratmeter inklusive Erneuerung der Spielgeräte erweitern. Davon werden auch die Gäste des Campingplatzes Nesshof etwas haben.
Neue Sportanlage als Ersatz
Bis zum Start der Erschließung werden Schule und Sportvereine den Platz nutzen können, sagt Gerke. Im Mai 2026 soll die Machbarkeitsstudie für die Ganztagsgrundschule Guderhandviertel sowie Sporthalle und Sportplatz vorliegen. Die Samtgemeinde hatte einen Resthof rund 150 Meter südlich der Schule erworben. Gerke hofft, dass die neue Sportanlage im Jahr 2027 fertig wird.

Eine Option: Auf dem Resthof in Guderhandviertel könnte ein neuer Sportplatz für Grundschule oder Sportvereine entstehen - etwa 150 Meter vom Schulstandort entfernt. Foto: Vasel
Laut Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung müssten in der Samtgemeinde aufgrund der Bevölkerungs- und der Haushaltsentwicklung um die 123 Ein- und Zweifamilienhäuser und rund 200 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern bis 2040 errichtet werden. Des Weiteren sehen die Städteplaner einen Bedarf für bezahlbare, aber auch kleine Wohnungen beispielsweise für Starterhaushalte, Flüchtlinge, minderverdienende Haushalte und für Senioren.
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