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Verkehr

T170 Grad: So gehen Straßenbauarbeiter in Stade mit der Hitze um

Zwei Bauarbeiter bedienen einen Aspahltfertiger, zwei stehen davor und schauen in die Kamera.

Hitzeschlacht: Dirk (Zweiter von links) und seine Kollegen asphaltieren die Freiburger Straße. Foto: Meyer

Kein heruntergekühltes Büro, dafür Arbeiten in der Sonnen- und Asphalt-Glut: So ergeht es Bauarbeitern in Stade. Und sie schwitzen nicht nur wegen der Hitze.

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Von Thies Meyer
Donnerstag, 14.08.2025, 18:29 Uhr

Stade. Es war einer der heißesten Tage des Jahres. 25 Grad zeigte die Wetter-App am Donnerstagmorgen zwischen 9 und 10 Uhr in Stade an. 31 Grad wurden es im Laufe des Tages. Wenn es wenigstens nur 31 Grad gewesen wären, dürften sich die Straßenbauarbeiter an der Freiburger Straße gedacht haben. Bei ihrem Job kommt die Hitze von oben und unten.

170 Grad ist die heiße Zahl: Diese Temperatur hat der Asphalt, den die Straßenbauarbeiter auf die teils aufgefräste Freiburger Straße gießen. Doch sie haben kein andere Wahl, als bei diesem Wetter zu arbeiten - denn es ist ideal für Asphalt.

Flickenteppich Freiburger Straße: Asphaltieren geht nur im Sommer

Die Arbeiter seien diesen Hitzeakt gewohnt, sagt Dieter Kruse. Der Bauleiter und das Unternehmen Grothe Bau aus Lübeck flicken die Freiburger Straße. Nicht die gesamte Straße wird neu asphaltiert, nur Schadstellen werden ausgebessert - in beide Fahrtrichtungen. Diese „Ertüchtigungen“ sollen „in den nächsten Tagen“ finalisiert werden, so die Stadt Stade. Die Altländer Straße bekam ihren neuen Belag bereits am Mittwoch.

Zwischen 7 und 15 Uhr verteilten die Bauarbeiter am Donnerstag mit den Asphaltfertigern den Belag, verdichteten und walzten ihn. Eine Handarbeit wie früher ist das Asphaltieren längst nicht mehr. „Die Jungs brauchen nur ein paar Knöpfe drücken, da ist nicht viel mit Schaufelei“, sagt Kruse.

Asphalt mag es warm und trocken. „Es ist ein Material, das sich nur bei entsprechender Witterung einbauen lässt. Das kommt uns jetzt zugute.“ An diesen heißen Spätsommertagen speichert der Asphalt die Wärme durch das Sonnenlicht. So verdichtet der Belag nach dem Guss auf die Straße schneller.

Bauarbeiter „ziehen durch“

Die Bäume spendeten den Arbeitern an der Fahrbahn der Freiburger Straße stadteinwärts an einigen Abschnitten Schatten. Das half ein wenig gegen die Wärmebelastung.

Wo Klimaanlage oder Ventilator Arbeitsräume abkühlen, können die Straßenbauarbeiter draußen nur auf etwas Wind und Schatten hoffen. Doch die leichten Brisen mit Windstärke 2 waren am Donnerstag bei der Schwüle kaum hilfreich.

Schatten aufsuchen und ausreichend trinken gelten gemeinhin als Tipps, um sich vor Hitze zu schützen. Die Wärmebelastung und der Asphalt machten auch Bauarbeiter Dirk durstig. „Drei Liter“ trinkt er während seiner Schicht. Auf die Frage nach dem Getränk antwortete er scherzhaft „Bier“, um dann auf „Wasser“ umzuschwenken.

Zwei Bauarbeiter bedienen einen Aspahltfertiger.

Zwei Arbeiter bedienen den Asphaltfertiger, der Asphalt verteilt und verdichtet. Danach wird der Belag gewalzt. Foto: Meyer

Dieter, der aus Schwerin kommt, sagt zu der Hitzearbeit: „Ich ziehe das so weit durch, wie es geht.“ Trinken sei „ganz wichtig“, denn er wolle nicht umkippen bei den Temperaturen.

Temperaturen und Tempo: Auch Autofahrer sind Gefahr

Gefährlich sei nicht nur die Arbeit in und mit der Hitze, sondern auch der Verkehr. Am Beginn der Baustelle steht ein Schild „Achtung Ampel“. Hinter der Ampel wird Autofahrern signalisiert: Bitte maximal 50 Kilometer pro Stunde fahren.

Zwei Bauarbeiter bedienen einen Aspahltfertiger.

Doppelte Hitzebelastung: Die Sonne scheint von oben und von unten erwärmt der frisch aufgetragene, heiße Asphalt die Luft. Foto: Meyer

„Man muss viel auf den Verkehr schauen“, sagt Dieter. Er und seine Kollegen achten beim Asphaltieren darauf, einen Meter Abstand zur Gegenfahrbahn zu halten. An diesem Sommermorgen war der Verkehr an der Baustelle Freiburger Straße überschaubar, am Mittwoch sei er schlimmer gewesen.

„Das ist manchmal kriminell, was hier los ist“, sagt Dieter. Damit meint er nicht nur den Verkehr. Der Satz richtet sich auch an Raser. Einige Autofahrer missachten, was die rot umkreiste 50 ihnen signalisiert oder rasen noch bei Dunkelgelb und Rot über die Ampel.

Dieter sagt, die meisten Autofahrer seien umsichtig und hielten sich „zum Glück“ an die 50 km/h. Doch wegen einiger Raser schwitzen die Bauarbeiter zusätzlich zu Sonne und Asphalt.

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