T2:2 beim HSC Hannover: D/A blamiert sich beim Abstiegskandidaten
Jorik Wulff kassierte gegen den HSC Hannover bereits seine 13. Gelbe Karte in der laufenden Regionalligasaison. Teamintern ein einsamer Rekord. Foto: Struwe (nomo)
Eine halbe Stunde lang dominiert D/A das Spiel gegen den HSC Hannover. Dann reißt der Faden. Mit dem 2:2 verabschiedet sich Drochtersen endgültig aus dem Titelkampf.
Hannover. Im Hinspiel beim 3:1-Erfolg benötigte D/A sieben Minuten für den ersten Treffer gegen den HSC Hannover. Im Rückspiel nur eine Minute länger. Nach einem missglückten Klärungsversuch hat Kapitän Nico von der Reith zentral aus der Distanz freie Schussbahn. Unten rechts schlägt der Ball im Netz ein. 1:0. D/A ist in der Spur.
Nach acht Minuten erzielte D/A-Kapitän bereits die Führung. Ein platzierter Flachschuss aus der Distanz. Foto: Struwe (nomo)
Vier Tage nach dem 2:1-Sieg bei der zweiten Mannschaft von Hannover 96 tritt der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel am Mittwochabend erneut in der Landeshauptstadt an. Auf dem Papier ist D/A gegen den abstiegsbedrohten HSC Hannover als Tabellenzweiter Favorit. Aber was macht die erzwungene Systemumstellung mit der Statik des D/A-Spiels?
Kölle und Elfers fallen verletzt aus
Der Drochterser Trainer Oliver Ioannou ließ sich bis kurz vor dem Anpfiff naturgemäß nicht in die Karten schauen, was die Taktik angeht. Weil mit Robin Kölle und Jannes Elfers gleich zwei Außenspieler verletzt ausfallen, muss der Coach improvisieren. Beim HSC Hannover beginnt er mit einem Novum in der laufenden Saison.
Fußball-Regionalliga
T D/A verarbeitet Negativerlebnis und beweist Siegermentalität
D/A spielt Viererkette. Matti Cebulla, Liam Giwah, Tjorve Mohr und Nico von der Reith bilden die Defensive. Matti Steinmann, Jorik Wulff, Dennis Rosin und Jannes Wulff die Raute im Mittelfeld. Im Angriff beginnen Haris Hyseni und Miguel Fernandes. Fernandes hatte zuletzt die Lust am Toreschießen wieder entdeckt und traf in drei Spielen zwei Mal.
Siefkes ahnt beim Strafstoß die Ecke
In der 27. Minute stimmt die Abstimmung zwischen den Ketten nicht. Das defensive Mittelfeld bei D/A ist verwaist. Die Innenverteidigung schläft. Finn-Louis Kiszka spaziert mit Tempo in den Strafraum und wird von den Beinen geholt. Elfmeter für die Gastgeber. Denis Vukancic schiebt unten links ein. Keeper Patrick Siefkes ahnt die richtige Ecke, kommt aber nicht an den Ball. Der Ausgleich hat sich nicht angedeutet. Im Gegenteil.
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T Starke Reaktion in Hannover: D/A dominiert erste Halbzeit und siegt 2:1
Bis zum HSC-Tor dominiert D/A das Spiel, zaubert sogar ein wenig im Hannoveraner Strafraum. Jannes Wulff kann D/A in der 17. Minute sogar mit 2:0 in Führung bringen, drischt den Ball knochenfrei aber weit über die Latte. Der HSC findet offensiv schlichtweg nicht statt.
Niedersachsenpokal
T Das ist der Finalgegner von D/A im Niedersachsenpokal
Kurz nach dem Ausgleich bettelt D/A sogar um den zweiten Gegentreffer. Paul Wegner ist nach einer schönen Kombination rechts frei durch und schießt den Ball aus spitzem Winkel ans Außennetz.
Wulff-Brüder kreieren nächsten Hochkaräter
Die Drochterser brauchen einen Moment, um die Kontrolle zurückzuerlangen. Nach einer Ecke in der 39. Minute kreieren die Wulff-Brüder eine gute Gelegenheit zur erneuten Führung. Jorik Wulffs Abschluss geht über das Tor. Bis zur Pause passiert nicht mehr viel.
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T Jorik Wulff steht mit seinem Spielstil für die Spielidee von D/A
Der Drochterser Kader ist auf Kante genäht. Auf der Bank sitzen mit Bennet Marquardt und Jasper Rump zwei Ersatztorhüter. Dazu mit Luca Daginnus, Philipp Aue und Jelldrik Dallmann drei Offensive. Maurits Nagel ist im Mittelfeld zu Hause, Justin Plautz gilt defensiv als Allrounder.
Aber wirklich passieren darf in Hannover nichts. Dem Coach gehen langsam die Alternativen aus. Weitere Verletzungen sind verboten.
Nach dem Seitenwechsel fehlt D/A die Präzision im Passspiel. Auch beim Umschaltverhalten aus der Defensive in die Offensive stimmt die Abstimmung nicht. So verpuffen aussichtsreiche Angriffsversuche. Hannover kommt auch besser in die Zweikämpfe.
HSC zuletzt mit sieben Pleiten in Serie
Der erste nennenswerte Drochterser Abschluss der zweiten Halbzeit geht in der 55. Minute in die Statistik ein. Matti Steinmann zieht aus 16 Metern ab. Der Ball landet im Block. Zwei Minuten später klärt Hannovers Johann Wegner vor dem einschussbereiten Matti Cebulla.
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T Motivator Ioannou: D/A muss im verlorenen Titelkampf weiter abliefern
D/A wird wieder aktiver. Nistet sich im HSC-Strafraum ein. Aber unterm Strich ist das zu wenig gegen eine Mannschaft, die zuletzt sieben Mal in Serie verloren hat. Oliver Ioannou muss sich etwas überlegen.
In der 67. Minute will der D/A-Coach mit einem Doppelwechsel neue Impulse setzen. Er bringt Jelldrik Dallmann für Haris Hyseni und Philipp Aue für Jannes Wulff. Ioannou beweist ein gutes Händchen.

Philipp Aue erzielte gegen den HSC Hannover sein viertes Saisontor. Ein ganz wichtiges zum 2:1. Foto: Struwe (nomo)
In der 73. Minute fliegt ein Flankenball in die HSC-Box. Am zweiten Pfosten lauert Philipp Aue und versenkt den Ball mit Wucht im Hannoveraner Tor. Der 25-Jährige bejubelt sein viertes Saisontor. Ein ganz wichtiges. Aber über die Zeit bringt D/A die Führung nicht.
So kritisiert der D/A-Trainer die Mannschaft
Jonas Röhrbein gleicht für Hannover in der 89. Minute zum 2:2 aus. D/A wirft jetzt alles nach vorne. Jelldrik Dallmann und Tjorve Mohr scheitern in der Nachspielzeit per Kopf. Dann ist Schluss und schlechte Stimmung. „Es fühlt sich enttäuschend an“, sagt Trainer Oliver Ioannou.
Der Coach habe sogar nur 15 bis 20 gute Minuten gesehen. „Dann haben Druck und Intensität gefehlt“, sagt Ioannou. Seine Mannschaft habe nachlässig und behäbig gespielt. Das sei nicht der Anspruch von D/A. Zudem gefiel Ioannou die „Bereitschaft“ nicht, wie einige Spieler in die Partie gegangen seien. „Du musst alles auf dem Platz lassen. Da ist heute nicht jeder hingekommen“, sagt er nach dem Abpfiff kritisch.
So geht es für D/A in der Liga weiter
Bereits am Sonntag, 26. April, geht es für D/A mit dem Heimspiel im Kehdinger Stadion gegen den Tabellenletzten Altona 93 weiter. Ab 15 Uhr gibt es ein Wiedersehen mit Mittelstürmer Moritz Göttel, der von 2023 bis 2025 eineinhalb Jahre lang das D/A-Trikot trug. Göttel wechselte im Winter von Flensburg nach Altona und erzielte für die Hamburger in neun Spielen bereits fünf Tore.
Hinweis: Dieser Text wurde um 20.52 Uhr mit einem Statement des Trainers ergänzt.
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