T24/7 frisches Brot: Hier plant Backsau seinen ersten Brotautomaten
Frisches Brot aus dem Automaten: Backsau-Chef Sascha Schäfer will ein neues Geschäftsmodell etablieren. Foto: Buchmann
Sich neue Brot-Ideen auszudenken, ist Sascha Schäfers Kerngeschäft. Jetzt will er seine Waren direkt zu den Kunden bringen. Nottensdorf kommt als erster Ort in den Genuss.
Nottensdorf. Die Idee dafür kam Schäfer auf einer Fachmesse, wo er mit dem Kieler Unternehmen „marktbox“ in Kontakt kam. „Das ist eine Möglichkeit, uns besser aufzustellen“, erklärt er. Seitdem er das Brot-Start-up vor fünfeinhalb Jahren gestartet hat, habe er viel investiert.
„Ich will die Bäckerei in stabiles Fahrwasser bringen“, so Schäfer. Aktuell betreibt Schäfer zwei Filialen in Buxtehude, zusätzlich ist ein Verkaufswagen im Landkreis und darüber hinaus im Einsatz.
Keine dritte Backsau-Filiale geplant
Warum will Schäfer jetzt auf das Automatengeschäft setzen? „Eine dritte Backsau-Filiale wird es nicht geben, das steht fest“, sagt er. Die Herausforderung sei es, neue Wege zu finden, um Brote zu verkaufen.

Vor einem Jahr hat die Filiale der Bäckereikette Backsau am Eingang zur Buxtehuder Altstadt geöffnet. Eine dritte Filiale wird es nicht geben. Foto: Sulzyc
Angesichts steigender Kosten für Personal und Material sei eine weitere Filiale nicht finanzierbar. Aktuell beschäftigt Schäfer 16 Angestellte in seinem Unternehmen, darunter zwei Auszubildende.
Produktionskosten für Bäckereien schießen in die Höhe
Bäckereien und andere Lebensmittelhersteller stehen aktuell unter hohem Kostendruck. Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie kritisierte bereits im März die „zum Teil überproportional“ steigenden Produktionskosten etwa für Energie, Rohstoffimporte und Logistik als Folge von Kriegen und geopolitischen Konflikten. Zudem hat die Bundesregierung beschlossen, zum 1. Januar 2027 den Mindestlohn auf 14,60 Euro brutto pro Stunde anzuheben.
In den Brotautomaten sieht Schäfer eine rentable Möglichkeit, seine Backwaren zu den Menschen zu bringen. „Alles, was ich vor Ort brauche, ist ein Stromanschluss“, sagt Schäfer. Dass die Wahl für den ersten Standort auf Nottensdorf fällt, hat einen besonderen Hintergrund.
Nottensdorfer begrüßen Automaten-Idee
Früher fuhr Sascha Schäfer seine Brote per Lieferwagen direkt zu den Kunden, auch in Nottensdorf. Bis heute seien ihm viele Nottensdorfer treu geblieben, sagt Schäfer.
Da seiner Erfahrung nach viele Nottensdorfer zum Einkaufen eher nach Horneburg als nach Buxtehude fahren, startete er im September eine Umfrage per Facebook zu seiner Automaten-Idee. „Tolle Sache“, „Super Idee“, „Unbedingt!“: Die Resonanz fiel durchweg positiv aus. Die vielen Nachrichten hätten Sascha Schäfer bestärkt, seine Idee umzusetzen.
Wo der Brotautomat zukünftig stehen wird
Insgesamt 39 Fächer wird der Brotautomat haben, der vom Backsau-Team zweimal täglich mit frischen Broten gefüllt wird. Aktuell plane er, morgens ab 9 Uhr die ersten Sorten einzuladen und gegen Mittag noch mal mit weiteren Sorten nachzufüllen.

Spätestens bis Ende November soll der Backsau-Automat an der Schlachterei Bartsch in Nottensdorf stehen. Foto: Buchmann
Als Standort hat sich Schäfer einen Platz vor der Schlachterei Bartsch ausgesucht. Nach Rücksprache mit dem Betreiber soll der Automat zukünftig direkt neben dem Eingang stehen und rund um die Uhr Waren anbieten.
Per App reservieren, bargeldlos bezahlen
„Mein Ziel ist es, täglich 40 Brote oder mehr über den Automaten zu verkaufen“, kalkuliert Schäfer. Für den neuen Automaten mitsamt Überdachung und Bezahlterminal investiert er rund 8500 Euro.

39 Fächer in dem Brotautomaten bieten Platz für einzelne Brote und Tüten. Foto: Backsau OHG
Kunden bezahlen ihren Einkauf am Automaten komplett bargeldlos per EC-Karte oder Smartphone. Das soll unter anderem Vandalismus vorbeugen, erklärt Schäfer. Außerdem können Kunden den Brotbestand über die Webseite oder App live mitverfolgen und sich Brote für eine bestimmte Zeit reservieren.
Automat soll im November in Betrieb gehen
Sascha Schäfer kann ebenfalls über sein Smartphone sehen, welche Waren zur Neige gehen und entsprechend reagieren. Brote vom Vortag will er als reduzierte Tüte im Automaten anbieten. „Wir werfen keine Brote weg“, betont Schäfer.
Aktuell gebe es noch etliche technische Details zu klären. Bis spätestens Ende November will er den ersten Backsau-Brotautomaten im Landkreis eröffnen. Im nächsten Jahr kann sich Sascha Schäfer vorstellen, „zwei bis drei“ weitere Automaten aufzustellen. Aktuell sei er bereits auf der Suche nach geeigneten Orten. Schäfer: „Ich bin offen für Vorschläge.“
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