T50 Jahre Gymnasium Süd: Schulleiter Heineken verabschiedet sich überraschend
Sven Heineken übergibt sein Amt als Schulleiter an Susanne Schubert-Thiele. Foto: Felsch
Ein Schulleiter mit Spitznamen Kuschelbär, eine wichtige Botschaft der Bürgermeisterin und ein bekanntes Gesicht als neue Leiterin: So feiert das Buxtehuder Gymnasium Jubiläum.
Buxtehude. Früher habe sie die Kreide gesucht, heute das WLAN, erzählte Nicola Eggers lachend. Sie kennt das Schulgebäude seit 52 Jahren. Zuerst als Schülerin, später als Lehrerin. 1974 begann der Bau, zwei Jahre später wurde die Schule in Betrieb genommen.
Neben ihr in der Talkrunde, die zum kurzweiligen Programm der Jubiläumsfeier gehörte, saß der ehemalige Schüler und jetzige Lehrer Dennis Gemballa, der sich hier immer noch wohlfühlt.
Der Kampf um die Oberstufe
An seine Zeit als Schulleiter denkt auch Dieter Kröger gern zurück. Nach seiner Pensionierung besuchte er weiterhin seine Kolleginnen und Kollegen - immer um die Weihnachtszeit mit Kaffee und Kuchen.

Schülerinnen und Schüler setzen Erinnerungen in Szene. Foto: Felsch
Doch zu seinen Erinnerungen gehören auch besondere Herausforderungen: Kröger - Spitzname Kuschelbär und beliebt wegen seiner Freundlichkeit - kämpfte vor rund 20 Jahren für eine zweite Oberstufe an „seiner“ Schule. „Ich war überrascht, dass ich so wenig Unterstützer für diese Idee fand. Die Halepaghen-Schule reiche aus, bekam ich damals zu hören.“ Als er 2008, nach zehn Jahren, in Pension ging, hatte er sein Ziel aber erreicht.
Schulleiter Sven Heineken verlässt das Gymnasium
Sven Heineken, einer seiner späteren Nachfolger, nahm die Jubiläumsfeier zum Anlass, um sich vom Kollegium, von Eltern und Schülerschaft zu verabschieden. Der Schulleiter wurde kurzfristig an das Regionale Landesamt für Schule und Bildung in Lüneburg versetzt.
„Das Miteinander lag mir immer am Herzen“, resümierte Heineken, der sich wünschte, dass die Schule weiterhin in Bewegung bleibe. Getreu ihrem Motto „Schule in Bewegung“. Das sei nicht nur körperlich zu verstehen, obwohl der Sport am Gymnasium Süd einen großen Raum einnehme. Gemeint seien auch die Veränderungen, denen sich die Lehrerschaft und Schüler stellen müssten. KI sei so eine Herausforderung, die aber für dieses Gymnasium, in dem sich so viele Menschen unterschiedlich engagierten, kein Problem sei, so Heineken.
Vertreterin übernimmt vorerst die Schulleitung
Für ihn übernimmt bis auf weiteres Susanne Schubert-Thiele, bereits als ständige Vertretung des Schulleiters bekannt, das Amt. Die neue Schulleiterin freute sich, dass ehemalige Lehrer und Schulleiter der Einladung zur Jubiläumsfeier gefolgt waren. „Ein halbes Jahrhundert - geprägt von Menschen und Erlebnissen, so etwas muss gefeiert werden, auch oder gerade mit denen, die hier einmal gewirkt haben.“

Talkrunde mit „Ehemaligen“ (von links): Nicola Eggers, Dennis Gemballa, Moderator Rene Samland, Dieter Kröger und Emma Simon. Foto: Felsch
Das unterstrich Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt in ihrem Grußwort, mit dem sie von ihrem eigentlichen Skript abwich. „Besonders schön ist es, Herrn Kröger wiederzusehen“, sagte Oldenburg-Schmidt, denn mit dem Schulleiter habe sie sich so manche Diskussion geliefert. Statt eines Geschenks brachte die „Noch-Bürgermeisterin“ die Gewissheit mit, dass die geforderte Sporthalle gebaut werde. Sie wünschte sich aber nicht nur, dass der Sportunterricht einen hohen Stellenwert einnehme, sondern auch die politische Bildung. Denn gute Bildung trage dazu bei, dass die Demokratie nicht gefährdet werde.
Die positiven Dinge überwiegen
Neben Lehrkräften, Schülern und Gästen aus der Politik kamen auch Eltern zu Wort. Sie alle schätzten das Gymnasium trotz mancher Mängel, wie Container statt Klassenzimmer, einer kleinen Aula und eines fehlenden neuen Außenanstrichs. Die positiven Aspekte, wie das wertschätzende Miteinander, humorvolle und verständnisvolle Lehrer, aufregende Klassenfahrten und Arbeitsgemeinschaften wie die Musical AG, überwogen.
Einen kleinen Eindruck bekamen die Gäste durch Spielszenen, Musik vom Schulorchester und Solo-Aufritte sowie sportliche Einlagen der jungen Handballerinnen und Handballer. Im Anschluss gab es bei einem kleinen Imbiss Gelegenheiten für Gespräche und Austausch.
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