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TAKW-Rückbau in Stade: Kleine Abrissbirne mit sehr großer Wirkung

Mit Schwung saust die Abrissbirne, eine fast vier Tonnen schwere Stahlkugel, gegen die Betonwand des Reaktorgebäudes, die sich langsam auflöst.

Mit Schwung saust die Abrissbirne, eine fast vier Tonnen schwere Stahlkugel, gegen die Betonwand des Reaktorgebäudes, die sich langsam auflöst. Foto: Strüning

Selten hat eine Birne im Alten Land so zugeschlagen wie die des Abrissunternehmens Freimuth. Sie kreist derzeit rund ums AKW und zieht ihre Kreise in den sozialen Medien.

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Von Lars Strüning
Montag, 06.04.2026, 08:00 Uhr

Stade. Sie kann einem schon ein bisschen leidtun, die kleine Abrissbirne, mit der Bodo Freimuth junior aus Bülkau (Landkreis Cuxhaven) in den nächsten Wochen hunderttausendfach auf die weithin sichtbare Betonkuppel einschlagen wird.

Die Abrissbirne wird im Netz mit Häme überzogen

Der vier Tonnen schwere Stahlball wird im Netz mit Häme überzogen. Einige besonders fiese Beispiele folgen. Erst einmal aber die nackten Zahlen.

Der TAGEBLATT-Artikel ist im Internet auf extrem viel Resonanz gestoßen. 1200 Menschen haben auf den Artikel geklickt, der auf eine summierte Lesezeit von 45 Stunden kommt. Das sind richtig gute Werte.

Die durchschnittliche Online-Lesezeit liegt bei TAGEBLATT-Artikeln bei einer Minute und zwölf Sekunden, der AKW-Abrissbirnen-Bericht kam auf 2:13. Richtig gefeiert wurde das Stück in den sozialen Medien.

Kleine Birne wird zum Social-Media-Star

Das Reel, ein kurzes Video vom Abriss, wurde auf Instagram sage und schreibe 700.000-mal angesehen und sammelte 4850 Likes. 300 Menschen taten ihre Meinung kund in Kommentaren. Die Story wurde auch von vielen Menschen außerhalb des Landkreises Stade gelesen. Atomkraft ist halt immer noch ein heißes Thema - mit heißen Debatten. Im Mittelpunkt die Abrissbirne.

Viele trauen ihr wegen ihres geringen Umfangs nicht zu, den Stahlbetonkoloss mit seinen 25.000 Tonnen zu zerlegen. „Nicht, dass noch was kaputtgeht“, höhnte ein User, nachdem er das kurze TAGEBLATT-Video gesehen hatte. Ein anderer schlug in die gleiche Kerbe: „Ich hätte den Abriss mit nem Sahnelöffel gemacht.“ Arme Birne. Es ging munter weiter.

Mitarbeiter der am Rückbau beteiligten Firmen verfolgen das Spektakel am Dienstagmittag. Jetzt geht es der weithin sichtbaren AKW-Betonkuppel an den Kragen.

Mitarbeiter der am Rückbau beteiligten Firmen verfolgen das Spektakel am Dienstagmittag. Jetzt geht es der weithin sichtbaren AKW-Betonkuppel an den Kragen. Foto: Strüning

„Es gibt noch Wattebällchen, falls ihr Hilfe braucht“, wurde da gescherzt. Oder auch: „Sollen da Fenster und Balkon rein?“ AKW sollen Flugzeugabstürzen standhalten, „und dann reißt man mit so ner Murmel ab?“, fragte sich ein User. Ein anderer Kommentator gab sich unsicher: „Kommt nur mir das ein wenig... ineffizient vor?“ Einer scheint die Lösung zu haben.

Deswegen ist eine Sprengung keine Alternative

„Es geht um kinetische Energie, nicht um den visuellen Effekt.“ Ein anderer mutmaßt: „Die werden nach Stunden bezahlt.“ Nein, werden sie nicht. PreussenElektra als Auftraggeber des Rückbaus kann es egal sein.

Es hat mit dem Abbruchunternehmen einen Festpreis für den Abriss ausgemacht. Wie der abläuft, wird den Profis aus Bülkau überlassen.

Firmenchef Jörg Freimuth ist von seiner Birne überzeugt. Eine Sprengung wäre keine Alternative gewesen. Die dringe nicht durch, sagt er, durch das 60 Zentimeter dicke Geflecht von Beton und Stahl. Er freute sich am Dienstag wie ein Schneekönig, als die ersten Betonbrocken nach dem Birnenaufschlag zu Boden fielen.

Und siehe da: Wer heute aufs AKW schaut, sieht schon eine verdammt große Lücke - dank der Super-Birne.

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