TAbgang ohne großen Bahnhof: Fünf D/A-Spieler orientieren sich neu
Justin Plautz (links) sucht in der Region um Oldenburg einen neuen Verein. Foto: Struwe
D/A hat für die nächste Fußballsaison Hochkaräter verpflichtet. Doch wohin verschlägt es die Spieler, die dem Club den Rücken kehren? Einer will unbedingt in die 3. Liga.
Drochtersen. Die Liste der Neuzugänge ist lang bei der SV Drochtersen/Assel. Bis jetzt hat D/A bereits Offensivkraft Ali Wissam Abu Alfa vom VfB Lübeck, Torwart Jesper Heim vom TSV Steinbach Haiger, Außenverteidiger Ole Schulz von Werder Bremen II, Stürmer Tom Sanne von Wacker Burghausen und Schienenspieler Dominique Ndure vom SSV Jeddeloh verpflichtet. Bereits im Winter verkündete D/A, dass Stürmer Terry Becker vom Oberligisten Heeslinger SC kommen wird.
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Die Namen stehen für Qualität, verbessern den Drochterser Kader in der Breite und Spitze - und können als Fingerzeig an die Konkurrenz in der Regionalliga Nord verstanden werden. Außerdem gab D/A am Donnerstag Vertragsverlängerungen im großen Stil bekannt. Der Kern der Mannschaft bleibt bestehen. D/A wird als Vizemeister und Pokalfinalist in Sachen Zielen künftig nicht tiefer stapeln.
D/A hängt Abgänge nicht an große Glocke
Die Verabschiedung von Spielern, die den Verein verlassen, war am Ende einer jeden Saison Tradition im Kehdinger Stadion. Dieses Mal regelte D/A das offenbar intern. Kein großer Bahnhof für die Abgänge.
Die Namen derer, die in der nächsten Saison nicht das Trikot der ersten D/A-Mannschaft tragen, hing der Verein nicht an die große Glocke. Mindestens zwei wissen bereits, wo sie demnächst spielen werden.
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Innenverteidiger Nikola Serra hatte das Ende seiner Laufbahn als Profi direkt nach dem verlorenen Pokalfinale gegen Jeddeloh bekanntgegeben. Der 31-Jährige wechselt zum Oberliga-Aufsteiger SV Drochtersen/Assel II und bleibt dem Verein so erhalten. Eine Offensivkraft geht zur Ligakonkurrenz Phönix Lübeck.

Nikola Serra spielt ab Sommer für D/A II in der Oberliga. Foto: Struwe
Miguel Fernandes (29) hat nach drei Jahren in Drochtersen bei Phönix unterschrieben. 74 Spiele hatte der Stürmer für D/A bestritten. 18 Tore und 10 Vorlagen gingen dabei in seine Statistik ein. Eine langwierige Sehnenreizung warf Fernandes in der vergangenen Saison bei D/A zurück. Er war nur bei 17 von 34 Ligaspielen dabei und bekam meistens nur Kurzeinsätze. Bei einem Instagram-Post seines neuen Vereins gibt sich Fernandes euphorisch.

Miguel Fernandes hat bei Phönix Lübeck unterschrieben. Foto: Struwe
Wo geht Stürmer Miguel Fernandes hin?
„Ich freue mich sehr, künftig den Adler auf der Brust zu tragen. Der Verein hat mich mit seinen Ambitionen überzeugt und wird in der kommenden Saison ein richtig geiles Team zusammenhaben“, wird Fernandes dort zitiert. Er sei „hochmotiviert“. Phönix Lübeck schloss die vergangene Saison als Fünfter ab. Bei weiteren drei Spielern ist die Zukunft noch ungewiss.
Stürmer Jelldrik Dallmann benötigt noch etwa drei Wochen Zeit, um sich zu entscheiden. Nach seinem leisen Abgang in Drochtersen liegen dem 26-Jährigen einige Angebote vor. Dallmann wird abwägen, wie Sport und Arbeit zusammenpassen.

Jelldrik Dallmann wägt ab, ob Fußball und Beruf demnächst zusammenpassen. Foto: Struwe (nomo)
Richtig zum Zug kam Dallmann in Drochtersen selten. Er war der Mann für die Kurzeinsätze am Ende eines Spiels. Dallmann verlässt D/A aber nicht mit Groll. Im Gegenteil. „Es ist einfach Wahnsinn, was da passiert“, sagt Dallmann als Reaktion auf die namhaften Neuverpflichtungen. Er werde D/A als Fan erhalten bleiben.
Robin Kölle will „unbedingt“ in die 3. Liga
Dem Verein traut Dallmann in der Saison 2026/27 das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg zu. „Hundertprozentig.“ Auf Meisterschaft und Aufstieg in die 3. Liga will Rechtsverteidiger Robin Kölle nicht noch ein weiteres Jahr warten.
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Der 25-Jährige bestätigt im TAGEBLATT-Gespräch, dass er D/A abgesagt habe. Er habe sich wohlgefühlt, lange mit sich gerungen, und er vermisse jetzt schon „die Kabine“, sagt Kölle. „Aber ich bin an einem Punkt in meiner Karriere, an dem ich unbedingt in die 3. Liga will.“ Entschieden sei noch nicht, wo es hingeht. Kölle führe Gespräche.
Die Gemeinschaft im Verein werde bei ihm hängenbleiben. Die vielen Menschen im Umfeld der Mannschaft, die sich „aus Liebe und Überzeugung“ engagieren „und mit vollem Herzen dabei sind“.

Robin Kölle zieht es in die 3. Liga. Fix ist allerdings noch nichts. Foto: Struwe
Robin Kölle war einst als Stammspieler mit dem VfB Lübeck in die 3. Liga aufgestiegen, verletzte sich dann und konnte die 3. Liga kaum genießen. Als er mit Kaiserslautern auf dem Sprung in die 3. Liga war, legte Corona den Fußball lahm.
Unstimmigkeiten zwischen D/A und Plautz
Dass Justin Plautz das D/A-Trikot nicht mehr tragen wird, zeichnete sich bereits Anfang März ab. Zwischen dem Spieler und den Vereinsverantwortlichen kam es zu Unstimmigkeiten. Plautz unterzog sich einer Operation in der finalen Saisonphase. Sportdirektor Sören Behrmann kritisierte ihn seinerzeit für die Entscheidung. Plautz ist nun weg. In der Regionalliga zu spielen, könne er sich noch vorstellen. „Aber stressfrei“, sagt er.

Justin Plautz (links) sucht in der Region um Oldenburg einen neuen Verein. Foto: Struwe
„Ich werde künftig den Fokus mehr auf meine Familie legen - der Fußball wird weiterhin ein Teil meines Lebens bleiben, wird aber nicht mehr das Leben von mir und meiner Familie bestimmen“, schrieb Plautz Ende Mai bei Instagram. Im TAGEBLATT-Gespräch erzählt er, dass er demnächst im öffentlichen Dienst ein duales Studium beginnen werde. Der Job müsse mit Familie und Fußball vereinbar sein.
Auf die Zeit mit D/A schaut er „im Großen und Ganzen super zufrieden“ zurück. Vor allem auf das Verhältnis zu den Mitspielern. Dass er in seinem zweiten Jahr bei D/A „menschlich einiges gelernt habe“, könnte ein kleiner Seitenhieb in Richtung Vereinsführung sein.
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