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Alte Stadtwaage

TEhemaliges Weinhaus am Fischmarkt: SPD und CDU drücken aufs Tempo

Mutter Flint hat am Fischmarkt auch das alte Weinhaus im Blick.

Mutter Flint hat am Fischmarkt auch das alte Weinhaus im Blick. Foto: Stehr

Das alte Weinhaus am Fischmarkt soll möglichst schnell von der Stadt genutzt werden. Das fordern SPD und CDU in einem gemeinsamen Antrag.

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Von Lars Strüning
Donnerstag, 19.02.2026, 07:30 Uhr

Stade. Die Stadtverwaltung hatte das Thema auf die lange Bank geschoben. Die beiden großen Fraktionen im Rat haben was dagegen. Sie beantragen, die ungenutzte Gewerbefläche im Erdgeschoss des Fachwerkhauses aus dem Jahr 1753 der stadteigenen Stade Marketing und Tourismus Gesellschaft (SMTG) zur Verfügung zu stellen.

Stadtwaage, Weinlager und zuletzt Weihnachtshaus

In dem Gebäude waren einst die Stadtwaage und das Zollamt untergebracht, zuletzt wurde hier Wein verkauft. Nach dem Auszug des Einzelhandels hatte die SMTG die Fläche bereits als Weihnachtshaus bespielt. Das kam gut an.

Ein entsprechender Eilantrag soll bereits am Donnerstag von 18 Uhr an im Ausschuss für Finanzen, Wirtschaft und Personal der Stadt Stade diskutiert werden. Er tagt öffentlich in der PFH, der Privaten Hochschule Göttingen, in der Airbus-Straße 6.

Elena Brückner von der SPD und Arne Kramer für die CDU drücken aufs Tempo. Bereits in der Ratssitzung am 9. März soll endgültig über das Projekt abgestimmt werden. Zwar handelt es sich nur um eine übergangsweise Nutzung, aber die Zeit drängt, weil die Tourismussaison im März startet.

Der Fischmarkt sei einer der zentralen Anziehungspunkte in der Stadt, argumentieren Brückner und Kramer. Um die Nutzung der alten Stadtwaage möglich zu machen, müssten jetzt entsprechende Beschlüsse gefasst und Gespräche mit dem Eigentümer geführt werden. SPD und CDU wollen sichtbaren Leerstand vermeiden an einem der prominentesten Orte der Altstadt.

Stade Marketing soll sich was einfallen lassen

Die SMTG verfüge über die notwendige Erfahrung, um kurzfristig geeignete Formate umzusetzen, um die Innenstadt zu beleben. Das habe in der alten Stadtwaage die Weihnachtszeit gezeigt oder auch der Kultur-Pop-up-Store in der Hökerstraße. Stade Marketing solle zudem zusammen mit der städtischen Wirtschaftsförderung und dem Stadeum Konzepte für eine Nutzung des Gebäudes entwickeln. Ziel: Vielfalt und Bewegung sollen in das zentrale Haus einziehen, das neben der Gewerbefläche im Erdgeschoss vier Wohnungen beherbergt.

Eine einmalige Chance für eine positive Stadtentwicklung witterte die Stadt Stade bereits vor einem Jahr an dieser Adresse, Am Fischmarkt Nummer 10. Weil die Erbbaurechte für das schmucke Fachwerkhaus Ende 2027 auslaufen, will die Verwaltung das denkmalgeschützte Gebäude direkt neben dem Kran kaufen. Im Rahmen einer Konzeptvergabe soll das Objekt anschließend ausgeschrieben und an denjenigen weiterverkauft werden, der die beste Idee für eine weitere Nutzung hat, so die ursprüngliche Idee.

Stades Marketing-Chef will Mut und Visionen

Diesen Plan hält Dr. Andreas Schäfer als Geschäftsführer der Stade Marketing für keine gute Idee. Besser wäre es, dieses Sahnestück dauerhaft zu sichern. „Natürlich ist das mit Kosten verbunden, aber wenn wir nicht proaktiver agieren, verschenken wir Chancen für die ganze Innenstadt“, sagt er. Schäfer fordert Mut und Visionen, um die Innenstadt lebendig zu halten.

Das Haus wurde früher sowohl als Stadtwaage als auch als Zollamt genutzt. Im oberen Stockwerk fanden zudem öffentliche Feste statt. Eine Inschrifttafel über dem Eingang gibt als Baujahr 1753 an. Schon ein Kupferstich aus der Zeit vor 1598 zeigt an der Stelle zwei nebeneinander stehende Gebäude auf dem Fischmarkt, die als „Wage“ bezeichnet werden. Die Akten im Stader Stadtarchiv enthalten zudem einen Vorschlag aus dem Jahr 1743, die „Stadtwaage von Grund neu zu reparieren“.

Die offizielle Tourist-Info ist nahe dem Fischmarkt an der Hansestraße zwischen Schwedenspeicher und Stadtwerken untergebracht.

Die offizielle Tourist-Info ist nahe dem Fischmarkt an der Hansestraße zwischen Schwedenspeicher und Stadtwerken untergebracht. Foto: Stehr

Das alte Weinhaus ist prägend am Fischmarkt.

Das alte Weinhaus ist prägend am Fischmarkt. Foto: Stehr

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