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TAstronomietag in Buxtehude: Schläft man bei Vollmond schlechter?

Der Vollmond scheint in den frühen Morgenstunden im Kennedy Space Center der NASA in Florida.

Der Vollmond scheint in den frühen Morgenstunden im Kennedy Space Center der NASA in Florida. Foto: Sam Lott/NASA via AP/dpa

Der Mond fasziniert - nicht nur Buxtehuder Amateurastronomen. Sie erklären zum bundesweiten Astronomietag am 28. März warum das so ist.

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Von Thomas Sulzyc
24.03.2026, 11:50 Uhr

Buxtehude. Ohne den Mond wären die Kontinente auf der Erde wahrscheinlich noch immer unbelebt. Das Leben würde sich im Meer abspielen. Der Erdtrabant stabilisiert die Erdachse und sorgt damit für gemäßigte Jahreszeiten.

Voraussichtlich Anfang April plant die US-Weltraumbehörde NASA einen bemannten Mondflug. Ohne zu landen, werden Astronauten den Mond umrunden. Artemis 2 heißt die Mission. Zwei Jahre später, so der Plan, sollen erstmals Menschen wieder den Erdmond betreten - zum ersten Mal seit 1972.

Gründe genug also, dass der Astronomietag 2026 am Sonnabend, 28. März, den Mond in den Mittelpunkt stellt. Dabei versuchen Sternwarten, Vereine, Forschungsinstitute und Schulen in Deutschland und der Schweiz, mit öffentlichen Aktionen Bürger für die Sternkunde zu begeistern

Im Landkreis Stade beteiligen sich ambitionierte Amateurastronomen aus Buxtehude und Umgebung am Astronomietag: die Astronomie-AG der Volkshochschule Buxtehude. Manchen der 25 Mitglieder gelingen mit ihren Teleskopen und Kameras beeindruckende Aufnahmen von fernen Galaxien und Planeten.

Kann man NASA-Raumkapsel im All sehen?

Dennoch werden Buxtehudes Amateurastronomen die bemannte Raumkapsel der Mission Artemis 2 im April auf ihrem Weg zum benachbarten Himmelskörper nicht im Teleskop verfolgen können. „Der Mond ist viel zu hell - im Vergleich zu dem winzigen Lichtpünktchen, als das uns die Raumkapsel erscheint“, erklärt Manfred Mrotzek, Vorsitzender der Astronomie-AG.

Selbst Superteleskopen in Chile oder Hawaii bleiben die Spuren verborgen, die Astronauten bei den bisher einzigen Mondlandungen 1969 bis 1972 hinterlassen haben.

Die Abstiegsstufe der Apollo-Mondlandefähre - von der Erde aus nicht zu sehen. Manche Verschwörungstheoretiker sehen darin ein Indiz ihrer Behauptung, Menschen hätten den Mond nie betreten.

Darum sind Reste der Mondfähre nicht sichtbar

Kein Teleskop der Welt könne ein so kleines Objekt wie die 4,29 Meter breite Landefähre, die auf dem Mond zurückblieb, von der Erde aus erfassen. Man bräuchte dazu eine Optik mit 50 Metern Durchmesser. „Selbst die besten Teleskope der Welt haben nur Spiegel mit 10 Metern Durchmesser“, sagt Manfred Mrotzek. Zudem beschränke die Erdatmosphäre die Schärfe der Bilder.

Zu sehen sind die zurückgelassenen Reste der Landefähre und Spuren der Astronauten im Mondstaub aber - aus dem Weltraum. Eine US-Sonde hat alle Landestellen der Apollo-Missionen fotografiert. Die Aufnahmen sind im Internet veröffentlicht.

Das Mare Humboldtianum ist ein Tiefland mit 231 Kilometern Durchmesser auf der Vorderseite des Erdmondes. Die Aufnahme hat der Buxtehuder Hobbyastronom Frank Winkelmann gemacht.

Das Mare Humboldtianum ist ein Tiefland mit 231 Kilometern Durchmesser auf der Vorderseite des Erdmondes. Die Aufnahme hat der Buxtehuder Hobbyastronom Frank Winkelmann gemacht. Foto: Winkelmann

Lediglich 40 Zentimeter Durchmesser hat der Spiegel des Teleskops, das Frank Winkelmann auf der Terrasse seines Hauses in Buxtehude stehen hat. Beeindruckende Aufnahmen von der Mondoberfläche gelingen dem Amateurastronomen damit trotzdem.

Von seinem Garten in Buxtehude aus beobachtet Hobbyastronom Frank Winkelmann (links) mit seinem Teleskop Planeten, die Sonne und den Mond. Der Buxtehuder Manfred Mrotzek (rechts) leitet die Astronomie AG der Volkshochschule Buxtehude.

Von seinem Garten in Buxtehude aus beobachtet Hobbyastronom Frank Winkelmann (links) mit seinem Teleskop Planeten, die Sonne und den Mond. Der Buxtehuder Manfred Mrotzek (rechts) leitet die Astronomie AG der Volkshochschule Buxtehude. Foto: Sulzyc

Mit dem Fernglas oder kleinen Teleskopen im Preis zu 60 bis 70 Euro lassen sich bereits Beobachtungen auf dem 384.400 Kilometer entfernten Mond machen. „Bei Teleskopen ab dem Preis von 200 Euro hat man etwas Ordentliches“, sagt Frank Winkelmann.

Diesen Tipp sollten Anfänger beachten

Bevor jemand beobachtet, sollte er sich eine gute Mondkarte besorgen, rät der Amateurastronom. Wie ein Tourist sollte er ausgewählte Ziele in den Blick nehmen. Viele Gebirgszüge auf dem Mond heißen wie irdische Gebirge. So gibt es die Alpen auch auf dem Mond. „Man sieht nur, was man auch kennt“, erklärt Frank Winkelmann. Anfänger würden sonst an der wüstenähnlichen Landschaft schnell ermüden.

Keine gute Idee sei, den Mond bei Vollmond zu beobachten. „Das ist langweilig, weil wenig Kontrast ist“, sagt Manfred Mrotzek. Während der zunehmenden Mondphasen dagegen werden ständig neue Bereiche der Mondoberfläche vom Licht der aufgehenden Sonne erfasst und dadurch für Erdbewohner sichtbar.

Stört der Vollmond unseren Schlaf?

Geheimnisvolle Kräfte sagen Menschen dem Mond nach. Eine weit verbreitete Meinung lautet: Bei Vollmond schläft man schlecht. Laut einer in Medien oft zitierten Umfrage sind 40 Prozent der Deutschen davon überzeugt. Einzelne wissenschaftliche Studien haben Hinweise auf diesen Effekt gefunden.

Als wissenschaftlich bewiesen gilt der Einfluss des Mondes auf die Schlafqualität nicht. „Ich schlafe nicht schlechter bei Vollmond“, sagt Manfred Mrotzek. Und fügt scherzend hinzu: „Bei Neumond schlafe ich schlechter - weil ich nachts dann astronomische Aufnahmen mache.“

Möglicherweise führe allein die Erwartung, in einer Nacht mit Vollmond schlecht zu schlafen, genau zu diesem Ergebnis, sagt der Amateurastronom. Mit einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung erklären auch Wissenschaftler einen Grund für Mondfühligkeit.

So begeht Buxtehude den Astronomietag

Am Nachmittag die Sonne und am Abend ab 19 Uhr den Jupiter und den Erdmond durch das Teleskop beobachten: Mit diesem Angebot an die Bevölkerung begeht die Astronomie-AG den Astronomietag am Sonnabend, 28. März, vor dem und im Gemeindezentrum der Pauluskirche, Finkenstraße 53. Um 15 Uhr ist Beginn. Ab 16 Uhr halten Hobbyastronomen Vorträge.

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