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Handball-Bundesliga

TBSV auch im 13. Spiel ohne Sieg - „Das ist sehr schwer zu verdauen“

Wieder keine Punkte: Anika Hampel war mit acht Toren die beste Werferin des BSV.

Wieder keine Punkte: Anika Hampel war mit acht Toren die beste Werferin des BSV. Foto: Jan Iso Jürgens

Der Buxtehuder SV kämpft gegen Neckarsulm bis zur letzten Minute, steht aber erneut mit leeren Händen da. Kapitänin Teresa von Prittwitz zeigte sich niedergeschlagen.

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Von Tim Scholz
Samstag, 24.01.2026, 17:50 Uhr

Buxtehude. Wenige Minuten vor Schluss schöpft der BSV noch einmal Hoffnung. Anika Hampel verwandelt einen Siebenmeter - nur noch zwei Tore Rückstand. Anderthalb Minuten vor Schluss trifft Isa Ternede im Nachfassen. Plötzlich fehlt nur noch ein Treffer. Die Zuschauer erheben sich. Gelingt jetzt der Ausgleich?

Die Schlussminute bricht an. Der BSV verliert den Ball, Neckarsulm trifft ins leere Tor. Noch 35 Sekunden. Auszeit Buxtehude. Trainer Nicolaj Andersson gibt seinen Spielerinnen einen letzten Spielzug mit auf den Weg. Der BSV holt einen Siebenmeter heraus, erneut bleibt Hampel cool, 27:28.

Neckarsulm nimmt die nächste Auszeit. Noch elf Sekunden auf der Uhr. Der BSV braucht den Ball, bekommt ihn aber nicht mehr.

Der BSV war wieder einmal nah dran an einem Punktgewinn, doch auch am Samstag reichte es nicht. Vor 1316 Zuschauern verlor der BSV mit 27:28 (15:12) und bleibt damit auch im 13. Saisonspiel ohne Sieg. „Wir sind unfassbar enttäuscht“, sagte Kapitänin Teresa von Prittwitz. „Das ist gerade sehr schwer zu verdauen.“

BSV ging zuversichtlich ins Spiel

Vor der Partie trennten beide Teams acht Punkte und fünf Tabellenplätze. Während der BSV als Letzter weiter auf den ersten Saisonsieg wartete, ging Neckarsulm als Sechster in das Duell.

Das Hinspiel verlief aus Buxtehuder Sicht enttäuschend: Nach ausgeglichener erster Hälfte zeigte der BSV nach der Pause eine seiner schwächsten Saisonleistungen und verlor deutlich mit 22:31. Hoffnung schöpfte Buxtehude dennoch aus der intensiven Trainingswoche. „Wir arbeiten steinhart, damit wir irgendwann zwei Punkte holen“, sagte Andersson.

Zuversicht herrschte auch deshalb, weil sich die personelle Lage etwas entspannte. Mit Jolina Huhnstock und Carina Senel kehrten gleich zwei etatmäßige Kreisläuferinnen zurück. Huhnstock (2 Tore) feierte gegen Neckarsulm ihr Comeback nach Verletzungspause. Die 24-Jährige hatte sich bei der Weltmeisterschaft Ende November bereits im zweiten Vorrundenspiel einen Sehnenanriss im linken Ellenbogen zugezogen und musste seitdem pausieren.

Neuzugang Senel erstmals im Kader

Senel kam noch nicht zum Einsatz. Die im Sommer verpflichtete Kreisläuferin hatte bislang noch kein Pflichtspiel für Buxtehude bestritten, nachdem sie sich im April 2025 bei ihrem damaligen Verein einen Kreuzbandriss zugezogen hatte.

In den letzten Wochen hatte Trainer Andersson improvisieren müssen und Rückraumspielerin Johanna Andresen am Kreis eingesetzt. Gegen Neckarsulm rückte sie wieder auf ihre angestammte Position im Rückraum.

Kaminska pariert, Kapitänin hinten stark

Gäste-Trainer Thomas Zeitz hatte früh genug gesehen und drückte bereits in der zwölften Minute den Auszeit-Buzzer. Sein Team agierte aus seiner Sicht zu fehlerhaft, verlor zu viele Bälle - der BSV nutzte das aus und führte mit 6:3.

In den nächsten Minuten wurde der Vorsprung sogar noch ausgebaut. Die eingewechselte BSV-Torhüterin Oliwia Kaminska parierte einen Siebenmeter, Kapitänin Teresa von Prittwitz störte als vorgezogene Verteidigerin zahlreiche Angriffe und vorne fand der Ball immer wieder den Weg zu Jolina Huhnstock an den Kreis.

Der BSV setzte sich zeitweise auf fünf Tore ab, profitierte immer wieder von den Fehlern des Gegners - und vermittelte den Eindruck, dass an diesem Nachmittag mehr möglich sein könnte.

Neckarsulm verkürzt vor der Pause

Doch das größte Problem des BSV in der laufenden Saison bleibt die fehlende Konstanz. Und genau das zeigte sich erneut in der Schlussphase der ersten Halbzeit. Von Prittwitz traf die Latte und vergab wenig später einen Gegenstoß, Huhnstock setzte einen Wurf neben das Tor, Nielsen scheiterte an der Torhüterin.

Die Führung schmolz, Neckarsulm verkürzte eine Minute vor der Pause auf 12:13. Dass der BSV dennoch mit einer 15:12-Führung in die Kabine ging, lag auch an Torhüterin Annie Linder, die mit ihrer achten Parade Schlimmeres verhinderte.

„Die Mädels machen es phasenweise echt gut“, sagte die verletzte Rückraumspielerin Levke Kretschmann in der Pause und zeigte sich zuversichtlich für die zweite Hälfte: „Ich glaube, das wird.“

BSV verzweifelt an Gäste-Keeperin

Nach dem Seitenwechsel dauerte es keine drei Minuten, da war die Führung weg. Maj Nielsen warf einen Siebenmeter neben das Tor, anschließend war es immer wieder Lena Ivancok, die im Weg stand: Erst scheiterte Isa Ternede, wenig später Teresa von Prittwitz.

Die Österreicherin, eine der besten Torhüterinnen der Liga, hatte den BSV bereits in der Vergangenheit mehrfach zur Verzweiflung gebracht. Auch im Hinspiel zeigte sie mit 17 Paraden eine überragende Leistung, diesmal kam sie auf zehn Paraden.

Neckarsulm baute den Vorsprung auf drei Tore aus, das lag auch an Antje Döll. Erst fing die Kapitänin der deutschen Nationalmannschaft einen Ball ab, wenig später traf sie selbst zum 20:17 (40.). Die 37-jährige Linksaußen, bei der WM im vergangenen Jahr ins All-Star-Team berufen, ist die beste Torschützin ihres Teams.

Nächste Chance auf Punkte in Göppingen

Der BSV tat sich in der Folge schwer, den Anschluss zu halten. Immer wieder schlichen sich Fehler im Passspiel ein, die Tiefe fehlte, Chancen aus aussichtsreicher Position blieben ungenutzt oder landeten am Pfosten. Rund zehn Minuten vor dem Ende hatte sich Neckarsulm mit fünf Toren abgesetzt.

Zwar kämpfte sich der BSV in der Schlussphase noch einmal heran, verhindern ließ sich die neunte Niederlage in Folge jedoch nicht mehr. „Wir haben in der ersten Halbzeit gezeigt, dass wir gewinnen wollten“, sagte von Prittwitz. „Wir haben mega gekämpft und super verteidigt. In der zweiten Halbzeit haben wir den Faden verloren.“

Buxtehuder SV : Neckarsulm

Wieder bleibt der Buxtehuder SV ohne Sieg in der Handball-Bundesliga der Damen. Der harte Kampf bringt nichts Zählbares ein.

Foto: Jan Iso Jürgens

Harter Kampf der Buxtehuder Abwehrreihe
Harter Kampf der Buxtehuder Abwehrreihe Foto: Jan Iso Jürgens

Foto: Jan Iso Jürgens

Die Energie war nicht das Problem der Buxtehuderinnen
Die Energie war nicht das Problem der Buxtehuderinnen Foto: Jan Iso Jürgens

Foto: Jan Iso Jürgens

Jolina Hohnstock beim Torwurf
Jolina Hohnstock beim Torwurf Foto: Jan Iso Jürgens

Foto: Jan Iso Jürgens

Nur schweres Durchkommen für Anika Hampel
Nur schweres Durchkommen für Anika Hampel Foto: Jan Iso Jürgens

Foto: Jan Iso Jürgens

Lilli Frey noch gut gelaunt
Lilli Frey noch gut gelaunt Foto: Jan Iso Jürgens

Foto: Jan Iso Jürgens

Ziehen und Zerren in der Abwehr
Ziehen und Zerren in der Abwehr Foto: Jan Iso Jürgens

Foto: Jan Iso Jürgens

Nicolaj Andersson gibt Anweisungen
Nicolaj Andersson gibt Anweisungen Foto: Jan Iso Jürgens

Foto: Jan Iso Jürgens

Anika Hampel gegen zwei Neckarsulmerinnen
Anika Hampel gegen zwei Neckarsulmerinnen Foto: Jan Iso Jürgens

Foto: Jan Iso Jürgens

Sichtlich erschöpfte Buxtehuderinnen in der Auszeit
Sichtlich erschöpfte Buxtehuderinnen in der Auszeit Foto: Jan Iso Jürgens

Foto: Jan Iso Jürgens

Keine Gnade am Kreis
Keine Gnade am Kreis Foto: Jan Iso Jürgens

Foto: Jan Iso Jürgens

Anika Hampel feuert sich und die Fans an.
Anika Hampel feuert sich und die Fans an. Foto: Jan Iso Jürgens

Foto: Jan Iso Jürgens

Der Block steht beim Neunmeterwurf.
Der Block steht beim Neunmeterwurf. Foto: Jan Iso Jürgens

Foto: Jan Iso Jürgens

Johanna Andresen fliegt zum Torwurf.
Johanna Andresen fliegt zum Torwurf. Foto: Jan Iso Jürgens

Foto: Jan Iso Jürgens

Kaum ein Tor war leicht herauszuspielen.
Kaum ein Tor war leicht herauszuspielen. Foto: Jan Iso Jürgens

Foto: Jan Iso Jürgens

Maj Nielsen ist niedergeschlagen nach der erneuten Niederlage.
Maj Nielsen ist niedergeschlagen nach der erneuten Niederlage. Foto: Jan Iso Jürgens

Foto: Jan Iso Jürgens

Maj Nielsen muss von ihren Kolleginnen getröstet werden.
Maj Nielsen muss von ihren Kolleginnen getröstet werden. Foto: Jan Iso Jürgens

Foto: Jan Iso Jürgens

Wenigstens kann das Maskottchen noch lächeln.
Wenigstens kann das Maskottchen noch lächeln. Foto: Jan Iso Jürgens

Für Buxtehude geht es am kommenden Samstag, 31. Januar, auswärts weiter. Dann ist der BSV bei Frisch Auf Göppingen gefordert. Gegen Göppingen holte Buxtehude Anfang Oktober beim 34:34 seinen letzten Punkt - und hat dort die nächste Chance, die Negativserie zu beenden.

BSV-Tore: Kaminska (5 Paraden), Linder (8 Paraden); Nielsen 3/1, Mittag, Frey 2, Hampel 8/3, Dölle 4, Andresen 3, Kaufmann, von Prittwitz 3, Ternede 2, Senel, Huhnstock 2, Lück.

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