Zähl Pixel
Handball

TBSV im Pokal-Viertelfinale: Diese Fußballikone fungiert als Losfee

Riesenjubel in der Halle Nord: Der BSV feierte am Samstag den Einzug ins Viertelfinale.

Riesenjubel in der Halle Nord: Der BSV feierte am Samstag den Einzug ins Viertelfinale. Foto: Jan Iso Jürgens

Der BSV ist nur noch ein Spiel vom Final Four in Stuttgart entfernt. Der Gegner fürs Viertelfinale steht noch nicht fest, dafür aber, wer in den Lostopf greifen wird.

author
Von Tim Scholz
06.10.2026, 05:50 Uhr

Buxtehude. In den letzten Minuten spielte sich der BSV in einen Rausch. Torhüterin Oliwia Kaminska hielt einen psychologisch wichtigen Ball, ihre Vorderleute erhöhten die Führung. Die Stimmung in der Halle Nord wurde immer euphorischer, mit der Schlusssirene brachen alle Dämme.

Nur noch ein Spiel bis Stuttgart

Durch den 33:26-Erfolg gegen Neckarsulm steht der BSV seit fünf Jahren erstmals wieder im Viertelfinale des DHB-Pokals und ist damit nur noch ein Spiel vom Final Four in Stuttgart entfernt. Auf welchen Gegner könnte der BSV treffen?

Diese fünf Erstligisten und zwei Zweitligisten sind im Lostopf - und so haben sie im Achtelfinale gespielt:

1. Thüringer HC: In der vergangenen Saison verlor der THC noch das kleine Finale gegen Blomberg. Nun gelang die Revanche. Mit einem 34:31 kam Thüringen weiter.

2. Borussia Dortmund: Der Titelverteidiger feierte einen souveränen 43:30-Erfolg gegen Halle-Neustadt. Genau wie der THC dürfte Dortmund eines der schwersten Lose sein.

3. HSV Solingen-Gräfrath 76: Dem Zweitligisten gelang eine Sensation in der heimischen Klingenhalle – 34:32 gegen Erstligist Metzingen. „Das war teilweise kopflos“, kritisierte Metzingens Trainerin Miriam Hirsch das Spiel ihrer Mannschaft.

4. Füchse Berlin: Die Berlinerinnen gewannen das Zweitliga-Duell gegen Rödertal knapp mit 31:30.

5. Frisch Auf Göppingen: Bundesligist Göppingen wurde seiner Favoritenrolle gerecht und schlug Zweitliga-Spitzenreiter Nürtingen-Zizishausen mit 41:32.

6. HSG Bensheim/Auerbach: Vorjahresfinalist Bensheim setzte sich mit 31:22 gegen Sachsen Zwickau durch.

7. VfL Oldenburg: Der Nordrivale des BSV steigt als Tabellenfünfter der Vorsaison - genauer als Sieger der Play-off-Runde 5-11 - im Viertelfinale in den Wettbewerb ein. So sieht es das Reglement der Liga vor.

Das Viertelfinale wird am kommenden Mittwoch in der Halbzeitpause der Bundesliga-Partie zwischen Borussia Dortmund und dem BSV ausgelost - und zwar von Alexandra Popp.

Alexandra Popp trägt inzwischen das BVB-Trikot.

Alexandra Popp trägt inzwischen das BVB-Trikot. Foto: Bernd Thissen/dpa

Die Fußballikone kann auf 145 Länderspielen, eine Olympia-Goldmedaille sowie 13 DFB-Pokal-Siege zurückblicken. Aktuell ist sie Kapitänin des Frauenfußball-Teams von Borussia Dortmund.

Wer darf zu Hause spielen?

Wie in den bisherigen Runden erhält die klassentiefere Mannschaft das Heimrecht. Kommt es zu einem ligainternen Duell, darf das Team, das zuerst gezogen wurde, zu Hause spielen. Einzige Ausnahme ist der VfL Oldenburg, der als Vorjahresfünfter automatisch Heimrecht hat. Die Auslosung wird im Rahmen der Live-Übertragung der Partie bei sporteurope.tv und Dyn zu sehen sein. Gegen 20.15 Uhr wird der BSV seinen Gegner kennen. Gibt es Wunschlose?

„Solingen wäre toll, ein kleines Wiedersehen“, sagt BSV-Trainer Jonas Schlender angesprochen auf ein Duell gegen seinen Ex-Club. Der 31-Jährige trainierte den Zweitligisten in den vergangenen beiden Spielzeiten und hält Kontakt zur Mannschaft. „Wir haben ein gutes Verhältnis.“

Hampel sieht Chancen auf Stuttgart

BSV-Spielmacherin Anika Hampel hofft vor allem auf ein Heimspiel. „Der Pokal ist eine Wundertüte und wir erwarten gespannt die Auslosung am Mittwoch. Da gibt es auf jeden Fall Möglichkeiten, den letzten Schritt nach Stuttgart zu gehen“, sagt die 22-Jährige. Auf ein konkretes Los möchte sie sich nicht festlegen. Mit 13 Treffern gegen Neckarsulm leistete Hampel eine entscheidenden Beitrag zum Weiterkommen des BSV.

Kaum zu stoppen: Anika Hampel auf dem Weg zum nächsten Treffer.

Kaum zu stoppen: Anika Hampel auf dem Weg zum nächsten Treffer. Foto: Jan Iso Jürgens

Die Runde der letzten Acht wird am Wochenende 14./15. November ausgetragen. Die Sieger qualifizieren sich für das Final Four am 15. und 16. Mai 2027 in der Porsche-Arena in Stuttgart. Der Ticketvorverkauf startet am kommenden Donnerstag.

BSV-Coach legt den Fokus zunächst auf die Liga

Der BSV konnte die Finalrunde bereits zwölf Mal erreichen und den Pokal sogar 2015 und 2017 gewinnen. Doch die glorreichen Zeiten liegen schon etwas länger zurück. In den vergangenen vier Jahren war jedes Mal im Achtelfinale Schluss.

Auch wenn es nur noch ein Schritt nach Stuttgart ist, „sollten wir die Balance finden“, sagt Trainer Schlender. Das heißt, mit Selbstbewusstsein in die nächsten Spiele gehen, aber den Fokus nicht verlieren. „Bis zum Viertelfinale sind es fünf Wochen, in denen wir wichtige Aufgaben vor uns haben. Da sollten wir diesen positiven Effekt mittragen.“

Schwere Aufgabe in der Bundesliga

Bereits am Mittwoch (Beginn 19.30 Uhr) ist der BSV in der Liga gefordert - mit einer der schwersten Aufgaben. Der amtierende Meister aus Dortmund hat bisher alle Partien gewonnen und zuletzt auch zwei Siege in der Champions League eingefahren.

„Wir treffen mindestens auf eine der besten, wenn nicht sogar die beste Mannschaft Deutschlands. Dass das keine leichte Aufgabe wird, erklärt sich von selbst“, sagt Schlender. Letztmals konnte der BSV vor mehr als drei Jahren in Dortmund gewinnen.

„Wir sollten das positive Gefühl aus dem Sieg am Samstag einfach mit nach Dortmund nehmen und gucken, was da für uns geht“, sagt Schlender. Ein Faktor könnte die Belastung werden: Dortmund kämpft aktuell mit personellen Problemen und spielte erst am Wochenende in Norwegen.

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel