TBSV verlängert Verträge mit Spielmacherin und Abwehrspezialistin
Kollektiver Jubel in der Halle Nord: Lin Lück (links) feiert den Heimsieg gegen Metzingen. Foto: Jan Iso Jürgens
Die eine besticht durch stahlharte Nerven im Angriff. Die andere hält die Defensive zusammen. Der Handball-Bundesligist Buxtehuder SV bindet zwei Leistungsträgerinnen.
Buxtehude. Nach dem sportlichen Aufschwung mit 8:2 Punkten aus den letzten fünf Spielen kommt vom Buxtehuder SV die nächste positive Nachricht - der Verein vermeldete am Mittwoch zwei Vertragsverlängerungen.
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Rückraumspielerin Isa Ternede (25) und Abwehr-Spezialistin Lin Lück (19) werden auch in der kommenden Saison das BSV-Trikot tragen. Manager Peter Prior: „Wir freuen uns, zwei absolute Leistungsträger im Team halten zu können. Isa und Lin haben beide großen Anteil am sportlichen Erfolg der letzten Wochen.“
BSV setzt auf Ternedes Technik und Tempo
Die Niederländerin Isa Ternede spielt seit 2024 für den Buxtehuder SV. Die ersten acht Bundesliga-Spiele in dieser Saison verpasste sie wegen einer Knieverletzung. Ternede hatte Glück im Unglück. Das Kreuzband war nur angerissen.

Isa Ternede gab erst Ende Dezember ihr Comeback nach viermonatiger Verletzungspause. Foto: Jan Iso Jürgens
Nach vier Monaten kehrte sie in ein Team zurück, das einen neuen Trainer hatte. Ex-Coach Dirk Leun betonte noch, wie sehr Ternedes Technik und Tempo dem BSV-Spiel fehlen würden. Sein Nachfolger Nicolaj Andersson sah das genauso - und wurde bestätigt.
Seit ihrem Comeback habe sie einen festen Platz im Team, schreibt der Verein in einer Pressemitteilung. Ternede erzielte in 10 Partien 34 Tore.
In der Crunchtime behält Ternede die Nerven
Während die vergangene Saison für Ternede noch durchwachsen lief, wirkt sie in ihrer zweiten Spielzeit beim BSV inzwischen stabiler und fehlerfreier. Unter Andersson beginnt die etatmäßige Spielmacherin meist auf Halblinks, ist eine der besten Vorlagengeberinnen des BSV und übernimmt in entscheidenden Momenten Verantwortung: Beim Heimsieg gegen Metzingen (32:31) wie beim Remis in Göppingen (32:32) behielt sie in der Crunchtime von der Siebenmeterlinie die Nerven und sicherte ihrem Team wichtige Punkte.
Die Dritte Halbzeit
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„Ich habe mich sowohl in Buxtehude als auch im Verein von Anfang an mega wohlgefühlt und freue mich sehr auf die kommende Saison. Ich habe das Gefühl, mich hier sportlich optimal weiterentwickeln zu können und bin hochmotiviert, gemeinsam mit dem Team unsere Ziele für die nächste Saison anzugehen“, sagt Isa Ternede.
Das persönliche Ziel der Rückraumspielerin bleibe die niederländische Nationalmannschaft. Drei Länderspiele hat sie bereits bestritten. Ternede hofft auf weitere Einsätze.
Lin Lück feiert Deutsche Meisterschaft
Aus dem Abwehrzentrum des Buxtehuder SV ist Lin Lück aktuell nicht mehr wegzudenken. Die 19-jährige kam 2024 noch als A-Jugendliche in den Bundesliga-Kader. Lück hatte sich schon früh für den Leistungssport entschieden. Mit zwölf Jahren verließ sie ihr Heimatdorf in Brandenburg und wechselte an die Sportschule nach Frankfurt (Oder). Mit 15 debütierte sie bereits in der dritten Liga. Ihr Talent blieb nicht unbemerkt, der BSV beobachtete ihre Entwicklung lange Zeit aufmerksam.
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Eine erste Anfrage aus Buxtehude lehnte Lück noch ab. Sie blieb in Frankfurt und gewann 2024 die Deutsche Meisterschaft mit der A-Jugend. Ausgerechnet gegen den BSV in der alten Halle Nord. Außerdem wurde sie zur besten Abwehrspielerin des Finalturniers gewählt. Anschließend verließ sie ihre „Komfortzone“, wie sie es selbst einmal sagte, und wagte den Schritt nach Buxtehude. Aber ihr Start war schwierig.
In den Augen ihres damaligen Trainers Dirk Leun war sie noch nicht soweit, sammelte über ein Doppelspielrecht Spielpraxis in der zweiten Liga bei den Luchsen in Buchholz.
Lück will auch im Angriff Akzente setzen
Jetzt hat sie sich bereits in ihrem ersten Frauen-Jahr einen festen Platz in der Buxtehuder Defensive erarbeitet. „Wir sind mit ihrer Entwicklung als Abwehrspielerin sehr zufrieden. Der Angriff wird dann in Zukunft ihr nächstes Projekt. Tore von ihr – wie im Spiel gegen Metzingen – werden wir in Zukunft sicherlich noch öfter sehen“, sagt Manager Prior.

Seltener Moment in der Offensive: Lin Lück ist vor allem in der Abwehr gefragt. Foto: Jan Iso Jürgens
Denn eigentlich möchte die 1,84 Meter große Rückraumspielerin als komplette Handballerin gesehen werden, doch in Buxtehude ist sie zurzeit vor allem als Abwehrspezialistin gefragt. Seit Andersson das Team übernommen hat, kommt sie durch die häufigen Angriff-Abwehr-Wechsel mit Anika Hampel nahezu ausschließlich in der Defensive zum Einsatz.
Körpersprache: „Du kommst hier nicht vorbei“
Im Abwehrzentrum hinter der vorgezogenen Teresa von Prittwitz spielt Lück inzwischen eine tragende Rolle und wird zunehmend sicherer. Sie bringt viel Körperlichkeit rein. Sie agiert laut, sie spielt aggressiv. Ihre Körpersprache vermittelt den Gegnerinnen: „Du kommst hier nicht vorbei.“ Nach dem Auswärtssieg in Zwickau am vergangenen Samstag adelte Spielmacherin Hampel ihre Teamkollegin für ihre „überragende Abwehrarbeit“.
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Lin Lück will „persönlich wie auch sportlich weiter in Buxtehude wachsen und gemeinsam mit dem Team eine gute Saison spielen“.
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