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Investition

TBekenntnis zu Stade: 52 Millionen fließen in Sanierung des Futtermittelinstituts

Ministerin Miriam Staudte informiert sich im Herbst 2023 bei der Tierärztin Tina Eggers über die Arbeit des Futtermittelinstituts in Stade (von rechts).

Ministerin Miriam Staudte informiert sich im Herbst 2023 bei der Tierärztin Tina Eggers über die Arbeit des Futtermittelinstituts in Stade (von rechts). Foto: Vasel

55 Mitarbeiter sorgen in Stade für sichere Futtermittel. Doch ihre Labore sind sanierungsbedürftig. Das will das Land mit einer Millioneninvestition ändern.

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Von Björn Vasel
Donnerstag, 22.01.2026, 22:13 Uhr

Stade. Im Oktober 2023 hatte Verbraucherschutzministerin Miriam Staudte (Grüne) bei einem Besuch im landeseigenen Futtermittelinstitut in der Stadt Stade einen Neubau angekündigt. Im Gespräch mit dem TAGEBLATT versprach Staudte: „Dieser wird in deutlich weniger als zehn Jahren stehen.“ Und die Ministerin hält Wort.

Gemeinsam mit Finanzminister Gerald Heere sicherte sie das Projekt im Landeshaushalt ab. „Das ist eine gute Nachricht für die 55 Mitarbeiter in Stade“, betonte ihre Sprecherin Stefanie Geisler am Donnerstag gegenüber dem TAGEBLATT. Gemeinsam verkündeten die Politiker in Hannover die Großinvestition in Höhe von 52 Millionen Euro.

Das Futtermittelinstitut gehört zum Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves). Mit der jetzt erfolgten Beauftragung des Niedersächsischen Landesamts für Bau und Liegenschaften durch das federführende Finanzministerium können die konkreten Planungen für das Großprojekt beginnen.

Laut Geisler werde voraussichtlich „im Laufe des kommenden Jahres mit ersten Arbeiten begonnen werden“. Das Staatliche Baumanagement Niedersachsen hatte in Stade bereits den Neubau der Polizeiinspektion in der Teichstraße verantwortet.

Das Futtermittelinstitut ist das Kompetenzzentrum für die amtliche Untersuchung und rechtliche Bewertung von Futtermittelproben. Im Gespräch ist ein Teilneubau. Das Institut am Heckenweg in Stade soll umfassend baulich saniert werden. „Dass jetzt die Sanierung auf den Weg gebracht wird, ist ein starkes Signal und ein wichtiges Bekenntnis zum Standort“, sagt die SPD-Landtagsabgeordnete Corinna Lange aus Deinste.

Land kämpft gegen den Sanierungsstau

„Das Futtermittelinstitut trägt für ganz Deutschland viel Verantwortung für unbelastete Futtermittel und damit für eine sichere Nahrungsmittelkette“, so Staudte. Notwendig sei eine moderne Arbeitsumgebung mit hohen technischen Standards. Die Labore sind sanierungsbedürftig. „Damit investieren wir endlich da, wo jahrzehntelang aufgeschoben wurde“, ergänzt Finanzminister Heere.

Rund 40 Prozent der in Deutschland hergestellten Mischfuttermittel für Nutz- und Heimtiere werden von niedersächsischen Firmen produziert. Staudte sagt: „Eine funktionierende Futtermittelüberwachung ist von herausragender Bedeutung für unser Land.“ Der überwiegende Teil des Bund-Länder-Kontrollprogramms Futtermittel sei von Niedersachsen zu erfüllen.

Das Institut untersucht sämtliche amtlichen Proben von Futtermitteln. Jährlich werden in 4000 Proben insgesamt 20.000 Untersuchungen zur Qualität und Sicherheit durchgeführt. Futtermittel werden auf verbotene Stoffe oder ihre Zusammensetzung untersucht. Auch auf Pilze im Getreide, wie Mutterkorn, haben Mitarbeiter ein Auge. Um die Tiergesundheit zu schützen, gibt es Höchstgehalte.

Ihr Ziel: Tiergesundheit und Nahrungsmittelsicherheit

Hightech-Analysegeräte kommen in Stade zum Einsatz. Mit diesen ziehen die Überwacher risikoorientiert Proben bei Primärerzeugern, bei gewerblichen Herstellern von Futtermittelzusatzstoffen, Vormischungen, Einzel- und Mischfuttermitteln, im Handel und bei Importen aus Drittländern. Auch Proben aus den anderen norddeutschen Küstenländern werden in Stade bewertet. 55 Mitarbeiter gibt es dort aktuell. Am Standort werden Chemielaboranten ausgebildet.

Die Außenstelle des Veterinärinstituts Oldenburg war zum 1. Januar 2003 infolge des Rinderwahn-Skandals (BSE) eigenständig geworden. BSE war durch verseuchtes Tiermehl hervorgerufen worden. Vorläuferin des Instituts ist die 1919 gegründete Untersuchungsanstalt für Fohlenkrankheiten. Aus dieser ist in den 1930er Jahren das Veterinäruntersuchungsamt hervorgegangen, das 2001 ans neu gegründete Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) angegliedert wurde.

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