TBellmanns Bücherschatz muss die Buxtehuder Altstadt verlassen
Kulturelles Kleinod in der Buxtehuder Altstadt: Fünf Jahre lang hatte die Bellmann-Bibliothek ein feines Zuhause in einem historischen Gebäude am Stavenort. Foto: Weselmann
Die Bellmann-Bibliothek ist ein kulturelles Kleinod in der Buxtehuder Altstadt. Doch jetzt muss der Heimat- und Geschichtsverein am Stavenort die Kisten packen.
Buxtehude. Öffentlich zugänglich und voller Leben - am Stavenort hatte der plattdeutsche Bücherschatz von Bellmann bisher einen feinen Platz. In der dort eingerichteten Bibliothek sollte auch das Bellmann-Jahr 2026 gebührend gefeiert werden. Aber Ende des Jahres bekam der Buxtehuder Heimat- und Geschichtsverein eine schlechte Nachricht.
Bis Ende März muss der Buxtehuder Verein umziehen
Der Fünfjahresmietvertrag für die Räume in dem kleinen Eckgebäude am Stavenort wurde nicht verlängert. Die Bellmann-Bibliothek muss also umziehen. Bis Ende März ist nun Kisten packen angesagt.
Die Bibliothek bewahrt nicht nur Bellmanns private Büchersammlung, sie umfasst noch weitere plattdeutsche Literatur aus der Region. Daneben nutzten dem Verein angeschlossene Gruppen wie das Nettwark Platt die Räume als Treffpunkt, Veranstaltungsort und Forschungsstätte.
Mit der Kündigung hatte keiner gerechnet
Die Kündigung kam unerwartet und ist für die Ehrenamtlichen durchaus schmerzlich. „Wir bedauern sehr, dass wir hier nicht bleiben können, zumal die Bibliothek mit viel Engagement und Liebe zum Detail aufgebaut wurde“, so Dr. Harald Stechmann, Geschäftsführer des Vereins.
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Für Helga Peters vom Nettwark Platt - der Plattdeutsch-Abteilung des Vereins - war die Nachricht erst mal ein Schock. Sie gehört zu jenem Kreis, der sich für die Einrichtung der Räume starkgemacht hat und diese regelmäßig mit öffentlichen Angeboten wie „De Plattdüütsch Vörlesestünn to Markttied“ belebt. Genau diese Lebendigkeit war vielleicht das Problem, ist Helga Peters‘ Vermutung. Das alte Gebäude sei sehr hellhörig und in der oberen Wohnung jedes Stühlerücken zu hören gewesen.
Der Verein hat Räume in Altkloster in Aussicht
Harald Stechmann richtet den Blick bewusst nach vorn: „Wir machen an anderer Stelle weiter, und Buxtehude besteht nicht nur aus der Altstadt“, betont er. Die Sammlung soll in jedem Fall ein neues Zuhause bekommen. Der Verein hat mit der Hauptstraße 15 bereits eine Alternative in Aussicht. Von der Altstadt geht es dann nach Altkloster.
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Dem jetzigen Raum mit seinem historischen Charme trauert Helga Peters zwar etwas nach, trotzdem ist sie guten Mutes. „Ich bin nicht bange, den neuen Ort mit Leben zu füllen. Ideen habe ich sowieso immer“, sagt sie.
Bellmann-Jahr geht wie geplant über die Bühne
Die Sprecherin von Nettwark Platt sieht einen Umzug nach Altkloster auch als Chance. „Vielleicht entsteht so ganz Neues.“ Gerade mit Blick auf die Nähe zur neuen Begegnungsstätte und dem Verein Miteinander Füreinander sei bestimmt vieles möglich. Überhaupt vertraut Helga Peters auf ein gewachsenes Netzwerk. In Altkloster sieht sie vielfältige Anknüpfungspunkte - allein schon wegen ihres langjährigen Wirkens an der dortigen Grundschule in Sachen Plattdeutsch.
Das Programm, mit dem der Verein den niederdeutschen Theologen und Schriftsteller Johann Diedrich Bellmann 20 Jahre nach seinem Tod besonders ehren möchte, geht trotzdem planmäßig über die Bühne. Bis spätestens 1. Mai sollen die neuen Räume fertig eingerichtet sein. Und für die am Mittwoch, 1. April, um 11 Uhr geplante Lesung werde im Zweifel ein anderer Ort gefunden. Termine finden sich auch unter www.kultur-kieker.de.
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