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Masterplan

TBuxtehude: Sanierung der Grundschulen beginnt am Rotkäppchenweg

Ab jetzt hat die Grundschule Am Rotkäppchenweg bei der Sanierung Vorrang.

Ab jetzt hat die Grundschule Am Rotkäppchenweg bei der Sanierung Vorrang. Foto: Wisser

Das war von der Buxtehuder Verwaltung anders geplant gewesen: Bei den Grundschulen hat sich die Politik durchgesetzt und konzentriert zunächst alle Kräfte auf einen Standort. Warum?

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Von Karsten Wisser
Freitag, 12.06.2026, 16:00 Uhr

Buxtehude. Die große Sanierung der Buxtehuder Grundschulen beginnt an derjenigen am Rotkäppchenweg. Die Stadtverwaltung bündelt ihre finanziellen und personellen Kräfte auf die Grundschule im Norden Buxtehudes. Der Bauausschuss beschloss dies einstimmig im Rahmen des Masterplans Grundschulen.

Damit widersetzt sich die Politik der Empfehlung von Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt (parteilos). Sie hatte gefordert, auch die Sanierung der Grundschule Stieglitzweg in der ersten Phase als Starterprojekt zu beginnen. Laut Masterplan befindet sich Stieglitzweg im schlechtesten Zustand aller Grundschulen.

Treffen der Fraktionsvorsitzenden setzt Prioritäten

Die Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD, Grünen und FDP hatten sich zuvor auf die Priorisierung des Rotkäppchenwegs verständigt. „Wir können nicht zeitgleich mit beiden Projekten starten. Das schaffen wir nicht“, sagte Ulrich Felgentreu (Bündnis 90/Die Grünen), Vorsitzender des Schulausschusses. Er dankte den anderen Fraktionen ausdrücklich für die konstruktive Zusammenarbeit.

Die Sporthalle der Grundschule Am Rotkäppchenweg ist seit vielen Jahren in einem schlechten Zustand.

Die Sporthalle der Grundschule Am Rotkäppchenweg ist seit vielen Jahren in einem schlechten Zustand. Foto: Wisser

Felgentreu sieht die Priorität beim Rotkäppchenweg, weil diese Schule zu den Start-Chancen-Schulen gehört. „Das ist keine Auszeichnung, das ist ein Alarmzeichen“, sagte Felgentreu. Das von Land und Bund finanzierte Programm unterstützt Schulen mit hohem Anteil sozial benachteiligter Schüler.

„Wir brauchen von Ihnen ein Votum, wie wir weitermachen sollen“, hatte zuvor Oldenburg-Schmidt gefordert. „Es gibt hier kein richtig oder falsch. Es ist eine Frage der Prioritäten.“

Hallenneubau: Eine Million Fördergeld geht verloren

SPD-Fraktionschef Nick Freudenthal erinnerte an die leidvolle Geschichte der Rotkäppchenweg-Schule in den vergangenen 15 Jahren. Die Sanierung oder der Neubau der Sporthalle wurde immer wieder verschoben.

Dramatischer Höhepunkt: Über eine Million Euro an Bundesfördergeldern gingen verloren, weil der Bau der neuen Halle trotz fertiger Planung im Jahr 2023 kurzfristig gestoppt wurde. Freudenthal hält es für sinnvoll, Schule und Sporthalle in einem Zug zu sanieren. „Dann haben wir nur einmal dort eine Großbaustelle“, so Freudenthal.

„Wir sind zu einem guten Punkt gekommen. Das war ein guter demokratischer Prozess“, sagte CDU-Fraktionschef Olaf Riesterer.

Die AfD war an den Vorgesprächen nicht beteiligt. Inhaltlich befürwortete AfD-Fraktionsvorsitzende Anke Lindszus die Ergebnisse.

Masterplan kostet über 200 Millionen Euro

Die Verwaltung soll nun drei Varianten prüfen: Ob Halle und Schule parallel oder nacheinander gebaut werden und in welcher Reihenfolge. Die Grundschule Stieglitzweg rückt mit dem Beschluss in die zweite Umsetzungsphase.

Der Masterplan sieht für die Instandsetzung der Grundschule Am Rotkäppchenweg 34 Millionen Euro vor. Der Baustart ist für 2028 geplant. Insgesamt umfasst der Masterplan 208 Millionen Euro für alle Grundschulen. Bürgermeisterin Oldenburg-Schmidt rechnet mit einer Umsetzungsdauer von bis zu 15 Jahren.

Gerettet: Neukloster behält seine Grundschule

Im Bauausschuss unter Leitung von Nils Großkreutz (SPD) beendete die Politik zudem Spekulationen über eine Schließung der Grundschule Neukloster.

Das Projekt zur Zusammenlegung der Standorte Hedendorf und Neukloster in Hedendorf nahm sie ausdrücklich nicht zur Kenntnis. Obwohl diese Maßnahme erst in zehn bis zwölf Jahren ansteht, protestierten in Neukloster alle Parteien gemeinsam.

Die Grundschule Neukloster wurde 1959 zwischen Bahnlinie und Bundesstraße eröffnet.

Die Grundschule Neukloster wurde 1959 zwischen Bahnlinie und Bundesstraße eröffnet. Foto: Wisser

Mit dem Hinweis auf den Einigungsvertrag von 1972 im Rahmen der Gebietsreform waren sogar rechtliche Schritte gegen die Stadt im Gespräch. Die Ortschaft Neukloster bleibt Standort einer Grundschule, soweit und solange geltendes Recht dem nicht entgegensteht“, heißt es in dem Vertrag.

Kampf um die Grundschule Neukloster

Niedersachsen schreibt für Grundschulen mindestens eine und höchstens vier Klassen pro Jahrgang vor. Mit derzeit 92 Schülern erfüllt Neukloster diese Vorgaben und wird laut Prognosen bis 2032 stabil bleiben. In ganz Buxtehude gibt es rund 1670 Grundschüler.

Ortsbürgermeisterin Anja Heckert (SPD) zeigte sich zufrieden, dass der Standort Neukloster nicht mehr infrage steht. „Mit einer organisatorischen Zusammenlegung bei Erhalt beider Standorte können wir leben“, sagte Heckert.

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