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TBuxtehude ist Meister: So feiert der BSV den Aufstieg in die Bezirksliga

Party mit Meisterschale: Der Buxtehuder SV um Kapitän Jeremy Faruke kann feiern wie Bayern München.

Party mit Meisterschale: Der Buxtehuder SV um Kapitän Jeremy Faruke kann feiern wie Bayern München. Foto: Berlin

Nach dem Abpfiff brechen alle Dämme: Bierdusche, Bengalos, Meisterschale. Doch was ist das Erfolgsrezept der Fußballer des Buxtehuder SV?

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Von Daniel Berlin
Samstag, 25.04.2026, 19:55 Uhr

Buxtehude. Nach zwei Jahren in der Kreisklasse und zwei Jahren in der Kreisliga will Buxtehude an diesem Samstagnachmittag feiern. Der Vorsprung auf die Konkurrenz ist immens. Ein Sieg gegen den FC Süderelbe reicht, dann ist der BSV für den Tabellenzweiten Hellas United uneinholbar. Alles ist vorbereitet.

DJ Raw Hit legt vor dem Spiel in der BSV-Kabine auf. Ein Freund der Mannschaft.

DJ Raw Hit legt vor dem Spiel in der BSV-Kabine auf. Ein Freund der Mannschaft. Foto: Berlin

Schon lange vor dem Spiel empfängt DJ Raw Hit die Mannschaft in der Kabine. Der Mann ist ein Freund des Teams. Virtuos mixt Raw Hit die angesagten Beats an seinem Pult in dem engen Raum. Die Jungs strahlen. Einige zücken ihre Handys und machen Videos.

Ehrenpräsident hat die Meister-T-Shirts dabei

Kurz vor dem Abpfiff schleppt der BSV-Ehrenpräsident Wolfgang Watzulik einen Karton mit den Aufstiegstrikots zur Buxtehuder Reservebank. Da hat BSV-Kapitän Jeremy Faruke nach seiner Auswechslung schon freudestrahlend die erste Bratwurst verdrückt. Die Stimmung im Jahnstadion ist gelöst. Zu übermächtig agiert der designierte Meister und Bezirksligaaufsteiger gegen einen harmlosen Gegner.

Das Spiel gegen die dritte Vertretung des FC Süderelbe verläuft einseitig. Der BSV hat von der ersten Minute an die Kontrolle. Nur einmal in der ersten Hälfte entwischt Jeremy Farukes Gegenspieler bei einem Konter. Buxtehudes Keeper Karsten Klintworth muss sich strecken beim Abschluss.

Fadi Hamze erzielt in der fünften Minute das 1:0 für den BSV. Serdar Aydin legt nach 21 Minuten nach. Nach dem Seitenwechsel erhöht Kerem Tan in seinem ersten Spiel bei den Männern. Ein gelungener Einstand. Buxtehude feiert seinen Treffer ausgiebig. Mazlum Tarkocin zum 4:0 und Nikolaos Kalpaktsis zum 5:0 machen den Deckel drauf.

Süderelbe hat keine Chance gegen den BSV

Der BSV spielt geduldig, seriös, hat gefühlt 80 Prozent Ballbesitz. Süderelbe, das im Kampf um den Klassenerhalt jeden Punkt braucht, findet kein Mittel, um die vorzeitige Meister- und Aufstiegsparty zu crashen. Dann pfeift Schiedsrichter Zubeir Ahmadi ab. Fast im selben Moment duscht BSV-Trainer Salim Aichaoui das erste Mal unfreiwillig mit Bier.

Hat mit seinem Team „einen Freundeskreis" geschaffen: BSV-Trainer Salim Aichaoui.

Hat mit seinem Team „einen Freundeskreis" geschaffen: BSV-Trainer Salim Aichaoui. Foto: Berlin

Der Buxtehuder SV trägt gelb beim Feiern. Aufsteiger 2026 steht auf den knalligen T-Shirts. Fans laufen auf den Platz und zünden Bengalos. In Vereinsfarben wabert der Rauch quer durch die feiernden Menschentrauben. Die Spieler nehmen sich in die Arme, jubeln im Kreis. Abwehrkante Ahmed Mhamdi hat noch eine Überraschung.

Normalerweise steht das originalgetreue Duplikat der Meisterschale des Deutschen Fußballbundes in einer Vitrine des Buxtehuder Sponsors buxtrade. Jetzt strecken Mhamdi und seine Kollegen die goldene Trophäe im Jahnstadion in die Höhe. Dass zwischen dem vorzeitig feststehenden Deutschen Meister Bayern München und der Hamburger Kreisliga 2 insgesamt sieben Ligen liegen, juckt in Buxtehude an diesem Nachmittag niemanden. Die Schale besitzt Symbolcharakter.

Damian Nowak war der Trainer des Neustarts

Vor wenigen Jahren noch lag der Buxtehuder Fußball am Boden. In den Niederungen der Kreisklasse startete der BSV einen Neuanfang. Seit 2020 baute der Verein mühsam wieder etwas auf. Damian Nowak war der Trainer der ersten Stunde. Ehrenpräsident Watzulik schwärmt heute noch von Nowaks Engagement. Vor gut zwei Jahren übernahmen Salim Aichaoui und Hasan Ramazanoglu das Sportliche. Die Party am Samstagabend mit Freibier im Stadion soll ein Zwischenstopp sein.

Fans und Spieler tauchen das Jahnstadion in blau-gelben Rauch.

Fans und Spieler tauchen das Jahnstadion in blau-gelben Rauch. Foto: Berlin

Die beiden Trainer fanden im Kader eine Balance zwischen jungen Wilden und erfahrenen Spielern. Eine Mischung, die sich auszeichnen sollte. Einer von den routinierten Akteuren geht, als es am schönsten ist.

BSV-Abwehrspieler Ahmed Mhamdi beendet seine aktive Laufbahn.

BSV-Abwehrspieler Ahmed Mhamdi beendet seine aktive Laufbahn. Foto: Berlin

„Papa, bitte noch 1 Jahr“ steht auf einem T-Shirt, das Ahmed Mhamdi und seine kleine Tochter freudestrahlend in die Kamera halten. Aber Papa hält sein vor gut einem Jahr gegebenes Versprechen. Er beendet seine Karriere. Damals sagte er, er wolle als Meister aufhören. „Erreicht“, sagt Mhamdi. „Was gibt es Besseres?“ Der 35-Jährige kennt das Rezept des Erfolges des BSV.

Das ist das Erfolgsrezept des BSV

„Salim und Hasan haben nicht ein Team aus uns gemacht, sondern eine Familie“, sagt Mhamdi. Er lobt die Harmonie. Er mag den eingeschworenen Haufen. Genau das werde ihm fehlen. Harmonie ist das Stichwort.

„Wir haben von Anfang an versucht, Spieler zusammenzusuchen, mit denen wir uns verstehen. Die auch den Fußball so leben, wie wir ihn leben“, sagt Trainer Aichaoui. Meistens habe das funktioniert. Übrigens steht der BSV in der Kreisliga auch in der Fairness-Tabelle auf Platz eins. Lediglich 42 Gelbe Karten stehen in der Statistik.

In Buxtehude spiele ein Freundeskreis Fußball, sagt der Trainer. Aichaoui und seine Mitstreiter fanden Mittel und Wege, alle bei Laune zu halten. Bis die Stimmung am Samstagnachmittag im positiven Sinne eskaliert.

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