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Wohnungspolitik

TBuxtehude zündet den „Bauturbo“: Antworten auf die wichtigsten Fragen

Das Bild zeigt den Bau eines Mehrfamilienhauses Im Baugebiet Orchideenquartier in Buxtehude.

Das Bild zeigt den Bau eines Mehrfamilienhauses Im Baugebiet Orchideenquartier in Buxtehude. Foto: Sulzyc

Der „Bauturbo“ soll Wohnungsbau beschleunigen. Die Buxtehuder Politik hat jetzt Regeln empfohlen. Ein Punkt ist umstritten.

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Von Thomas Sulzyc
Donnerstag, 11.06.2026, 05:50 Uhr

Buxtehude. Der Buxtehuder Ausschuss für Stadtentwicklung hat in einer gemeinsamen Sitzung mit den Ortsräten Neukloster und Hedendorf einstimmig einen Leitfaden für die Umsetzung des sogenannten „Bauturbos“ empfohlen.

Den Buxtehuder „Bauturbo“ erklärt das TAGEBLATT in Antworten auf acht zentrale Fragen.

1. Was ist mit dem Begriff „Bauturbo“ gemeint?

Der Bundestag hat am 9. Oktober 2025 den Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Wohnraumsicherung gebilligt. Dieses Gesetz wird kurz „Bauturbo“ genannt.

2. Welche Ziele soll der „Bauturbo“ erreichen?

In Deutschland fehlen Hunderttausende Wohnungen. Dennoch dauern Bebauungsplanverfahren manchmal mehrere Jahre. Damit schneller und weniger bürokratisch gebaut werden kann, hat der Bundestag den „Bauturbo“ beschlossen.

Städte und Gemeinden können zusätzliche Wohnungen bereits nach einer dreimonatigen Prüfung zulassen. In diesen Fällen sind Aufstellungen oder Änderungen von Bebauungsplänen nicht mehr notwendig. Das gilt befristet bis 31. Dezember 2030.

3. Warum hat Buxtehude einen eigenen „Bauturbo“?

Weil Städte und Gemeinden für Baugenehmigungen zuständig sind, dürfen sie jeweils eigene, unterschiedliche Regeln zur Umsetzung des „Bauturbos“ beschließen.

Buxtehude wolle das Instrument „Bauturbo“ nutzen, sagt Stadtbaurätin Michaela Springhorn. „Wir wollen aber selbst bestimmen, wo es langgeht, wir wollen das steuern“, sagt Buxtehudes Stadtplanerin Annette Mojik-Schneede.

4. Dürfen Investoren jetzt überall in Buxtehude bauen?

Nein. Buxtehude erlaubt die Anwendung des „Bauturbos“ nur auf im Konzept vorgesehenen Flächen, die zur Nachverdichtung und zur Ergänzung vorgesehen sind. Nicht erlaubt ist das Bauen von Wohnungen in Industrie- und Gewerbegebieten, in Natur- und Landschaftsschutzgebieten.

Auch wer keine neuen Wohneinheiten errichten will, sondern lediglich Anbauten und Erweiterungen am vorhandenen Wohnraum, erhält keine Genehmigung nach dem „Bauturbo“. „Keiner hat das Recht, den Bauturbo vor Gericht einzuklagen“, sagt Annette Mojik-Schneede.

5. Wie viele Wohnungen könnte der „Bauturbo“ bringen?

Nach Einschätzung der Verwaltung könnten auf den im Buxtehuder „Bauturbo-Konzept“ vorgesehenen Flächen bis zu 600 zusätzliche Wohnungen entstehen. Das Konzept sieht Grundstücke überall im Stadtgebiet vor, zum Beispiel in Hedendorf, Neukloster, Eilendorf, Immenbeck, Ottensen, Dammhausen oder Daensen.

6. Könnten Spekulanten den „Bauturbo“ ausbremsen?

Damit nach dem „Bauturbo“ genehmigte Projekte auch wirklich umgesetzt werden, erfolgt in Buxtehude keine erneute Zustimmung der Stadt, wenn Investoren nicht innerhalb der drei Jahre bauen. Baugenehmigungen werden nicht verlängert. Damit will die Stadt verhindern, dass Bauprojekte unnötig lange aufgeschoben werden, und der Spekulation mit Grundstücken vorbeugen.

7. Bringt der „Bauturbo“ auch preisgünstige Wohnungen?

Zumindest ist das ein Ziel. Der Buxtehuder „Bauturbo“ sieht deshalb bei Bauvorhaben eine Quote für sogenannte bezahlbare Wohnungen vor.

Das bedeutet: Bei Vorhaben ab insgesamt acht Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern müssen mindestens 30 Prozent der neu entstehenden Wohnungen als geförderter beziehungsweise mietpreisgebundener Wohnraum entstehen.

Diese Quote bereits bei kleinen Mehrfamilienhäusern hat die SPD mit einem Antrag im Stadtentwicklungsausschuss durchgesetzt. Ursprünglich sollte die 30-Prozent-Quote erst bei Vorhaben ab 16 Wohneinheiten gelten.

Die CDU hat Bedenken: Die Pflicht zu 30 Prozent mietpreisgebundenen Wohnungen auch bei kleineren Mehrfamilienhäusern könnte Investoren abhalten. Niels Kohlhaase (CDU): „Die Quote könnte bewirken, dass gar nicht gebaut wird.“

8. Ist der „Bauturbo“ beschlossene Sache?

Nein, das letzte Wort hat der Buxtehuder Stadtrat. Dort dürfte es noch einmal um die Quote für mietpreisgebundene Wohnungen gehen.

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