TBuxtehuder Gilde: Das Schwarze Rott stellt Vogelkönig und Papageienkönig
Dienstagsmajestäten 2026: Papageienkönig Sascha Tiedemann (links) und Vogelkönig Nils Hansmann. Foto: Felsch
Bevor endgültig Schluss ist, vergibt die Buxtehuder Gilde von 1539 - immer am Dienstagnachmittag - noch einmal zwei wichtige Titel.
Buxtehude. Um etwa 14.30 Uhr standen die Dienstagsmajestäten fest: Papageienkönig ist Sascha Tiedemann, der 1. Kommandeur des Schwarzen Rotts und Schützenkönig der Buxtehuder Gilde von 2019. Gegen zwölf Konkurrenten hat sich der 41-Jährige mit Bravour durchgesetzt. „Ein sehr gutes Ergebnis“, lobte auch der 1. Vorsitzende Reinhard Meier, der sich nach dem letzten Schießen in dieser Saison sein erstes Bier im Gildehaus gönnte.
„Während des gesamten Schützenfestes habe ich keinen Tropfen Alkohol getrunken“, verrät er. Der Grund: Die Aufgaben des Präsidenten erforderten eine Menge Disziplin und Aufmerksamkeit, vor allem, wenn man das Amt noch nicht allzu lange ausübe, meinte Meier, der am Dienstag froh war, dass alles so gut geklappt hat.
Der beste Schütze wird Papageienkönig
Auch Sascha Tiedemann lebt - wie viele andere in der Gilde - das Schützenwesen. Seine Ehefrau und selbst die erst zweijährige Tochter sind Mitglied der Gilde. Der Berufsoffizier, stationiert in Strausberg bei Berlin, bezeichnet sich selbst aber nicht als herausragenden Sportschützen, sondern wiegelt bescheiden ab - angesprochen auf seine Schießkünste.
Trotzdem hat er es geschafft, den Papagei zu Fall zu bringen, was ihm natürlich zuallererst die Begeisterung seiner Kameraden des Schwarzen Rott einbringt.
Textsicher, gut gelaunt und lautstark singt er mit dem zweiten Würdenträger an diesem Tag, Nils Hansmann, die Schützenlieder mit, nachdem er ihm geholfen hat, die Vogelkönigskette umzuhängen. Er freut sich, dass er Papageienkönig geworden ist, aber auch, dass die zweite Dienstagsmajestät aus dem Schwarzen Rott stammt. Das ist nicht selbstverständlich und bringt ihnen auch ein kleines bisschen Neid der anderen Rotts ein. „Stellen Sie das Licht der Kamera doch bitte mal so, dass die schwarzen Anzüge grau auf dem Bild erscheinen“, mischt sich ein Mitglied des Grauen Rotts beim Fototermin ein.
Die Gilde ist gelebte Gemeinschaft
Nur ein Späßchen, mit denen sie sich gegenseitig aufziehen. Denn im Grunde halten die verschiedenen Rotts alle fest zusammen. Die Gilde, das ist gelebte Gemeinschaft, unterstreicht auch Nils Hansmann.

Freuen sich über ihre Würden: Papageienkönig Sascha Tiedemann und Vogelkönig Nils Hansmann. Foto: Felsch
Der 45-Jährige kommt wie Sascha Tiedemann aus Buxtehude und ist seit einem Vierteljahrhundert stolzes Mitglied der Gilde. Nach seiner fünfjährigen Jungschützenzeit stand die Frage im Raum, in welches Rott er gehen sollte. „Ich habe mich für das Schwarze Rott entschieden und es bis heute nicht bereut. Das ist eine super sympathische Truppe“, sagt der Mann, der in einer Werft in Wilhelmsburg arbeitet. An der Gilde schätzt er den Zusammenhalt, das fröhliche Miteinander, dass man immer wieder neue, nette Leute kennenlerne und alte Bekannte wiederträfe. „Einen kenne ich noch aus dem Kindergarten.“
Schützenfest bedeutet für ihn in erster Linie zusammen Spaß haben. Feiern und Schießen halten sich bei ihm die Waage. Nils Hansmann nimmt gern an der Winterrunde teil, sieht sich aber nicht als ambitionierten Sportschützen. Zwei seiner Onkel sind ebenfalls Schützen - im Schützenverein Ovelgönne, erzählt der Fahnenträger, der 2026 zum zweiten Mal den Vogel zu Fall gebracht hat.
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