TBuxtehuder Innenstadt im Wandel: Leerstand und neue Läden
Ein hartnäckiger Leerstand endet: In das ehemalige Ladengeschäft von Juwelier Luttmer zieht das Geschenkartikelunternehmen Nanu-Nana ein. Foto: Sulzyc
Die Ladenlandschaft in Buxtehude verändert sich. Gibt es zu viel Leerstand? Die Zahlen geben eine überraschende Antwort.
Buxtehude. Die Lange Straße zwischen dem Modehaus Stackmann und dem historischen Rathaus gilt als hervorragende Lage für Geschäfte in Buxtehude. Deshalb fiel der seit 2024 andauernde Leerstand im früheren Ladengeschäft von Hanse Juwelier Luttmer besonders auf.
Die empfindliche Lücke wird bald ein Einzelhandelsunternehmen schließen: Die auf preiswerte Geschenk- und Dekoartikel spezialisierte Kette Nanu-Nana eröffnet am 20. Februar eine Filiale in dem ehemaligen Juweliergeschäft.
Trend geht zu Essen und Trinken
Dass sich ein Einzelhandelsunternehmen in der Buxtehuder Innenstadt ansiedelt, ist nicht selbstverständlich. Denn überall in den Innenstädten in Deutschland zeichnet sich ein Wandel ab: Einzelhändler verlieren ihre dominierende Rolle - Angebote von Essen und Trinken gewinnen an Bedeutung.
Allerdings gilt der Einzelhandel in Buxtehude noch als besonders robust. Das ist auch dem expandierenden Unternehmen Nanu-Nana aufgefallen: „Der Einzelhandel in Buxtehude zeichnet sich unserer Recherche nach durch eine hohe Kaufkraft und eine attraktive, historische Innenstadt aus“, begründete eine Unternehmenssprecherin dem TAGEBLATT gegenüber die Entscheidung für einen Standort in Buxtehude.

Der Geschenkartikelhändler Nanu-Nana ist bereits in der Stader Altstadt mit einer Filiale vertreten. Foto: Sulzyc
Mehr als 300 Filialen betreibt das 1972 gegründete Nanu-Nana nach eigenen Angaben, davon eine in der Hansestadt Stade. Dabei handelt es sich um ein inhabergeführtes Familienunternehmen mit Sitz in Oldenburg. Eigentümer ist die Unternehmerfamilie Hoepp.
Buxtehudes Innenstadt ist im Wandel. Weniger prominent gelegen als Nanu-Nana, neigt sich anderer Leerstand weitgehend unbemerkt offenbar dem Ende entgegen.
Schuhmacher geht - Shisha Bar folgt
Verdeckt hinter Papier an den Schaufensterscheiben hat der Umbau des früheren Schuhmacherbetriebs Hacken-Helmut begonnen. Die Adresse Zwischen den Brücken bildet einen Eingang zur Altstadt.
Ein Bauschild an der Schaufensterscheibe verrät die Nachnutzung des traditionellen Handwerkbetriebs: Eine Shisha-Bar ist demnach dort vorgesehen. Antragsteller ist ein Mann aus Buxtehude.
Die Entwicklung zu zusätzlichen gastronomischen Angeboten zeigt sich auch in der Fußgängerzone in der Breiten Straße. Nur kurzfristig war der Leerstand nach dem Ende des Fachgeschäfts Kokopelli, einem Spezialisten für Modeaccessoires.
Nachbar Süße Sünde, ein Gastronomiebetrieb, übernimmt die frühere Kokopelli-Fläche und baut seinen auf Softeis und Waffeln spezialisierten Laden aus.
„Dänisches Softeis - Süße Sunde wächst - für mehr Auswahl, mehr Genuss und mehr Wow“, verkündet der Betreiber auf einem Aushang an der Schaufensterscheibe. Ein voraussichtliches Eröffnungsdatum nennt er nicht. Zurzeit werde der Laden renoviert.
Woanders in der Innenstadt hält sich Leerstand hartnäckig: An der Lücke im Rathausquartier entlang der Langen Straße deutet sich keine Veränderung an: Die drei nebeneinander liegenden, leer stehenden Ladengeschäfte dort sind Buxtehudes auffälligster Leerstand.
Eine Nachnutzung der früheren Metzgerei Fleischerjungs, des E-Zigaretten-Geschäfts Hanse Dampfer und des Buxtehuder Wein und Genuss Kontors zeichnet sich noch nicht ab.

Die Deutsche Bank baut ihre Filiale in der Fußgängerzone in Buxtehude ab. Foto: Sulzyc
Wie bereits im vergangenen Jahr angekündigt, gibt die Deutsche Bank den Standort Buxtehude auf. Am vergangenen Freitag baute Deutschlands größtes Geldhaus den Namenszug an der Filiale an der Langen Straße ab. Eine Nachnutzung der 495 Quadratmeter großen Fläche (Verkaufsfläche: 315 Quadratmeter) ist bisher nicht bekannt.
Keinen Anlass zum Optimismus bietet ein Aushang am Schaufenster eines alteingesessenen Fachhandels an der Straße Zwischen den Brücken: Auf unbestimmte Zeit bleibe das Geschäft geschlossen, verkündet darauf die Goldschmiede Funk. Private Gründe seien dafür ausschlaggebend.
Wie schlimm ist der Leerstand wirklich?
Neue Läden kommen, andere Ladengeschäfte stehen leer - ein unübersichtliches Bild, das in Bewegung ist. Wie schlimm ist der Leerstand ist Buxtehudes Innenstadt wirklich?
Innerhalb von drei Jahren hat sich die Leerstandsquote verdoppelt: Von 1,55 Prozent im Jahr 2024 auf 3,13 Prozent im Jahr 2026 - das hat die Wirtschaftsförderung der Stadt Buxtehude ermittelt. „Das bedeutet eine signifikante Steigerung - auch in Premiumlagen“, sagt Buxtehudes Wirtschaftsförderin Kerstin Maack.

Buxtehudes Wirtschaftsförderin Kerstin Maack: „Von 44.000 Quadratmetern Gesamtverkaufsfläche stehen 1387 Quadratmeter leer." Foto: Richter
Dennoch sei das ein Leerstand auf niedrigem Niveau. Selbst fünf bis sieben Prozent Leerstand gelten noch als gesund.
Von etwa 44.000 Quadratmetern Verkaufsfläche in der Buxtehuder Innenstadt (davon allein 15.000 Quadratmeter beim Modehaus Stackmann) stehen laut Wirtschaftsförderung lediglich 1387 Quadratmeter leer. Dabei handelt es sich um elf freie Ladenflächen - sieben davon seien im Wandel.
In der Regel verzeichneten Innenstädte im Januar die größten Leerstandsquoten, sagt Kerstin Maack. Der Grund: Mietverträge endeten häufig zum Jahresende. Im Laufe des Jahres würden Neuvermietungen die Leerstandsquote verringern.

Das Fachwerkhaus Lange Straße 9 (Mitte) geht bis auf das Jahr 1581 zurück. Nach einer Sanierung hat die Vermarktung des Ladengeschäfts im Erdgeschoss begonnen. Foto: Sulzyc
Wie ein Vertrauensbeweis in den Einzelhandelsstandort Buxtehude wirkt eine sanierte Ladenfläche, die vor kurzem in die Vermarktung gegangen ist: Das Büro Lieblingsplatz Immobilien bietet einen 86 Quadratmeter großen Laden mit 69 Quadratmetern Verkaufsfläche in dem denkmalgeschützten Fachwerkhaus an der Langen Straße 9 an. Verfügbar ab 1. Mai.
Sinkende Ladenmieten können als Zeichen für eine sinkende Attraktivität eines Einzelhandelsstandorts gelten: Bei der verlangten Ladenmiete von 27,90 Euro pro Quadratmeter jedenfalls kann davon nicht die Rede sein.
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