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TBuxtehudes neues Storchenpaar und sein ungewöhnliches Domizil

Ein neues, bisher nicht registriertes Storchenpaar hat sich ein Nest auf dem Reetdach des Hundehofs Ovelgönner Moor im Vogelschutzgebiet Buxtehude gebaut.

Ein neues, bisher nicht registriertes Storchenpaar hat sich ein Nest auf dem Reetdach des Hundehofs Ovelgönner Moor im Vogelschutzgebiet Buxtehude gebaut. Foto: Bée

Im Vogelschutzgebiet in Buxtehude nistet ein Storchenpaar dort, wo am meisten Trubel herrscht: auf einem Hundehof. Wie vertragen sich die Tiere?

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Von Thomas Sulzyc
Donnerstag, 28.05.2026, 11:15 Uhr

Buxtehude. Eine überraschende Bauplatzwahl hat ein neu nach Buxtehude gezogenes Storchenpaar getroffen. Den Horst, so heißt in der Fachsprache das Storchennest, errichtete es auf dem Reetdach des Hundehofs Ovelgönner Moor.

Das ist verblüffend, da sich Hunde und Störche gemeinhin nicht gut vertragen. Der große flatternde Vogel wecke den Jagdinstinkt des Hundes. Der Storch sehe in dem Hund eine Bedrohung.

Auf dem Hundehof Ovelgönner Moor leben Hunde und Störche offenbar unbeeindruckt voneinander friedlich miteinander. Inhaberin Rabea Bée steht vor dem Reetdachhaus, auf dem sich ein Weißstorchenpaar ein Nest gebaut hat.

Auf dem Hundehof Ovelgönner Moor leben Hunde und Störche offenbar unbeeindruckt voneinander friedlich miteinander. Inhaberin Rabea Bée steht vor dem Reetdachhaus, auf dem sich ein Weißstorchenpaar ein Nest gebaut hat. Foto: Sulzyc

15 bis 20 Hunde halten sich regelmäßig in der Hundepension auf - zur Tages- oder Urlaubsbetreuung oder, weil sie dort leben. Unbeeindruckt davon zeigt sich das Storchenpaar. Und ideal sind die übrigen Bedingungen ihres Lebensraums: Mitten im Vogelschutzgebiet findet es offene Kulturlandschaften mit Feuchtwiesen, Fließgewässern, Weiden und Wiesen - wie Störche es lieben.

Furcht vor den Gästen der Hundepension haben die Weißstörche offenbar nicht. „Wir haben den Storch auch bei uns im Garten laufen sehen“, sagt Rabea Bée, Inhaberin des Hundehofs. Gräser und Moos zum Nestbau habe der imposante Schreitvogel am Boden gesammelt.

So reagieren die Hunde auf die Störche

Gelassen zeigen sich die Hunde. Allenfalls mit dem typischen, hölzernen Klappern des Schnabels wecken die Störche auf dem Dach für einen Moment noch das Interesse der Vierbeiner am Boden.

Einen gehörigen Anteil an dem friedlichen Miteinander haben offenbar Rabea Bée und ihre Mitarbeiterin. „Den Hunden bringen wir bei, dass die Störche nun zu uns gehören und hier leben“, sagt die Chefin der Hundepension. Offenbar mit Erfolg: Auf dem Hundehof lebten Störche und Hunde in friedlicher Koexistenz.

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Warum die Störche sich ausgerechnet in der Nähe von Hunden niedergelassen haben, dazu hat Rabea Bée eine eigene Theorie: „Vielleicht wissen die Störche, dass Hunde ihnen Schutz vor Waschbären oder Marderhunden bieten“, sagt sie.

Natürliche Feinde haben Altstörche kaum. Stehend ist der Vogel etwa 80 Zentimeter groß. Eine beeindruckende Flügelspannweite bis zu zwei Meter hat er. Für Eier und Küken sind Krähen und Greifvögel eine Gefahr, weil sie unbewachte Nester plündern. Auch Marder klettern in unbewachte Nester, um Eier und kleine Jungstörche zu fressen.

Störche bauen gerne Nester auf Gebäuden

Im Vogelschutzgebiet hätte es einsamere Bauplätze gegeben. Die beiden Störche wählten aber einen Ort, an dem Menschen leben. Das ist nicht ungewöhnlich: Weißstörche halten sich nach Angaben des Naturschutzverbandes NABU häufig in unmittelbarer Nähe des Menschen auf. Gerne bauen sie ihre Nester auf Gebäuden.

Dass Störche auf Reetdächern ihre Nester bauen, sei noch vor 50 Jahren der Normalfall im Landkreis Stade gewesen, sagte Gert Dahms, Storchbetreuer im NABU-Kreisverband Stade, dem TAGEBLATT. Dieses Verhalten habe sich allerdings sehr geändert. Inzwischen brüten Störche auf von Storchfreunden aufgestellten Storchmasten mit behördlicher Baugenehmigung - oder auf intakten Strommasten.

Horst auf einem Strommast an den Bahngleisen

Im Buxtehuder Ortsteil Neukloster kommen Störche nach Angaben eines Anwohners seit Jahren regelmäßig zum Brüten zu ihrem Horst an einem ungewöhnlich anmutenden Ort: auf einem Strommast unmittelbar an den Bahngleisen.

Ein Storch sei an der Hochspannungsleitung ums Leben gekommen, erzählt der Anwohner. Aber der andere Vogel des ursprünglichen Paares habe inzwischen einen neuen Partner gefunden. Die Züge donnerten unter ihnen vorbei; das störe die Störche nicht, sagt der Anwohner.

Ein Storchenpaar nistet in einem Horst auf einem Strommast entlang der Bahngleise in Neukloster.

Ein Storchenpaar nistet in einem Horst auf einem Strommast entlang der Bahngleise in Neukloster. Foto: Dogan

Das Storchenpaar auf dem Hundehof Ovelgönner Moor war den beiden Storchbetreuern im NABU Stade, Gert Dahms und Klaus-Dieter Wiegel, bisher nicht bekannt. Es ist nicht registriert. Wo sich das Paar gefunden hat, wisse niemand.

„Wenn man am Haus steht, hört man das Geräusch der schwingenden Flügel“, erzählt Rabea Bée vom Zusammenleben mit den neuen Bewohnern. Auch das Klappern sei schön.

Das Foto zeigt einen der beiden Weißstörche in dem Horst auf dem Dach des Hundehofs Ovelgönner Moor. Weißstörche bauen ihre Nester gerne auf Dächern. Stehend ist ein Storch etwa 80 Zentimeter hoch.

Das Foto zeigt einen der beiden Weißstörche in dem Horst auf dem Dach des Hundehofs Ovelgönner Moor. Weißstörche bauen ihre Nester gerne auf Dächern. Stehend ist ein Storch etwa 80 Zentimeter hoch. Foto: Sulzyc

Ungefragt haben die Störche den Horst gebaut. Einen Reetdachdecker hat Rabea Bée zu Rate gezogen. Antwort: Das Nest auf dem Dach sei kein Problem. Hintergrund: Ein frisches Storchennest wiegt fast 100 Kilo. Aber weil Störche ihre Nester über viele Jahre hinweg nutzen und jedes Jahr erweitern, können seit Jahren genutzte Nester ein Gewicht von 1.200 Kilo erreichen.

In das Nest hoch auf dem Dach könnte Rabea Bée nicht hineinschauen. Aber aus dem gesamten Verhalten sei zu erkennen, dass das Storchenpaar brütet. In zwei bis vier Wochen, schätzt sie, werde es Nachwuchs zur Welt bringen.

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