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Fußball

TD/A holt sich Stürmer, der schon als Profi für den HSV getroffen hat

Tom Sanne hat in seiner Laufbahn bereits Höhen und Tiefen erlebt.

Tom Sanne hat in seiner Laufbahn bereits Höhen und Tiefen erlebt. Foto: WITTERS

Die Trainer Tim Walter und Steffen Baumgart haben ihn beim HSV einst aussortiert. Jetzt wechselt der torgefährliche Mittelstürmer zur SV Drochtersen/Assel.

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Von Daniel Berlin
Donnerstag, 28.05.2026, 08:05 Uhr

Drochtersen. Der 22-jährige Tom Sanne wechselt vom SV Wacker Burghausen aus der Regionalliga Bayern zur SV Drochtersen/Assel. Dies gab D/A am Mittwoch bekannt. Sanne hat seinen bis Sommer 2027 laufenden Vertrag zugunsten von D/A vorzeitig aufgelöst. Der 1,72 Meter große Mittelstürmer kennt den Norden der Republik bestens.

Sanne kommt aus Hamburg. Vom Niendorfer TSV wechselte er 2019 ins Nachwuchsleistungszentrum des FC St. Pauli und später zum Hamburger SV. Der HSV lieh Sanne zwischenzeitlich nach Hannover 96 II und zum niederländischen Zweitligisten FC Dordrecht aus. Vor einem Jahr verschlug es Sanne schließlich nach Burghausen.

Sanne traf schon in der 2. Bundesliga

In der Statistik des Torjägers stehen zwei Einsätze für den HSV in der 2. Fußball-Bundesliga, 17 Spiele für Hannover 96 II in der 3. Liga, 86 Regionalligaeinsätze und insgesamt 40 Tore in den Ligen zwei bis vier. In der Saison 2023/2024 wurde Sanne mit 24 Treffern Torschützenkönig in der Regionalliga Nord.

Gegen seine künftigen Kollegen aus Drochtersen hatte Sanne damals jeweils in der Startelf gestanden, aber nicht getroffen. Mehrfach trainierte Sanne bei den HSV-Profis. Er traf sogar bei seinem Bundesligadebüt 2022 gegen den 1. FC Magdeburg, ging mit 18 Jahren, sechs Monaten und zehn Tagen als jüngster HSV-Torschütze in der zweiten Liga in die Vereinsgeschichte ein und stand kurz davor, den Durchbruch zu schaffen. „Vielleicht muss man mal auf die Fresse fallen, um erfolgreich zu werden“, sagt Sanne heute.

Denn die damaligen HSV-Trainer Tim Walter und später Steffen Baumgart bauten auf andere Stürmer. Robert Glatzel, András Németh, später Otto Stange. Und auch Ransford Königsdörffer konnte auf dieser Position spielen. Tom Sanne passte nicht ins Offensivsystem. „Das ist kein gutes Gefühl“, sagt Sanne. Die Zeit sei hart gewesen.

Neuzugang mag die familiäre Atmosphäre

„Ich brauche einen Trainer, der auf mich setzt.“ Eine erfolgreiche Fußballkarriere sei auch Glückssache. Ein junger Fußballer müsse Förderer haben. Bei seinem letzten Verein in Burghausen sah Sanne auch keine Perspektive. „Ich will nicht immer gegen eine Wand ankämpfen“, sagt Sanne. Jetzt also Drochtersen.

Tom Sanne mag das Familiäre. Der 22-Jährige mag, was D/A vorhat. Das Projekt. Der Verein aus Kehdingen greift sehr wahrscheinlich auch in der kommenden Saison den Aufstieg in die 3. Liga und den Landespokalsieg an. Die Ziele hat D/A noch nicht öffentlich formuliert, aber tiefer stapeln als im vergangenen Jahr, kann Drochtersen eigentlich nicht.

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Dass sich jeder versteht, also Harmonie, sei „ein großer Schritt für den Erfolg“, sagt Sanne. Spieler benötigten Vertrauen. Sanne sagt, dass er die Schattenseiten des Fußballs kennengelernt habe. „Das Fußballgeschäft hat auch eklige Seiten“, meint Sanne. Den Traum vom großen Durchbruch habe er aber längst noch nicht aufgegeben.

Tom Sanne hat die Saison der Regionalliga Nord und die Vizemeisterschaft seines künftigen Vereins interessiert verfolgt. Die Niederlage der Drochterser im Landespokalfinale gegen den SSV Jeddeloh sah er am Fernseher im Livestream. D/A-Sportdirektor Sören Behrmann trat mit Sannes Berater in Kontakt und beschäftigte sich intensiv mit dem Mittelstürmer.

1,72 groß: Trotzdem guter Kopfballspieler

„Andere sehen, dass bei D/A etwas passiert“, sagt Behrmann. Sanne überzeugte demnach offenbar das Gesamtpaket aus sportlichen Zielen und infrastruktureller Entwicklung bei D/A. Der Neuzugang schätzt, dass nur wenige Spieler den Verein verlassen und D/A im Umfeld etwas aufbaut.

„Tom schießt viele Tore in der Box. Er ist sehr abschlussstark“, sagt Behrmann. Außerdem sei Sanne trotz seiner verhältnismäßig kleinen Körpergröße ein guter Kopfballspieler. Daran hat Sanne jahrelang gearbeitet. „Ich bin klein. Ich muss halt höher springen“, sagt Sanne. Das Kopfballpendel im heimischen Garten war entsprechend im Dauereinsatz.

Sein Debüttor im Profifußball machte er mit dem Kopf. Dennoch setzten viele seiner Trainer auf größere Spieler. Jetzt nimmt Sanne in Drochtersen einen neuen Anlauf.

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