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Fußball

TD/A im TV: Verband verkauft Medienrechte - Stream kostet bald Geld

Die Livestreams aus den Stadien der Regionalliga-Nord sollen ab der nächsten Saison professioneller werden.

Die Livestreams aus den Stadien der Regionalliga-Nord sollen ab der nächsten Saison professioneller werden. Foto: Berlin

Manuelle Kameraführung, Kommentatoren, Interviews nach dem Abpfiff. Die TV-Bilder aus der Regionalliga sollen besser werden. Das sagt D/A-Präsident Gooßen zu den Plänen.

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Von Daniel Berlin
Mittwoch, 29.04.2026, 05:50 Uhr

Drochtersen. Der Norddeutsche Fußballverband hat die Medienrechte für die Regionalliga Nord ab der Saison 2026/2027 an die Leagues GmbH verkauft. Dies gab der Verband in einer Pressemitteilung bekannt. Demnach sollen alle 18 Vereine zugestimmt haben. Im Kern geht es dabei um die bewegten Bilder von den Spieltagen.

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„Die Leagues GmbH aus Stuttgart erhält den Zuschlag für die exklusive Live-Übertragung aller 306 Spiele der Regionalliga Nord“, teilt der Verband mit. Das Unternehmen soll „durch die Zusammenarbeit mit dem DFB und anderen Verbänden über umfangreiche Erfahrungen im Bereich der professionellen Sportübertragung“ verfügen. Auch der Präsident des Regionalligisten SV Drochtersen/Assel, Rigo Gooßen, hat dem Konzept zugestimmt.

Sponsoren präsentieren sich im TV

„Für die Vereine ist es wichtig, dass die Übertragungen hundertprozentig funktionieren“, sagt Gooßen. Das sei in der Vergangenheit nicht immer so gewesen. Die Livestreams seien zudem wichtig für die Sponsoren, so Gooßen. D/A wird in Zukunft LED-Banden am Spielfeldrand installieren. Das gibt schöne Fernsehbilder.

Bisher konnten sich Fußballfans im Internet unter www.nordfv.tv registrieren und die mehr oder weniger professionell gemachten Livestreams der Spiele kostenlos sehen. Die Heimmannschaften stellten Kommentatoren. Zwischen 1500 und 3500 Menschen schauten sich die Drochterser Heimspiele in der vergangenen Saison am Bildschirm an. Ab der nächsten Saison werden die Livestreams Geld kosten.

Der Verband spricht dabei von flexiblen Bezahlmodellen, von Einzelspielen bis hin zu Saisonpässen. Genaue Kosten will der Verband vor dem Start der nächsten Saison bekanntgeben. Der Verbraucher soll laut Pressemitteilung auch mehr für sein Geld bekommen.

Anbieter will Interviews nach dem Abpfiff

Angedacht sind demnach „eine höhere Produktionsqualität und zusätzliche Inhalte“. Geplant seien ausschließlich manuelle Live-Streams inklusive Kommentierung sowie eine schnelle Aufbereitung von Highlights, Interviews und weiteren Inhalten für digitale Kanäle. Ziel sei es, die mediale Präsentation der Liga weiter zu professionalisieren und gleichzeitig nachhaltig wirtschaftlich abzusichern.

Präsident Rigo Gooßen: „Für die Vereine ist es wichtig, dass die Übertragungen hundertprozentig funktionieren“

Präsident Rigo Gooßen: „Für die Vereine ist es wichtig, dass die Übertragungen hundertprozentig funktionieren“ Foto: Struwe (nomo)

„Der Verkauf der Medienrechte ist der logische nächste Schritt in der Weiterentwicklung der Regionalliga Nord. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Finanzierung der medialen Abbildung der Liga allein über Sponsoringeinnahmen nicht tragfähig ist“, sagt Ralph-Uwe Schaffert, Präsident des Norddeutschen Fußball-Verbandes. Die Vereine selbst sollen von dem neuen Konzept profitieren.

So verdienen die Vereine am neuen Konzept

Ein zentraler Bestandteil der neuen Vereinbarung sei die finanzielle Entlastung der Vereine. Die Erlöse aus dem Medienrechtevertrag fließen demnach in erster Linie an die Clubs der Regionalliga Nord. Konkret heißt das: „Die Verteilung erfolgt über ein Modell mit einem festen Sockelbetrag für alle Vereine sowie einer variablen Komponente, die sich an der tatsächlichen Zuschauernachfrage orientiert“, teilt der Verband mit.

Dies seien keine Unsummen, verrät D/A-Präsident Gooßen. Vielleicht 15.000 oder 20.000 Euro. Die SV Drochtersen/Assel steht bei den Zuschauerzahlen mit knapp über 1000 Menschen im Schnitt pro Heimspiel auf Platz sechs der Regionalligatabelle. Am meisten Fans (7226) pilgern in die Hänsch-Arena des SV Meppen.

Allerdings müsste D/A für die zusätzlichen TV-Geld-Einnahmen wohl auch etwas mehr Aufwand bei den Heimspielen betreiben. Bislang sei angedacht, dass die Vereine selbst weiter die Kommentatoren stellen, die nach Abpfiff auch Interviews führen.

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