TDeshalb verliert die SV D/A das Spitzenspiel bei Weiche Flensburg
Erolind Krasniqi zirkelt den Ball gefühlvoll über die D/A-Mauer. Allerdings stehen dort auf der rechten Seite die kleinsten Spieler aus dem Drochterser Kader. Foto: Jan Kirschner
D/A verliert in Flensburg. Der Teufel steckt dabei im Detail. Die Pleite im Spitzenspiel ist eine Niederlage in vier Phasen. Von Dominanz bis Orientierungslosigkeit.
Drochtersen. Die Drochterser Erfolgsserie ist beim Tabellenführer SC Weiche Flensburg am Freitagabend gerissen. D/A verlor das Spitzenspiel in der Fußball-Regionalliga Nord vor 1540 Zuschauern mit 0:3. Trainer Oliver Ioannou fackelte nicht lange mit der Aufarbeitung der Niederlage. Bereits am Samstagmorgen stand das nächste Training an. Wenige Stunden nach der Rückkehr aus Flensburg.
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Die erste Niederlage nach sieben Siegen und einem Remis in Serie geriet zu einer Niederlage in vier Phasen.
Phase 1: Drochterser Dominanz
Bis zur 33. Minute agierte D/A in Flensburg weitestgehend überlegen. Die Mannschaft kontrollierte den Gegner, das Tempo, das Spiel. D/A unterband das gefürchtete Konterspiel der Flensburger. Es war schon überraschend, dass die Gastgeber, die in der laufenden Saison viel Wucht in der Offensive zeigten, den Drochtersern den Ball überließen. Allerdings generierte D/A zu wenig Ertrag.
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Tom Sanne, Niclas Dühring und Alla Aid Hamid vergaben die besten Gelegenheiten. Sannes Schuss landete im Block, Dührings Schuss aus der Distanz an der Latte, Hamids Kopfball auf den Fäusten von Weiche-Keeper Ronny Seibt.
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„Wir haben keine guten Entscheidungen getroffen“, sagt Ioannou mit ein paar Stunden Abstand und nach der ersten Analyse. Die letzte Präzision im Abschluss habe gefehlt, die letzte Präzision im Passspiel in der gefährlichen Zone.
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Nur einmal verlor D/A in dieser Phase kurz den Überblick. In der 23. Minute traf Marcel Cornils nach einem Konter knochenfrei vor D/A-Keeper Jesper Heims Tor nur den Pfosten.
Phase 2: Flensburger Momente
„Es sind diese beiden Momente, die uns zurückgeworfen haben“, sagt Ioannou. D/A habe „nicht wesentlich schlechter“ gespielt. Beim 0:1 in der 33. Minute kam Cornils ungehindert in Schussposition. 20 Meter Torentfernung. Gute Schusstechnik. Einschlag unten links. Zweite Chance, erstes Tor. Das 0:2 nervte Ioannou noch viel mehr.
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Die D/A-Defensiven rissen einen Flensburger an der eigenen Strafraumkante unnötig zu Boden in der 43. Minute. Aber Ioannou machte weitere Fehler aus. „Wir dürfen die Mauer nicht so stellen, wie wir sie stellen“, sagt er. Denn dort, wo Erolind Krasniqi den Ball mit rechts rüberschlenzte, standen mit Hamid und Jorik Wulff zwei der kleinsten Spieler im Drochterser Kader. Krasniqi hatte also gut 20 Zentimeter mehr Platz für den perfekten Winkel und den perfekten Schuss. „Es ist nur ein Detail. Aber in Summe waren wir nicht clever genug“, sagt Ioannou.
Phase 3: Drochterser Spielkontrolle
D/A spielte nach dem Seitenwechsel wieder fast so dominant, wie zu Beginn der ersten Hälfte. Ioannou sorgte auf der linken Seite für neuen Schwung, als er in der Pause Ole Wohlers für Jannes Elfers einwechselte. Drochtersen erzeugte ein wenig Druck. Wohlers prüfte nach 53 Minute den Flensburger Torwart mit einem gefühlvollen Schuss. Christopher Schepp verzog kurze Zeit später frei vor dem Tor aus halblinker Position.
„In solch einem Spiel musst du effizient sein. Das haben wir nicht geschafft“, sagt der D/A-Trainer. Flensburg machte aus wenig zwei Tore. Drochtersen ging häufig den komplizierten Weg. Hier noch eine Flanke statt eines Schusses, dort noch ein Pass oder ein Haken.
Phase 4: Drochterser Orientierungslosigkeit
In der Schlussphase des Spiels lief aus Drochterser Sicht einiges schief. Weil es auf filigrane Weise nicht gelang, versuchte D/A, lange Bälle in die Flensburger Box zu spielen. „Wir wollten einen anderen Weg wählen, weil der erste nicht gewirkt hat“, sagt Ioannou. Die Mannschaft erzeugte mit dieser Taktik allerdings kaum Druck. Im Gegenteil.
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Flensburg generierte in den letzten Minuten der Begegnung Chancen für drei, vier Tore. Eines gelang dem Tabellenführer schließlich noch. Bashiru Ali hatte bei seinem Flachschuss in der 85. Minute keine Mühe. D/A spielte ungenau in den gefährlichen Räumen und traf im letzten Drittel vor dem Weiche-Tor die falschen Entscheidungen. Frisches und kreatives Personal wäre hilfreich gewesen.
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Aber Ioannou konnte durch Wechsel in der Offensive keine Akzente mehr setzen. Dem Trainer fehlte einfach das Personal. Sean Busch, Dennis Rosin, Martin Sattler, Philipp Aue und Terry Becker sind derzeit verletzt. Die meisten von ihnen kehren wohl in den nächsten Tagen in den Kader zurück.
D/A verpasst den Sprung an die Spitze
Die SV Drochtersen/Assel hätte am Ende dieses Spieltages mit einem Sieg an der Tabellenspitze der Regionalliga stehen können. Oliver Ioannou zeigt sich enttäuscht über die verpasste Chance. Für den Mann ist jede Niederlage eine Enttäuschung. Sechs Punkte beträgt der Abstand nach ganz oben. „Wir haben die erste Chance nicht genutzt. Jetzt werden wir uns die zweite Chance noch mal erarbeiten“, sagt Ioannou. Am Samstag kommt Aufsteiger Todesfelde ins Kehdinger Stadion.

D/A-Keeper Jesper Heim spielte zwei Jahre lang in Flensburg. Am Freitagabend verhinderte er eine höhere Niederlage. Foto: Jörg Struwe (nomo)
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