TDirk Leun: Zwischen Neustart und Abschied vom Buxtehuder SV
In seinem neuen Job beim HVNB steht Dirk Leun regelmäßig im Austausch mit dem BSV. Foto: Jan Iso Jürgens
Fast 18 Jahre prägte Dirk Leun den BSV. Nun arbeitet er als Landestrainer - und kehrt im Dezember für sein Abschiedsspiel zurück. In die Halle Nord zog es ihn bisher nicht.
Buxtehude. Viele Jahre bestimmte der Spielplan seinen Alltag. Nahezu täglich stand Dirk Leun in der Sporthalle und arbeitete auf das nächste Bundesliga-Spiel hin. Saison für Saison, dazu kaum Pausen. Heute dagegen sieht sein beruflicher Alltag ganz anders aus.
Seit dem 1. Juli ist der ehemalige Trainer des Buxtehuder SV offiziell Landestrainer für den weiblichen Nachwuchs beim Handballverband Niedersachsen-Bremen (HVNB). Doch tatsächlich war er schon früher aktiv. „Es wäre ungünstig gewesen, erst jetzt anzufangen“, sagt der 62-Jährige. Denn: Wichtige Turniere und Lehrgänge fanden bereits vor den Sommerferien statt. „So konnte ich mir einen guten Überblick verschaffen und weiß, wo ich ansetzen kann.“
So sieht Leuns neuer Job aus
Leun arbeitet von seinem Wohnort Buxtehude aus. Bei Bedarf ist er einmal pro Woche in der HVNB-Geschäftsstelle in Hannover. „Ich brauche keinen Schreibtisch“, sagt Leun. Zu seinem Team gehören rund ein Dutzend Trainerinnen und Trainer.
Im Moment wertet er Turniere per Videoanalyse aus, gibt den Spielerinnen Feedback, bereitet eine Talentsichtung nach den Sommerferien vor, optimiert das Training an den Landesstützpunkten und plant einen speziellen Torwart-Lehrgang für den Nachwuchs. Den Stützpunkt in Hollenstedt leitet er selbst.

Dirk Leun hat sich schon zu BSV-Zeiten stark in die Jugendarbeit eingebracht. Foto: Scholz
Leun bezeichnet den HVNB als „schlafenden Riesen“. „Wir haben viel Potenzial, können aber noch einiges verbessern.“ Was ihm dabei besonders wichtig ist, ist die Zusammenarbeit mit den Vereinen. Ihn interessiert, wie die Talente in ihren Heimatvereinen trainieren und welche Rahmenbedingungen sie dort haben. „Talententwicklung ist Teamarbeit. Der Verband allein kann das nicht leisten“, sagt Leun. Hauptziel sei es, „die Mädels optimal zu fördern und möglichst viele in die DHB-Auswahlen zu bringen“.
Welche Rolle spielt der BSV für Leun?
Dass gleich mehrere BSV-Spielerinnen in den Auswahlteams des HVNB spielen, sei kein Zufall. „In Buxtehude wird sehr gute Arbeit geleistet“, sagt Leun. Vor allem mit BSV-Jugendkoordinatorin Sabrina Krawzcak und Nachwuchstrainer Marc Hünerbein stehe er regelmäßig im Austausch.

Dirk Leun war fast 18 Jahre Trainer des Buxtehuder SV. Foto: Jan Iso Jürgens
Leun genießt seinen neuen Job. „Es ist angenehm, nicht mehr jeden Tag in der Halle stehen zu müssen.“ Stattdessen arbeite er mit zahlreichen motivierten und talentierten Spielerinnen zusammen. „Das hat mir schon immer Spaß gemacht.“ Vor seiner Zeit in Buxtehude war Leun bereits zehn Jahre Landestrainer in Hessen, 2008 führte er die deutschen Juniorinnen zum WM-Titel.
Das denkt Leun über sein Ende beim BSV
Mittlerweile ist über ein halbes Jahr vergangen, seit sich der BSV nach einem schwachen Saisonstart von Leun getrennt hat - nach fast 18 Jahren. „Ich habe jetzt den richtigen Abstand“, sagt Leun. „Es ist nicht so, dass es schmerzt oder dass ich die Bundesliga vermissen würde.“ Zweifel am Klassenerhalt des BSV hätte er nicht gehabt.
In der Halle Nord war er seitdem nur beruflich, um sich ein Spitzenspiel der C-Jugend anzusehen. Als Zuschauer war er dort bisher nicht. „Ich habe mich dazu noch nicht motivieren können“, sagt Leun, „aber ich schließe es nicht kategorisch aus.“
Wer kommt zu seinem Abschiedsspiel?
Fest steht bereits, dass Leun am 5. Dezember in die Halle Nord zurückkehren wird. Der BSV wird seinen langjährigen Trainer mit einem All-Star-Game verabschieden. Die aktuelle Bundesliga-Mannschaft trifft auf eine Auswahl ehemaliger Spielerinnen, die Leun selbst zusammenstellt. Der BSV sei mit der Idee auf ihn zugekommen, sagt er.
Inzwischen hat er dem Verein eine Liste mit 40 Spielerinnen vorgelegt. Darauf stehen Namen wie Isabell Klein, Antje Peveling, Jana Podpolinski, Diane Lamein und Randy Bülau. „Ich freue mich, dass viele Spielerinnen zusammenkommen, die ich viele Jahre begleiten durfte“, sagt Leun. Auch langjährige Trainerkollegen werden eingeladen, unter anderem Herbert Müller (Thüringer HC), Steffen Birkner (HSG Blomberg-Lippe) und die ehemalige Leverkusener Trainerin Renate Wolf.
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