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Ministerpräsident zu Besuch

TDrinnen Lacher, draußen Protest: So lief Söders Stade-Auftritt

Auf der Stadeum-Bühne: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (links; CSU) und Niedersachsens CDU-Chef Sebastian Lechner. Das Blasorchester Himmelpforten spielte auf.

Auf der Stadeum-Bühne: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (links; CSU) und Niedersachsens CDU-Chef Sebastian Lechner. Das Blasorchester Himmelpforten spielte auf. Foto: Georg Wendt/dpa

„Ihr habt mehr Schweine, wir mehr Rindviecher“: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gab sich im Wahlkampf in Stade launig. Vor dem Stadeum wurde protestiert.

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Von Karsten Wisser,
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Von Anping Richter
27.08.2026, 20:14 Uhr

Stade. Niedersachsen trifft Bayern. Unter diesem Motto hatte die CDU zum Höhepunkt ihres Kommunalwahlkampfes im Landkreis Stade eingeladen. Als Stargast lockte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) 650 Gäste und darunter viel Parteiprominenz am Donnerstag ins Stadeum.

Söders Auftritt im norddeutschen „Exil“ sorgte für reichlich Medieninteresse in Stade.

Söders Auftritt im norddeutschen „Exil“ sorgte für reichlich Medieninteresse in Stade. Foto: Wisser

Söder gehört zu den bekanntesten deutschen Politikern. Seit 2018 regiert er als bayerischer Ministerpräsident, seit 2019 führt er die CSU als Parteivorsitzender. In beiden Ämtern trat er die Nachfolge von Horst Seehofer an. Söder hatte der niedersächsischen CDU einen Auftritt im Kommunalwahlkampf angeboten. Die Kommunalwahl steht am 13. September dieses Jahres an, am 26. September 2027 wird zudem ein neuer Landtag gewählt.

Darum kam Söder nach Stade

Dass die Wahl auf Stade und das Stadeum fiel, verdankten die Christdemokraten in der Region zwei Faktoren: Erstens gibt es offenbar keine gute direkte Flugverbindung von München nach Hannover. Und zweitens pflegt der Stader CDU-Landrat Kai Seefried gute Kontakte zur Landesgeschäftsstelle. Seefried war drei Jahre lang niedersächsischer CDU-Generalsekretär in Hannover.

Söder landete auf dem Hamburger Flughafen und machte sich von dort mit dem Auto auf den Weg nach Stade. Er traf um 17.15 Uhr vor dem Stadeum ein. Da hatten das Blasorchester Himmelpforten und eine Gesprächsrunde mit dem Stader CDU-Bürgermeisterkandidaten Arne Kramer die Wahlkampfveranstaltung schon eröffnet. Neben Landrat Seefried waren die Bundestagsabgeordnete Vanessa Zobel sowie die beiden Landtagsabgeordneten Melanie Reinecke aus Stade und Birgit Butter aus Buxtehude mit dabei.

650 Gäste waren zu der Wahlkampfveranstaltung im Stadeum gekommen.

650 Gäste waren zu der Wahlkampfveranstaltung im Stadeum gekommen. Foto: Wisser

Reinecke hatte die Veranstaltung als Kreisvorsitzende organisiert. Um 17.33 Uhr betrat Söder gemeinsam mit Sebastian Lechner, CDU-Partei- und Fraktionsvorsitzender in Niedersachsen, unter dem Applaus der Gäste den Saal.

Knapp 30 Protestierende hatten sich unweit des Stadeums positioniert.

Knapp 30 Protestierende hatten sich unweit des Stadeums positioniert. Foto: Georg Wendt/dpa

Proteste vor dem Stadeum

Draußen vor dem Stadeum, etwa 30 Meter neben dem Eingang, hatten sich den Nachmittag über gut 30 Protestierende zusammengefunden. Sie zeigten Transparente („Abschiebungen nur nach Bayern“) und skandierten: „Wir sind hier, wir sind laut, weil Söder uns die Zukunft raubt“. Zu der Demonstration hatte ein Bündnis aus Jusos, Grüner Jugend und Linksjugend aus den Kreisverbänden Stade aufgerufen. In ihrem Protest ging es auch um Asyl-Politik und Abschiedepraktiken.

Protest bei Söder-Besuch in Stade

Söder selbst bekamen sie nicht zu Gesicht. Der Ministerpräsident nahm den Hintereingang. Dafür stellte sich CDU-Chef Lechner. Er kam mit der Protestgruppe ins Gespräch. Auf die Frage einer Lehrerin, was sie von Abschiebung bedrohten Schülern sagen solle, erbat Lechner sich die Namen. „Wir haben eine Härtefallkommission in Niedersachsen“, sagte er.

Niedersachsens CDU-Chef Sebastian Lechner im Gespräch mit Demonstrierenden in Stade.

Niedersachsens CDU-Chef Sebastian Lechner im Gespräch mit Demonstrierenden in Stade. Foto: Richter

Söder: „Bayern ist das sicherste Land“

Drinnen lieferten sich Söder und Lechner – moderiert von Theresa Hein – eine launige Gesprächsrunde. Söder betonte die vielen Gemeinsamkeiten zwischen Bayern und Niedersachsen. In beiden Ländern dominiert die Automobilindustrie. Bayern und Niedersachsen sind zudem die größten Agrarländer der Bundesrepublik. „Ihr habt mehr Schweine, wir mehr Rindviecher“, sagte Söder. Sebastian Lechner erinnerte daran, dass Heinrich der Löwe, ein Niedersachse, die Stadt München gründete. „Seit der bei euch weg ist, habt ihr SPD-Regierungen“, konterte Söder.

CDU-Wahlkampf in Stade (von links): Bürgermeisterkandidat Arne Kramer, Sebastian Lechner, Landtagsabgeordnete Melanie Reinecke, Markus Söder, Bundestagsabgeordnete Vanessa Zobel und Landrat Kai Seefried.

CDU-Wahlkampf in Stade (von links): Bürgermeisterkandidat Arne Kramer, Sebastian Lechner, Landtagsabgeordnete Melanie Reinecke, Markus Söder, Bundestagsabgeordnete Vanessa Zobel und Landrat Kai Seefried. Foto: Wisser

Lechner versprach, Niedersachsen werde unter seiner Führung Bayern wirtschaftlich überholen. „Konkurrenz ist gut“, sagte Söder. Aber: „Ich denke da an den Fußball. Da gibt es auch immer wieder Vereine, die Bayern schlagen wollten. Meistens wird daraus aber nichts.“

Zum Thema Sicherheit erklärte Söder: „Bayern ist das sicherste Land, weil wir seit Jahren in Polizei und die Infrastruktur investieren.“ Müsse ein Polizist einen schweren Weg gehen, könne er sich auf die Unterstützung seiner Vorgesetzten verlassen. „Das Leben eines Polizisten zählt im Zweifel mehr als das eines Schwerverbrechers“, so Söder.

Auf der Bühne wurde es zuweilen launig.

Auf der Bühne wurde es zuweilen launig. Foto: Georg Wendt/dpa

Lechner versprach in seiner Rede ein Abschiebezentrum, will sich dabei an Bayern orientieren. „Wer sich hier einbringt, darf bleiben. Straftäter müssen gehen“, so Lechner.

Söder in Beliebtheit überholt

Als Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender vereint Söder zwei Schlüsselrollen, die ihm bundesweit mediale Aufmerksamkeit sichern. Doch erstmals hat ihn Parteikollege Alexander Dobrindt in der Wählergunst überholt. Laut einer aktuellen INSA-Umfrage, durchgeführt für die „Bild“-Zeitung, liegt Dobrindt nun vor Söder.

Der Bundesinnenminister hat sich vor allem mit den Themen Grenzkontrollen, Migration und innerer Sicherheit profiliert. Am vergangenen Samstag betonte er bei seinem Auftritt in Stade in der Seminarturnhalle, die illegale Migration sei seit seinem Amtsantritt um 75 Prozent zurückgegangen. (tip)

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