Dritter Warnstreik sorgt im Landkreis Stade für Stau und Schulausfall
Schulbeschäftigte aus dem Landkreis Stade bei der Demo in Bremen. Foto: Fritzsche
Zum dritten Mal binnen drei Wochen hat ein Warnstreik den Landkreis Stade getroffen. Unterricht fiel aus, Autofahrer mussten verstopfte Straßen in Kauf nehmen.
Landkreis. Am Dienstag, 10. Februar, hat die Gewerkschaft Verdi in ganz Niedersachsen und Bremen alle Beschäftigten, die unter den Tarifvertrag der Länder fallen, zu einem zentralen Streiktag aufgerufen. Erstmals in der laufenden Tarifauseinandersetzung wurden alle Bereiche landesweit am selben Tag bestreikt, sagte ein Verdi-Sprecher. Damit wurde der bereits laufende Ausstand noch einmal deutlich ausgeweitet.
Schwingeklappbrücke in Stade erneut gesperrt
Für den Landkreis Stade hatte Verdi-Gewerkschaftssekretärin Marlene Stitz alle im Tarifvertrag des Landes Niedersachsen (TV-L) Beschäftigten aufgerufen, sich an dem Warnstreik zu beteiligen und zur zentralen Kundgebung nach Bremen zu kommen. Dazu gehören Beschäftigte des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), der Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG (NPorts) und der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV).
Auch Schulbeschäftigte im Warnstreik
Auch die GEW hatte zur Beteiligung am Warnstreik aufgerufen. Etwa 25 pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter der Förderschule Ottenbeck, Grund- und Oberschule Oldendorf, Oberschule Stade, Pestalozzischule Stade und BBS 3 legten die Arbeit nieder. In Folge des Streiks fiel an der Förderschule Ottenbeck der Unterricht aus.
Die Schwingeklappbrücke auf der Landesstraße 111/Buxtehuder Straße in Stade am 10. Februar erneut voll gesperrt. Verkehrsteilnehmer müssen über die Altländer Straße ausweichen. Nur Einsatzfahrzeuge lasse man „in Notfällen“ passieren.

Die Schwingeklappbrücke in Stade ist aufgrund eines Warnstreiks am Dienstag erneut nicht passierbar. Das sorgt auf der Glückstädter Straße für Stau. Foto: Feindt
Die Folge: Auf der Glückstädter Straße und der L111 kam es am Morgen zu Staus, wie TAGEBLATT-Reporter berichten.
Verdi streikt zum dritten Mal
Bereits am 5. Februar sowie am 20. Januar war die Schwingebrücke aufgrund eines Warnstreiks gesperrt worden, was auf den Straßen in und um Stade stellenweise für erhebliche Verkehrsbeeinträchtigungen gesorgt hatte.
Streikaufruf
Winterdienst im Norden am Donnerstag eingeschränkt
Der Warnstreik traf außerdem den Winterdienst im Kreis Stade. Dieser finde „mit Einschränkungen statt“, es müsse mit Verzögerungen gerechnet werden, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Die Beeinträchtigungen hgielten sich aufgrund des milden Weitters aber in Grenzen.
„Letzte Druckwelle vor der letzten Verhandlungsrunde“
Unmittelbar vor der dritten Verhandlungsrunde will Verdi den Druck auf die Arbeitgeber noch einmal erhöhen. „Es ist die letzte Druckwelle vor der letzten Verhandlungsrunde“, sagte Verdi-Vizechefin Christine Behle in Berlin. Nach zwei ergebnislosen Verhandlungsterminen treffen die Gewerkschaften und Arbeitgeber vom 11. bis 13. Februar in Potsdam voraussichtlich letztmals zusammen.
Verdi fordert für die mehr als 280.000 Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder in Niedersachsen und Bremen sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 300 Euro. Die Länder haben das wegen knapper Länderhaushalte als überzogen zurückgewiesen.
Gewerkschaftsmitglieder wollen in kalte Elbe steigen
In Hamburg hat Verdi die Beschäftigten zu einer Streikkundgebung vor der Europa-Passage in der Innenstadt aufgerufen. Erwartet wird dort auch die stellvertretenden Verdi-Bundesvorsitzenden Christine Behle. Anschließend soll ein Demonstrationszug bis vor das Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof führen.
Der Beamtenbund marschierte nach einer Auftaktkundgebung an den Landesbrücken in die Hafencity, wo Gewerkschaftsmitglieder ein Zeichen setzten: Sie stiegen an den Magellan-Terrassen in die Elbe, um damit die „gefühlte Kälte der Arbeitgeberpolitik“ zu verbildlichen. (pm/vdb/ari/dpa)
Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 10. Februar um 16.42 Uhr aktualisiert.
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