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Kommunalpolitik

TEnde einer Ära bei der CDU: Silja Köpcke führt Kreistagfraktion an

Silja Köpcke war eine der Spitzenkandidatinnen der CDU Jork bei der Kommunalwahl 2026.

Silja Köpcke war eine der Spitzenkandidatinnen der CDU Jork bei der Kommunalwahl 2026. Foto: Andrea Heinsohn/CDU

15 Jahre lang führte Helmut Dammann-Tamke die CDU-Kreistagfraktion, jetzt gibt er den Vorsitz ab. Auch in den anderen Fraktionen tut sich einiges.

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Von Karsten Wisser
30.09.2026, 08:55 Uhr

Buxtehude. Silja Köpcke (56) aus Jork übernimmt den Vorsitz der CDU-Kreistagsfraktion. Die Politikerin aus dem Alten Land wurde bei der konstituierenden Sitzung der größten Fraktion im Kreistag einstimmig zur Nachfolgerin von Helmut Dammann-Tamke (64) gewählt. Die CDU stellt 18 der 63 Sitze im Kreistag.

Vorgänger Dammann-Tamke unterstützt Nachfolge

„Ich freue mich über das große Vertrauen“, sagte Köpcke dem TAGEBLATT. Seit vielen Jahren engagiert sie sich in der CDU und der Frauen-Union. In den vergangenen fünf Jahren war sie bereits Stellvertreterin von Dammann-Tamke. Zudem ist sie derzeit stellvertretende Vorsitzende des CDU-Kreisverbands im Landkreis Stade.

Helmut Dammann-Tamke aus Ohrensen verzichtet nach 15 Jahren auf den Fraktionsvorsitz der CDU im Kreistag.

Helmut Dammann-Tamke aus Ohrensen verzichtet nach 15 Jahren auf den Fraktionsvorsitz der CDU im Kreistag. Foto: Fehlbus

Dammann-Tamke hatte seinen Rückzug von der Fraktionsspitze bereits im vergangenen Jahr intern angekündigt. Direkt nach der Kommunalwahl nahm der langjährige Landtagsabgeordnete aus Ohrensen Kontakt zu Köpcke auf und schlug ihr die Kandidatur vor. „Ich werde in 14 Tagen 65 Jahre alt. Das ist ein guter Zeitpunkt, um etwas kürzer zu treten“, erklärte er.

Seit 1992 sitzt Dammann-Tamke im Kreistag und führte die Fraktion 15 Jahre lang. Mit seinem Rücktritt endet eine Ära in der CDU. Ein weiterer Grund für seinen Abschied: Als Präsident der niedersächsischen und deutschen Jäger ist Dammann-Tamke deutschland- und europaweit unterwegs. „Es ist richtig, wenn jemand den Job übernimmt, der sich voll darauf konzentrieren kann“, sagte er.

SPD: Silvia Nieber meldet keine Kandidatur an

Während die CDU den Wechsel vollzogen hat, klärt sich die Lage bei der SPD. Mit zwölf Abgeordneten stellt sie die zweitgrößte Fraktion. Nach der Kommunalwahl sorgte die frühere Stader Bürgermeisterin Silvia Nieber (66) für Aufsehen. Sie hatte über die Medien Interesse am Fraktionsvorsitz angemeldet, gestützt auf ihr starkes Wahlergebnis.

Mit 2551 persönlichen Stimmen erhielt sie den größten Zuspruch innerhalb der SPD. Damit forderte sie indirekt den amtierenden Fraktionsvorsitzenden Björn Protze (45) aus Stade heraus.

Björn Protze (links) bewirbt sich erneut als Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion. Hier steht er mit CDU-Mann Helmut Dammann-Tamke.

Björn Protze (links) bewirbt sich erneut als Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion. Hier steht er mit CDU-Mann Helmut Dammann-Tamke. Foto: Wisser

Nach einem klärenden Gespräch entschied sich der geschäftsführende SPD-Unterbezirksvorstand, mit Protze als Vorschlag in die konstituierende Sitzung zu gehen. Die Fraktion trifft sich am Montag, 5. Oktober. Nieber hat ihre Kandidatur nicht offiziell eingereicht, wie die SPD-Unterbezirksvorsitzende und Landtagsabgeordnete Corinna Lange bestätigte.

Anke Lindszus - AfD

Anke Lindszus - AfD Foto: privat

Bei der AfD, drittstärkste Kraft mit elf Sitzen, steht eine Entscheidung bereits fest. Die bisherige Fraktionsvorsitzende Anke Lindszus (59) aus Buxtehude tritt nicht erneut an. Gegenüber dem TAGEBLATT bestätigte sie ihren Verzicht. Der neue Fraktionsvorstand wird laut AfD-Kreissprecher Helmut Wiegers (78) kurz vor der konstituierenden Sitzung gewählt. Wiegers gehört dem neuen Kreistag an.

Wählergemeinschaft: Uwe Arndt will weitermachen

Bei den Grünen (sieben Sitze) gibt es noch keine Entscheidung. Auch sie treffen sich am Montag, 5. Oktober. Bei der Freien Wählergemeinschaft (sechs Sitze) deutet vieles darauf hin, dass Uwe Arndt (64) die Fraktion weiterhin führt. Der Bürgermeister von Ahlerstedt hat Interesse signalisiert.

Ahlerstedts Bürgermeister Uwe Arndt (Freie Wählergemeinschaft) ist seit 20 Jahren Bürgermeister von Ahlerstedt.

Ahlerstedts Bürgermeister Uwe Arndt (Freie Wählergemeinschaft) ist seit 20 Jahren Bürgermeister von Ahlerstedt. Foto: Fehlbus

Für ihn spricht, dass er nach Dammann-Tamke - 4529 persönliche Stimmen - der beliebteste Politiker im Landkreis ist. Arndt erhielt 4370 Stimmen. Die Linkspartei (vier Sitze) wählt am Donnerstag, 8. Oktober.

Im Kreistag sind zudem die FDP - zwei Sitze - und das BSW und Volt mit je einem Sitz vertreten. Landrat Kai Seefried gehört ebenfalls zu diesem Gremium.

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