TEnorme Preissteigerungen: So teuer wird das Buxtehuder Altstadtfest
Das Riesenrad gehört zum Altstadtfest in Buxtehude dazu. Foto: Weselmann
Bühnen, Nutzungsrechte, Sicherheit: Die Veranstaltung von Festen wird immer teurer. Zahlen des Altstadtvereins Buxtehude zeigen die Kostenexplosionen.
Buxtehude. Altstadtfest, Weinfest, Steampunk-Festival: Es wird immer schwieriger, Stadtfeste zu finanzieren. Die Veranstaltungskosten sind außergewöhnlich stark gestiegen. Was das für den Altstadtverein Buxtehude bedeutet, hat der Veranstalter jetzt im Buxtehuder Wirtschaftsausschuss am Beispiel Altstadtfest deutlich gemacht.
Mit dem Riesenrad und drei Bühnen ist das Altstadtfest das Aushängeschild unter den Buxtehuder Festen in der Innenstadt. Veranstalter ist der Altstadtverein, eine Gemeinschaft der Kaufleute. In diesem Jahr steigt das Altstadtfest vom 12. bis 14. Juni.
So bezuschusst die Stadt das Altstadtfest
Die Stadt Buxtehude bezuschusst den Altstadtverein großzügig - als Maßnahme der Wirtschaftsförderung. Einzelhandel und Gastronomie profitieren davon, wenn Feste die Verweildauer in der Innenstadt erhöhen.
Im Jahr 2025 zahlte die Stadt Buxtehude dem Altstadtverein 60.000 Euro allein für die Veranstaltung des Altstadtfestes. Hinzu kommen 10.000 Euro für Leistungen der Städtischen Betriebe.

Das Riesenrad gehört zum Altstadtfest in Buxtehude dazu. Foto: Weselmann
Dennoch gerät das Altstadtfest unter Druck: Innerhalb von nur drei Jahren sind die Veranstaltungskosten teilweise kräftig gestiegen. Die Steigerungsraten von 2022 auf 2024 machte Altstadtverein-Kassenwart Robert Kamprad öffentlich.
Bühnenkosten steigen um 44 Prozent
Größte finanzielle Belastung bei der Veranstaltung des Altstadtfestes machen die Kosten für Bühnen und Technik aus: Demnach entfielen 2024 auf diesen Posten rund 23.000 Euro - 44 Prozent mehr als im Vergleich zu 2022.
Die Folge: Möglicherweise könnte die Zahl der Bühnen von drei auf zwei reduziert werden, sagte Kamprad am Rande der Ausschusssitzung dem TAGEBLATT. „Wir werden in Zukunft etwas kürzer treten müssen.“
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Den Kostendruck verdeutlichen weitere Zahlen: Für die Gema, also für musikalische Nutzungsrechte, fallen beim Altstadtfest Gebühren in Höhe von 5500 Euro an - das seien 57 Prozent mehr als 2022.
An die Künstlersozialkasse zahlt der Altstadtverein rund 1400 Euro - 40 Prozent mehr als noch vor drei Jahren. Für Energiekosten fallen 3000 Euro an - 50 Prozent mehr. Kosten für Werbung und Marketing belaufen sich auf 9000 Euro. Diese Ausgabe blieb unverändert.
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Für die Sicherheit beim Altstadtfest gibt der Altstadtverein rund 6000 Euro aus. Bis jetzt blieb der Posten offenbar unverändert - aber der Veranstalter erwarte Kostensteigerungen.
Der Grund: Überall in Deutschland müssen Stadtfeste so gesichert sein, dass es nicht mehr möglich ist, von außen mit Fahrzeugen in das Veranstaltungsgelände reinzufahren. Kosten für mobile Sperren fallen an.
Zusätzlich zum Altstadtfest veranstaltet der Altstadtverein das Weinfest und alle zwei Jahre das Steampunk-Festival. Dazu kommen in diesem Jahr: vier verkaufsoffene Sonntage (zum Beispiel Ende Mai in Verbindung mit der Autoschau „Buxtehude brummt“), das Oktoberfest und der Laternenumzug.
Beteiligt ist der Altstadtverein an der Straßenkunst am St.-Petri-Platz (Juni bis September) und am Fleth-Fest. Das fällt in diesem Jahr aus und werde 2028 wieder aufgelegt, sagte der Altstadtvereinsvorsitzende Ulrich Wiegel.

Das Steampunk-Festival 2025: Zeitreisende aus den Niederlanden bewegen sich auf ihren Fantasiemaschinen durch die Buxtehuder Altstadt. Foto: Sulzyc
Die gesamten Betriebsausgaben bezifferte der Altstadtverein im Jahr 2025 (in diesem Jahr mit Steampunk-Festival) auf mehr als 473.000 Euro. 2023 (auch mit Steampunk-Festival) waren es lediglich mehr als 380.000 Euro. Auch das macht den Kostendruck deutlich, der auf Veranstaltungen lastet.
Politik schlägt sich auf die Seite des Altstadtvereins
In Buxtehude will man dagegenhalten: In dem Dissens um die Höhe der städtischen Förderung für das Steampunk-Festival 2025 schlug sich die Politik auf die Seite des Altstadtvereins. Rund 44.000 Euro erhält der Altstadtverein - und nicht nur 30.000 Euro. Die Verwaltung wollte die Förderung auf diese Summe begrenzen. Mit Mehrheit (7 zu 3 Stimmen) empfiehlt der Wirtschaftsausschuss die höhere Förderung.

Menschen feiern das beliebte Altstadtfest in Buxtehude. Weil die Veranstaltungskosten stark steigen, ist eine Idee, die Zahl der Bühnen zu reduzieren. Foto: Weselmann
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