TErnährungs-Doc Matthias Riedl in Stade: Zehn wertvolle Tipps
Gestenreich und launig: der Auftritt von Dr. Matthias Riedl im Stadeum. Foto: Schulz/Hancken
Iss dich gesund, das ist das Mantra von Ernährungs-Doc Matthias Riedl. Im Stadeum untermauerte er seine These mit vielen konkreten Beispielen - und einer Überraschung.
Stade. 1000 geladene Gäste lauschten am Montagabend im Stadeum dem Vortrag des aus Fernsehen und von Büchern bekannten Arztes aus Hamburg. Die Klinik Dr. Hancken feierte das 20-jährige Bestehen des Mammografie-Screenings zur frühzeitigen Erkennung von Brustkrebs bei Frauen. Das hat viele Facetten.
Geballte medizinische Kompetenz in Sachen Krebserkrankungen und gesunde Ernährung (von links): Dr. Thilo Töllner, Dr. Matthias Riedl, Felicia Frischmuth und Dr. Christoph Hancken. Foto: Strüning
In den 20 Jahren ließen sich zwischen Elbe und Weser 500.000 Frauen untersuchen. 3500 Krebserkrankungen wurden festgestellt. Die Abdeckungsquote ist hoch.
65 Prozent aller geladenen Frauen im Alter zwischen 50 und 75 Jahren kamen zum Screening, bundesweit liegt die Quote bei 52 Prozent. Jedes Jahr erkranken 70.000 Frauen in Deutschland an Brustkrebs. Dr. Matthias Riedl ist überzeugt: Das muss nicht so sein.

In seinem Element: Dr. Matthias Riedl während seines Vortrags im Stadeum. Ein Tipp: Vorsicht mit Fertigprodukten. Foto: Strüning
Er setzt auf gesunde Ernährung als „gamechanger“ für ein langes Leben. Seine Ratschläge und die Tipps der Hancken-Klinik hier in zehn Punkten zusammengefasst.
Tipp 1: Gehen Sie zum Mammografie-Screening
Je früher ein Krebs erkannt wird, desto besser und weniger aufwendig ist er heilbar. Der Brustkrebs ist zwar die häufigste Krebserkrankung bei Frauen, habe aber seinen Schrecken verloren, so Dr. Thilo Töllner als Leiter des Mammografie-Screenings und Mann der ersten Stunde in diesem Projekt.
Krebsvorsorge
Einmal im Monat: So tasten Sie Ihre Brust richtig ab
Sein Chef, Dr. Christoph Hancken, fordert die Frauen auf, „nicht so lange zu warten, bis es weh tut“. Durch das Screening würden Todesfälle durch Brustkrebs um bis zu 40 Prozent reduziert. Das Screening wird alle zwei Jahre angeboten. Nächstes Jahr auch für Frauen ab 45.
Tipp 2: Ernähren Sie sich gesund
Laut Riedl gehen 90 Prozent der heutigen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Fettleber oder Gicht auf schlechte Ernährung zurück. Deutschland habe die geringste Lebenserwartung in den entwickelten Ländern trotz des zweitteuersten Gesundheitssystems. Riedl: „Wir sind eine kranke Gesellschaft.“ Das liege vor allem am weit verbreiteten Übergewicht.
Tipp 3: Meiden Sie Zucker und Ersatzstoffe...
... und hören Sie nicht auf die Influencer, die häufig von der Industrie bezahlt würden. Zucker und Süßungsmittel als Ersatzstoffe seien extrem ungesund, stünden sogar im Verdacht, Demenz zu fördern. Zucker halte auch Entzündungen im Körper am Köcheln.
Tipp 4: Essen Sie nie Fertigprodukte
Fertigprodukte mit vielen chemischen Zusätzen wie E-Stoffen hätten extrem negative Auswirkungen auf die Darmflora, die eine zentrale Rolle für einen gut funktionierenden Körper spielt. Fertigprodukte zerstörten den Schutz dieser lebenswichtigen Flora und seien ein „schleichender Killer“.
Gesundheitsversorgung
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Es gibt 200 Enzyme, 341 Zusatzstoffe und 2500 Aromen. Tapetenkleister (E466) zum Beispiel ist in Wraps, Speiseeis oder veganem Hackfleisch zu finden. Hohe Mengen könnten auch zu Empathieverlust führen - eine überraschende Erkenntnis. Krebs, Depressionen, eine geschwächte Immunabwehr und damit eine höhere Sterblichkeit könnten die Folge sein.
Tipp 5: Rauchen Sie nicht und trinken Sie kaum Alkohol
Übers Rauchen will Riedl gar nicht reden, so giftig sind die Inhaltsstoffe. Beim Alkohol hält er zwei Gläser Rotwein für okay - in der Woche. „Fragen Sie sich bei jedem Glas: Muss das jetzt sein? Und antworten Sie nicht jeden Abend mit Ja.“
Tipp 6: Trinken Sie viel Wasser und wenig Kaffee
Beim Trinken jenseits des Alkohols empfiehlt der Ernährungs-Doc, zwei Liter „energiefreie Flüssigkeit“ am Tag zu sich zu nehmen, am besten Wasser oder Tee. Gegen Kaffee hat er nichts bis zu einer Dosis von vier bis fünf Tassen am Tag.
Tipp 7: Essen Sie viel Gemüse
Auf dem Teller sollte möglichst viel abwechslungsreiches Gemüse landen. 25 verschiedene Sorten pro Woche sollten auf dem Ernährungsplan stehen. Der Magen sollte mit Gemüse gefüllt werden.
Tipp 8: Nehmen Sie viele Ballaststoffe zu sich
Das volle Korn, gerne Hafer und Hülsenfrüchte, sei wichtig für eine gesunde Ernährung. 30 Gramm Ballaststoffe und 500 Gramm Obst und Gemüse pro Tag seien optimal. Riedl sagt aber auch: Die Umstellung für den Körper mit der neuen Ernährung muss langsam erfolgen, Schritt für Schritt.
Tipp 9: Verzichten Sie auf Wurst und viel Fleisch
Wurstprodukte und zu viel, vor allem rotes, Fleisch seien kontraproduktiv, 300 Gramm rotes Fleisch pro Woche okay. Lieber mehr Fisch oder eben vegetarisch/vegan ernähren. Die wichtige Einnahme von Eiweiß könne auch über Milchprodukte gewährleistet werden. Seine Bitte: „Die Milch nicht verteufeln.“ Eiweiß sei der Sättiger überhaupt.
Tipp 10: Nehmen Sie gesunde Fette zu sich
Olivenöl steht ganz oben auf der Liste der gesunden Erzeugnisse. Tierische Fette sind einzuschränken. Aber bitte nicht fettarm essen. Am besten, man lässt seinen Omega-3-Index messen. Und: „Zählen Sie keine Kalorien, das ist so was von gestern.“
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