TErster Play-off-Sieg des BSV: Auf die zweite Reihe ist Verlass
BSV-Keeperin Oliwia Kaminska hielt die Hälfte aller Würfe auf ihr Tor. Foto: Jan Iso Jürgens (Archiv)
Der BSV überzeugt beim Sieg in Neckarsulm in der Breite. Trainer Andersson lobt die zweite Reihe - und kennt den nächsten Gegner zunächst nicht.
Buxtehude. Kurz nach Spielende wird Nicolaj Andersson in der Ballei-Sporthalle auf die kommende Aufgabe angesprochen. Wie es für seine Mannschaft nun weitergeht? „Ich weiß nicht, wer zu uns kommt“, sagt der Trainer des Buxtehuder SV. „Ich bin voll auf diese Woche fokussiert.“ Wirklich?
„Ich wusste es wirklich nicht“, stellt Andersson wenig später im Gespräch mit dem TAGEBLATT klar. „Ich habe bisher keine Gedanken und keine Energie daran verschwendet.“
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Sein voller Fokus galt der vergangenen Woche: Nach der knappen Niederlage gegen Metzingen sollte eine Reaktion her - und die lieferte seine Mannschaft am Samstag in Neckarsulm eindrucksvoll.
BSV-Deckung zieht Neckarsulm die Kräfte
Vor mehr als 1000 Zuschauern, darunter fünf mitgereiste BSV-Fans, gewann Buxtehude deutlich mit 32:24 und feierte damit den ersten Sieg in den Play-offs. Gleichzeitig vergrößerte der BSV den Vorsprung auf Schlusslicht Halle-Neustadt auf drei Punkte. Der Tabellenletzte muss am Saisonende in die Relegation.
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Der Schlüssel zum Erfolg war eine „überragende Abwehr“, wie Spielmacherin Anika Hampel sagte. Vor allem ließ die Buxtehuder Deckung dem gegnerischen Angriff kaum Raum für Distanzwürfe - genau davor hatte Andersson vor der Partie gewarnt. „Diese Aufgabe hat meine Mannschaft richtig gut gelöst“, so der BSV-Coach.
Mit ihrer beweglichen Abwehr stellte der BSV die personell angeschlagenen Neckarsulmerinnen vor große Probleme. „Mit der Zeit haben wir ihnen die Kräfte gezogen“, erklärte Andersson. Das machte sich insbesondere in der zweiten Halbzeit bemerkbar, als sich der BSV von 18:17 (41.) immer deutlicher absetzte und zehn Minuten später bereits mit acht Toren führte.
BSV-Keeperin erzielt Treffer gegen ihren Ex-Verein
Was den BSV-Trainer besonders freuen dürfte: Auch die zweite Reihe überzeugte. Im linken Rückraum sprang Johanna Andresen für die verletzte Isa Ternede ein und war zur Pause beste BSV-Torschützin. Kreisläuferin Carina Senel brachte als vorgezogene Abwehrspielerin viel Unruhe in den Neckarsulmer Angriff.

Carina Senel störte immer wieder den Neckarsulmer Angriff. Foto: Jan Iso Jürgens (Archiv)
Und im Tor avancierte Oliwia Kaminska nach ihrer Einwechslung kurz vor der Pause zum entscheidenden Faktor. Mit einer starken Quote parierte sie die Hälfte aller Würfe und traf in der 49. Minute sogar ins leere Tor ihres Ex-Clubs. „Die Spielerinnen, die sonst weniger Verantwortung haben, haben heute cool performt“, lobte Andersson.
Comeback nach langer Leidenszeit
Auch Maja Schönefeld, die ihre letzten Bundesliga-Einsätze in der Saison 2024/25 hatte und nun ihr Comeback feierte, fügte sich mit einem selbstbewussten Auftritt nahtlos ein. Nach ihrer Einwechslung in der 40. Minute erzwang die 22-jährige Rückraumspielerin einige Ballverluste und agierte im Angriff nahezu fehlerfrei - gekrönt von einem Treffer per Heber. „Sie fühlt sich sicher in der Mannschaft und weiß, was sie kann“, sagte Andersson.
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Hinter Schönefeld liegt eine dreijährige Leidenszeit: Kreuzbandriss 2023, Fuß-Operation 2024, Meniskus-OP 2025. Erst vor rund zwei Monaten kehrte sie in die zweite Mannschaft zurück und empfahl sich dort wieder für höhere Aufgaben. Seit einigen Wochen trainiert sie wieder mit dem Bundesliga-Team.

Am 11. März 2023 verletzte sich Maja Schönefeld kurz vor Beginn des Bundesligaspiels gegen Halle-Neustadt am Knie - ein Kreuzbandriss. Foto: Jan Iso Jürgens (Archiv)
Wie es für sie nun weitergeht, lässt der Trainer offen: „Wir gehen es ganz locker an und wollen ihr keinen Druck machen.“ Es kann jedoch sein, dass Schönefeld aufgrund des Ausfalls von Isa Ternede weiter eine Rolle spielen könnte. Ternede war in der Vorwoche gegen Metzingen auf die Hüfte gefallen und hat Probleme mit dem Oberschenkel. Wie lange sie fehlen wird, ist unklar.
„Wir wollen das Erreichte kurz genießen“
Schönefeld selbst wollte sich zu ihrem Comeback nicht äußern. Manager Peter Prior bat um Verständnis: Nach der langen Verletzungsgeschichte wolle man keinen zusätzlichen Druck aufbauen.
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Auf der langen Rückfahrt aus Baden-Württemberg wollte Andersson den Blick noch nicht sofort nach vorne richten. „Wir wollen das Erreichte kurz genießen - das soll auch mal erlaubt sein“, sagte er. Dass der VfL Oldenburg am Samstag (16 Uhr) der nächste Gegner sein wird, wusste er zu diesem Zeitpunkt übrigens bereits. Co-Trainerin Debbie Klijn hat ihn informiert.

Johanna Andresen zeigte eine überzeugende Leistung. Foto: Jan Iso Jürgens (Archiv)
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