TErstwählerforum im Stadeum: So sehen Jugendliche die Kommunalpolitik
Die Stader Schüler haben klare politische Meinungen. Nahverkehr, Sicherheit und Bildung sind wichtige Themen für sie. Foto: Stehr
Stader Jugendliche haben klare Meinungen, wenn es um Politik geht. Diese Themen finden Erstwähler auf kommunaler und Bundesebene besonders wichtig.
Stade. Beim Erstwählerforum (EWF) am Dienstag im Stadeum konnten die Jugendlichen in Diskussionsrunden und an Ständen im Foyer mit Parteivertretern auf Tuchfühlung gehen. Zu Beginn des Forums wissen viele der Jugendlichen nicht, wen sie wählen wollen. Dass sie wählen werden, ist für die meisten jedoch ganz klar.
Einige Schüler haben ihre Wahlentscheidung bereits getroffen. Die Linke und die SPD werden von einigen Schülern genannt, denn die Parteien setzten sich besonders für soziale Themen ein. Doch auch die Schüler, die noch unentschlossen sind, haben klare Meinungen und Themen, bei denen sie kommunal oder auf Bundesebene Handlungsbedarf sehen.
Jugendliche wünschen sich mehr Sicherheit
Hasaim und Fabian sind in der zehnten Klasse auf der IGS und möchten beide auf jeden Fall im September wählen gehen. Sie wissen aber noch nicht genau, welche Partei und wollen das EWF nutzen, um mehr über die Wahlprogramme zu erfahren. „Mich interessiert vor allem, wie man mit Immigration umgeht und wirtschaftliche Aspekte”, sagt Hasaim. Vor allem, dass alles teurer werde, stört ihn. Von der Lokalpolitik wünscht sich Fabian, dass sie mehr für Jugendliche macht. Hasaim fügt hinzu, dass er sich in Stade gerne sicherer fühlen würde, besonders abends.

Fabian und Hasaim von der IGS werden im September auf jeden Fall wählen. Foto: Haardt
Auch Greta und Alicia vom Athenaeum fühlen sich in Stade manchmal unsicher. „Es gibt Ecken in Stade, die könnte man schöner machen, zum Beispiel den Bahnhof”, findet Alicia. Für sie spielt zudem der Nah- und Fernverkehr eine wichtige Rolle, da sie als Schülerin darauf angewiesen sei. Greta wünscht sich, dass mehr für die Bildung getan würde, denn auch das sei für Jugendliche ein wichtiges Thema. Greta und Alicia werden im September wählen und wollen beim Forum die Parteien und ihre Programme kennenlernen.

Alicia und Greta wünschen sich mehr Sicherheit in Stade. Foto: Haardt
Mehr Angebote für Jugendliche
Ibrahim und Mariano vom Vincent-Lübeck-Gymnasium wissen, wo sie ihr Kreuz am 13. September setzen werden. „Ich gehe auf jeden Fall wählen. Ich bin nicht zufrieden damit, wie es in der Politik gerade läuft und möchte das ändern”, sagt Ibrahim. „Besonders für Jugendliche ist es wichtig, zu wählen, denn wir sind die Zukunft. Wir sollten nicht denken, dass unsere Stimme nichts bringt”, findet Mariano.
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Für Stade wünschen die beiden sich mehr Orte für Jugendliche. „Das würde den Zusammenhalt in der Jugend stärken, damit die jungen Menschen nicht so gespalten sind wie die ältere Generation aktuell”, sagt Ibrahim. Das sieht Mariano genauso: „Jugendliche brauchen mehr Orte zum Rausgehen.”

Ibrahim und Mariano sind unzufrieden mit der Politik und wollen das mit ihrer Stimme bei der Kommunalwahl verändern. Foto: Haardt
Stefanie, Valeria, Dana und Asmin von der Realschule Camper Höhe beschäftigt auf Bundesebene vor allem die Frage nach dem Wehrdienst. Im Lokalen wünschen sich Dana und Asmin wie andere Erstwähler mehr Sicherheit. Am Abend fühle man sich als Mädchen oder Frau nicht immer sicher in Stade, finden sie. Valeria spricht sich außerdem für mehr öffentliche Verkehrsmittel aus. Im September werden alle vier wählen gehen.
Gleichberechtigung
Paul und Jannis gehen in die 11. Klasse des Athenaeums. Während Paul genau weiß, welche Partei seine Stimme bekommt, ist Jannis noch unentschlossen. „Ich weiß auf jeden Fall, was ich nicht wählen will”, erzählt er. In der Kommunalpolitik kenne er sich nicht so gut aus, meint Paul. Trotzdem gebe es einige politische Themen, die ihn beschäftigen, darunter vor allem Gleichberechtigung und die Arm-Reich-Schere. Jannis und Paul sind sich einig: In Stade sind sie zufrieden. Aber wenn Paul eine Sache ändern könnte, dann wären das die Prozentwerte der AfD.

Gleichberechtigung und die Unterschiede zwischen Arm und Reich: Diese Themen beschäftigen Paul und Jannis. Foto: Haardt
Bildung und Gleichberechtigung, diese Themen interessieren Ida und Tiffany von der IGS. Ida findet es ungerecht, dass Frauen in den gleichen Jobs teilweise weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Beide machen sich zudem Gedanken um den Arbeitsmarkt und ob sie später eine sichere Anstellung finden werden.

Jonna, Lujain, Tiffany und Ida gehen auf die IGS und nutzen das EWF, um sich zu informieren. Foto: Haardt
Tiffany wünscht sich, dass die Lokalpolitik sich mehr um die Sicherheit in Stade kümmert. Die beiden Zehntklässlerinnen wurden beide schon auf der Straße beleidigt. „Es sollte hier auch abends sicher sein”, findet Tiffany. Sie würde gerne wählen, ist im September aber noch nicht 16. Ida ist alt genug und wird wählen: „Ich finde es wichtig, dass wir die Zukunft mitbestimmen.”
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