TEwer-Bühne: Warum die Buxtehuder Partykulisse viel Geld und Mühe kostet
Stimmungsvolle Kulisse zum Feiern: In der schwimmenden Ewer-Bühne steckt enormer Aufwand. Foto: Weselmann
Mit dem Ewer Margareta hat Buxtehude eine außergewöhnliche Bühne für Events wie das Altstadtfest. Und das ist gar nicht so selbstverständlich, wie manche vielleicht glauben.
Buxtehude. Das Altstadtfest sorgt seit gestern wieder für Trubel in Buxtehude. Die Großveranstaltung ist bekannt für ihr vielseitiges Bühnenprogramm. Eine besonders stimmungsvolle Kulisse zum Feiern bietet dabei der Ewer Margareta am Fleth. Dass es diese schwimmende Bühne gibt, ist keine Selbstverständlichkeit.
Der Schiffsrumpf der Margareta ist stabilisiert
Hinter dem Musikspektakel auf dem historischen Schiff steckt weit mehr Arbeit als der Bühnenaufbau an Deck. In den letzten Wochen hat das Ewer-Team vom Förderverein Buxtehuder Hafen und Este dafür einiges bewegen müssen. Denn im Schiffsinnern gab es ein zentrales Problem.
Maritimes Erbe
T Ewer Margareta: So hat man das alte Frachtschiff noch nie gesehen
Im vergangenen Jahr wurde der Stahlrumpf auf Korrosion, Risse und andere Schäden geprüft. Die gute Nachricht: Die Margareta musste nicht monatelang in die Werft. Das aufwendige Messverfahren zum Ermitteln der Metalldicke mittels Ultraschallgerät förderte aber etwas zutage, das so auf keinen Fall bleiben konnte.
Unter Deck wird tagelang gesägt und gebohrt
Die unter den Bodenbrettern in der Bilge befindliche Holzkonstruktion an den Spanten war vermodert. Um weiteren Schäden vorzubeugen, musste diese entfernt werden. „Das war eine echte Schufterei“, so Vereinsvorsitzender Jörg Eisebraun. Und es diente einer entscheidenden Maßnahme zur langfristigen Sicherung des Schiffes.

Teilstabilisierung im Ewer: Marco Moje und sein Sohn Leon stabilisieren den Rumpf der Margareta mit zusätzlichen Stahlträgern. Foto: Weselmann
Die Bodenwrangen und Spanten, die den Rumpf in Form halten, mussten stabilisiert werden. Wie schon bei der „Schallung“ war hierfür wieder der Fachbetrieb MM Zerspanungs-Technik Marco Moje im Boot. Der Experte aus Horneburg unterfütterte die über 100 Jahre alten Spanten mit stützenden U-Profilen, um einer Verformung der Bodenplatte entgegenzuwirken.
Damit jetzt beim Altstadtfest an Deck wieder ordentlich gerockt werden kann, wurde im Schiffsbauch zwei Wochen lang gesägt und gebohrt. „In dem Ewer steckt so viel Herzblut und ich freue mich, dass ich etwas zum Erhalt dieser Buxtehuder Sehenswürdigkeit beitragen konnte“, so Marco Moje.
Buxtehuder Denkmal erfordert enormen Arbeitseinsatz
Aus- und Einräumen des Frachtraums, Hochnehmen der Bodenbretter, Entsorgung des vermoderten Holzes, Ausbesserung von Roststellen - im Zuge der Stabilisierung gab es für die Schiffscrew etliches zu tun. Koordiniert und begleitet wurde der Einsatz von Ulrike Khaden, 2. Vorsitzende im Verein. „Für dieses einzelne Projekt waren in 2026 schon mehr als 150 zusätzliche Arbeitsstunden von Ehrenamtlern nötig“, erzählt sie.

Ehrenamtliche Arbeit für Buxtehudes schwimmendes Denkmal: Für die Ewer-Crew um die Vorsitzenden Jörg Eisebraun und Ulrike Khaden gibt es ständig etwas zu tun. Foto: Weselmann
Überhaupt gibt es an dem schwimmenden Denkmal, das auch für private Veranstaltungen gebucht werden kann, ständig etwas zu tun. In 2025 schlug die unentgeltliche Leistung der Helfer-Crew allein mit rund 1100 Stunden zu Buche. Das reicht von Tätigkeiten zum Erhalt des Ewers bis zum Einsatz für Events wie Pinktober, Tag des offenen Denkmals, Fleth-Fest, Märchentage oder Steam Punk Festival.
Fördermittel und Sponsoren sichern den Erhalt
Vielen ist gar nicht bewusst, wie viel Aufwand für den Erhalt der Margareta betrieben wird. Und ohne öffentliche und private Fördermittel sowie Sponsoring wäre das alles gar nicht möglich. Hier hat der Verein verschiedene Unterstützer an Bord.
Den neuen Schutzanstrich des Rumpfes hat der Malereibetrieb Schwarz übernommen. Der ist auch Bühnensponsor beim Altstadtfest. Die Reederei NSB finanzierte die Anschaffung der vor Wetter schützenden Persenning über Deck- und Ladeluke. Für Schallung und Stabilisierung gab es Mittel von der Bingo Stiftung und dank Förderung durch den Kreiskulturausschuss wird bald die turnusmäßige Holzrestaurierung von Seitenschwertern, Mast, Großbaum, Ruderblatt, Klüverbaum und Gaffel angegangen.
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