TGeisterstadt und Horrorgarten: Oldendorf lädt zum Gruseln ein
In der Dunkelheut erwachen die Animatronics im Horrorgarten von Oldendorf zum Leben. Dämon Fangorian funktioniert auch ohne Dunkelheit als Erschrecker bestens. Foto: Klempow
Wenn sich die Dunkelheit über Oldendorf legt, erwachen dämonische Gestalten. Zwei beschauliche Gärten verwandeln sich zu Halloween in Grusel-Stätten mit Untoten und Profi-Erschreckern.
Oldendorf. Eine ganze Geisterstadt-Kulisse baut Familie Matthiesen in ihren Garten. Im Lilienweg 3 ist rund um Halloween drei Tage lang Ausnahmezustand. Vom 30. Oktober bis 1. November verwandelt sich das Oldendorfer Halloween-Haus in diesem Jahr in die „Ghost Town San Verganza“. „Die Idee dazu ist letztes Jahr im Team entstanden“, erzählt Ivonne Matthiesen. Zum Team zählen etwa 25 Halloween-Fans, die beim Aufbau helfen und an drei Abenden den Besuchern schaurig-schöne Momente bescheren.
Familie Matthiesen im Halloween-Fieber
„Wir haben vor fünf Jahren ganz klein angefangen, ich fand Halloween schon immer cool“, sagt Matthiesen. Von klein kann keine Rede mehr sein. Ihr Mann Timm steckt im Kulissenbau. „Das läuft hier so, dass ich KI generierte Fotos bekomme. Das muss ich dann umsetzen. Aber ist ja kein Problem, ich arbeite lösungsorientiert“, sagt Timm Matthiesen mit gespielter Ironie. Rund 600 Stunden Arbeit werden am Ende in der Geisterstadt stecken. Das geht nur mit Spaß an der Sache.

Die Grusel-Crew vom Oldendorfer Halloween-Haus. Foto: Matthiesen
Auch die Nachbarschaft trägt das Spektakel mit. „Das würde sonst auch nicht funktionieren“, sagt Ivonne Matthiesen - mit Blick auf die Nebelmaschinen und die Geräuschkulisse.
Hausherr empfängt als Dämon die Besucher
Das ist auch in einer anderen Ecke von Oldendorf so. Bereits eine Woche vor Halloween erwacht am 23. und 24. Oktober in den Abendstunden der Horrorgarten im Buchenring 9.
Der Besitzer des Gartens geht als Regisseur des Horrors ganz im Genre auf. Er selbst wird die Besucher als Dämon Fangorian empfangen, die Maske hat er aus Latex selbst gemacht. An zwei Abenden werden von 17 bis 22 Uhr Schrecken und Schaudern im Garten herrschen - und Hausherr Fangorian ist mit dämonischer Maske mittendrin.

Ein Helfer oder ein Erschrecker? Im Horrorgarten und in der Geisterstadt Oldendorf dürfte das das Gleiche sein Foto: Matthiesen
Die ist mit viel Liebe zum Detail gemacht und - mit Verlaub - wirklich schauderhaft. Der Oldendorfer hat die Comicfigur Harley Quinn zum Vorbild genommen. Allerdings ist sie nur noch mit viel gutem Willen in der Fratze des Dämons Fangorian mit diabolischem Grinsen und klaffenden Wunden zu erkennen.
Der Mann unter der Maske freut sich teuflisch darauf, in wehendem Mantel und mit kunstblutverschmierter Schwert-Attrappe die Besucher zu erschrecken. Erfahrung damit hat er. „Das mache ich tatsächlich auch in der Geisterbahn auf dem Hamburger Dom“, sagt er. Das echte Grinsen unter der Maske ist seiner Stimme anzuhören.
Drei Meter große Spinne und Skelette
Särge stehen auf Rollbrettern bereit. Schon seit dem 1. Oktober hängt ein Skelett an der Straßenlaterne vor dem Haus. „Das ist Tradition hier in der Nachbarschaft“, sagt der „Horrorgärtner“. Skelette hat er genug, acht sind es an der Zahl, eins ist mehr als drei Meter groß. Diese beängstigende Größe hat auch die Monsterspinne, die er noch auf Lager hat. Die und ihre 150 achtbeinigen Artgenossen werden sich auf feinen Spinnweben tummeln - „vier bis fünf Kilo“ werden im Garten verteilt.

Wer dieser Gestalt im Dunkeln begegnen will, sollte den Oldendorfer Horrorgarten besuchen. Foto: Klempow
Gruselfans dürfen sich auf Licht- und Soundeffekte freuen. Vier Themenbereiche gibt es. Des Dämons Lieblinge, die Animatronics, erwachen überdacht in Zelten zum Leben. 25 dieser Erschreck-Roboter bevölkern den Garten. Sie wachsen plötzlich auf überragende Größe, täuschen Genickbrüche an oder strecken Skelettfinger aus. Der Oldendorfer importiert sie aus den USA.
Der Oldendorfer Horrorgarten
Der Aufbau ist aufwändig. Aber auch hinter dem Horrorgarten steht ein Helferteam von 20 Leuten - auch Ivonne Matthiesen gehört dazu. „Wir helfen uns gegenseitig und ergänzen uns auch im Angebot gut“, sagt sie. Im Gegenzug könnte auch der Horrorgarten-Dämon Fangorian in der Oldendorfer Geisterstadt eine Woche später für Schreckmomente sorgen. Aber er darf erst ab 18 Uhr loslegen.
Halloween-Haus: Die ersten eineinhalb Stunden wird schreckfrei gegruselt
Vorher wird sich ab 17 Uhr schreckfrei bei Matthiesens gegruselt. Erst eine Stunde später „gehen die ersten Erschrecker rein“. Starke Nerven sind beim nächsten Level ab 20 Uhr gefragt, dann geht es auch schon mal bei Western-Geisterstadt-Duellen zur Sache.
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Dass der Garten sich derart zu Halloween wandelt, ist bei Matthiesens Familiensache: die Söhne Leon und Tayler sind voll dabei, die erwachsenen Töchter Jacklyn und Alisha Zinnow ebenso.
Matthiesens fiebern dem Halloween-Wochenende entgegen. „Die Kapelle, dann die Katakomben und der Friedhof, dann die Westernstadt mit Goldmine“ - Ivonne Matthiesen hat den Plan gemacht, mit Bauschaum schon leuchtende Kakteen geformt und freut sich auf die gruseligsten Geschöpfe, die Untoten.
„Das werden drei Tage Spaß, das macht die Arbeit und was man investiert hat wieder wett. All die Begegnungen hier - das ist cool“, sagt Timm Matthiesen.
Auf einen Blick
Horrorgarten: Buchenring 9 in Oldendorf. Am Freitag und Samstag, 23. und 24. Oktober, jeweils von 17 bis 22 Uhr. Um eine Spende wird gebeten. Der Erlös geht als Spende an die Initiative Katzenwaisen.
Oldendorfer Halloween-Haus: Lilienweg 3, von Freitag, 30. Oktober, bis Sonntag, 1. November, jeweils von 17 bis 22 Uhr. Für das leibliche Wohl ist im Saloon der Geisterstadt gesorgt, der „Gruselgroschen-Erlös“ ist für den ASB Wünschewagen Niedersachsen bestimmt.
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