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Handball-Bundesliga

T„Gelernt zu gewinnen“: BSV verabschiedet sich mit Sieg in Zwickau

BSV-Handballerin Teresa von Prittwitz hat sich von ihrer Gehirnerschütterung erholt und konnte beim letzten Saisonspiel dabei sein.

BSV-Handballerin Teresa von Prittwitz hat sich von ihrer Gehirnerschütterung erholt und konnte beim letzten Saisonspiel dabei sein. Foto: Jan Iso Jürgens

Beim letzten Auftritt in der Bundesliga schlägt Buxtehude Sachsen Zwickau mit 32:30. Ein versöhnlicher Abschluss, der den Trainer stolz macht.

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Von Daniel Berlin
Sonntag, 31.05.2026, 17:00 Uhr

Buxtehude. Nach drei Minuten schauen sich die Buxtehuderinnen kurz fragend an. Sie liegen mit 0:3 hinten gegen Zwickau. Der Rückstand ist erklärbar. Isa Ternede und Isabelle Dölle spielen Fehlpässe im Angriff. Die Buxtehuder Abwehr hat noch keinen Zugriff.

Die Handballerinnen des Buxtehuder SV wollen beim BSV Sachsen Zwickau Platz sieben sichern. Es ist das letzte Spiel einer durchwachsenen Saison. Die letzte Partie vor einem Umbruch im Kader des Bundesliga-Dinos. Der letzte Auftritt einiger Leistungsträgerinnen und des Trainers Nicolaj Andersson.

BSV-Trainer Nicolaj Andersson hat seiner Mannschaft in fünf Monaten beigebracht, wie sie wieder gewinnen kann.

BSV-Trainer Nicolaj Andersson hat seiner Mannschaft in fünf Monaten beigebracht, wie sie wieder gewinnen kann. Foto: Jan Iso Jürgens

Torhüterin Annie Linder, Kreisläuferin Jolina Huhnstock und Rückraumspielerin Isabelle Dölle nehmen aktiv Abschied. Hinter dem Einsatz der scheidenden Kapitänin Teresa von Prittwitz stand nach einer Gehirnerschütterung lange ein Fragezeichen. Aber sie ist rechtzeitig fit und beginnt auf Linksaußen.

BSV leistet kaum Gegenwehr in der Abwehr

Buxtehude findet langsam in die Partie. Ternede und Huhnstock bringen den BSV auf 2:3 ran. Zwickau wirft allerdings zu viele einfache Tore. Da ist kaum Gegenwehr in der Abwehr. Silje Brons Petersen erzielt sieben Treffer in Durchgang eins. Richtig schöne Tore sind dabei. Ansatzlos aus dem Unterarm an den Hüften der Buxtehuderinnen vorbei.

Der BSV hatte mit starken Leistungen in den Play-offs den Abstieg noch mal abgewendet. Die Spielerinnen hatten Mentalität gezeigt. Genau diese Einstellung verlangt Coach Andersson in einem Spiel, in dem es eigentlich um nichts mehr geht. Der Redewendung mit der goldenen Ananas kann Andersson wenig abgewinnen. „Im Profihandball möchtest du den bestmöglichen Saisonabschluss“, sagt er.

Buxtehude und Zwickau haben in den Play-offs den SV Union Halle-Neustadt distanziert. Die Hallenserinnen spielen in ein paar Tagen gegen den Zweitligisten Füchse Berlin gegen den Abstieg.

Spielerinnen haben Probleme mit dem Ball

Die Gäste aus Buxtehude gleichen Mitte der ersten Halbzeit durch Huhnstock zum 8:8 aus. Von da an gelingt es bis zur Pause keiner Mannschaft mehr, sich abzusetzen. Liegt es am schwülwarmen Klima in der Zwickauer Sparkassenarena, dass die Zuschauer so viele technische Fehler sehen? Anscheinend hat der Ball nicht den nötigen Grip.

Anika Hampel leistet sich ein paar Passfehler. Jolina Huhnstock kann den Ball nicht fangen. Maj Nielsen wirft ins Leere, auch Isabelle Dölle. Zwickau macht ähnlich viele Fehler.

Im Tor der Sächsinnen steht mit Paulina Curth ein Spielerin, die sonst in der zweiten Mannschaft in der fünften Liga aktiv ist. Curth pariert einige Würfe von Isa Ternede & Co. Eine schöne Geschichte, die Curth so schnell nicht vergessen wird.

Maj Nielsen fliegt zum Kempa-Tor

Highlight im Buxtehuder Spiel ist der Kempa-Trick kurz vor der Halbzeit. Aida Mittag setzt mit einem Pass aus dem Handgelenk die einfliegende Maj Nielsen in Szene.

Nach Wiederanpfiff verläuft die Partie weiter auf mäßigem Bundesliganiveau. Nielsen wirft Buxtehude trotz personeller Unterzahl in der 35. Minute von Rechtsaußen erstmals in Führung. 17:16. Isabelle Dölle, Isa Ternede und Maj Nielsen arbeiten an der ersten Zwei-Tore-Führung.

Ternede setzt mit einem Pass hinter dem Rücken die einlaufende Teresa von Prittwitz in Szene. 21:19 in der 40. Minute. Wieder ein Fall für die Zettel, auf dem die Highlights des Spiel stehen.

Dort verewigt sich mehr und mehr Zwickaus Torhüterin Paulina Curth. Aber den Würfen der Buxtehuderinnen fehlt auch die Überzeugung. Teresa von Prittwitz verpasst das 23:21 in der 46. Minute. Sie setzt den Ball nach einem Tempogegenstoß an den Pfosten. Die BSV-Spielerin der Saison, Anika Hampel, macht es wenig später von der Siebenmeterlinie besser.

BSV-Torhüterinnen mit überzeugender Leistung

Die Buxtehuder Torhüterinnen Annie Linder und Oliwia Kaminska halten Zwickau mit ihren Paraden auf Distanz. Isabelle Dölle tankt sich in Überzahl auf der rechten Seite durch. Jolina Huhnstock entledigt sich mit einer Drehung am Kreis ihrer Gegenspielerin. In der 50. Minute steht es 26:22. Der Sieg im letzten Spiel der Saison nimmt Gestalt an.

Buxtehude schaukelt den Vorsprung über die Zeit. Damit, dass ein Kempa misslingt, kann der BSV leben. Isa Ternede und Jolina Huhnstock behalten beim Abschluss die Nerven. Der BSV führt 31:28. Auf der Uhr stehen noch zwei Minuten Spielzeit.

Die ehemalige Buxtehuderin Charlotte Kähr macht im Zwickauer Trikot ein gutes Spiel. Sie überzeugt mit sieben Toren bei neun Versuchen und wird neben Isa Ternede Spielerin des Spiels. Kähr wechselt im Sommer nach Metzingen.

Andersson: Hervorragende Play-offs gespielt

Der letzte BSV-Angriff verpufft. Buxtehude gewinnt 32:30 in Zwickau und wird Siebter. Die Spielerinnen feiern im Kreis.

Der scheidende BSV-Coach Nicolaj Andersson sagt nach dem Spiel, dass er sehr stolz sei auf die Mannschaft und auf die harte Arbeit in den vergangenen fünf Monaten. Damals übernahm er den Posten von Dirk Leun. Jetzt löst Jonas Schlender Andersson ab.

„Wir haben hervorragende Play-offs gespielt“, sagt Andersson. Platz sieben sei das Beste gewesen, was der BSV noch erreichen konnte. Andersson: „Wir haben gelernt zu gewinnen.“

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