TGroßer Bahnhof zur Reaktivierung der EVB-Strecke von Bremervörde nach Stade
Nicht nur der Moorexpress, sondern auch der regelmäßige Personenverkehr soll auf der Strecke zwischen Bremervörde und Stade wieder Fahrt aufnehmen. Foto: evb
In 35 Minuten von Bremervörde nach Stade, Zustieg an acht Bahnhöfen - die Wiederbelebung der EVB-Strecke soll die Mobilisierung in der Region ankurbeln. Was geplant ist.
Deinste. Großer Bahnhof bei der ersten öffentlichen Informationsveranstaltung zur Reaktivierung der Bahnlinie von Bremervörde nach Stade im Dorfgemeinschaftshaus in Deinste: EVB-Geschäftsführer und Mitarbeiter, Stades Landrat Kai Seefried, Bürgermeister aus Fredenbeck, Kutenholz und Deinste, Vertreter aus Politik und Vereinen sowie zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nahmen am Mittwochabend daran teil.
EVB-Geschäftsführer Christoph Grimm erläutert in Deinste die Pläne zur Reaktivierung der Bahnstrecke von Bremervörde nach Stade. Foto: Laudien
Christoph Grimm, Geschäftsführer der EVB, erläuterte, wie das Projekt jetzt Fahrt aufnimmt: Ab Dezember 2028 sollen auf der traditionsreichen Eisenbahnstrecke Bremervörde - Stade wieder regelmäßig Personenzüge im Stundentakt verkehren. Die EVB (Eisenbahn und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH) ist Eigentümerin der 30 Kilometer langen Strecke und betreibt insgesamt ein 235 Kilometer umfassendes Schienennetz im Elbe-Weser-Dreieck. Künftig soll die Bahn in Bremervörde, Hesedorf, Mulsum-Essel, Fredenbeck, Deinste, Hagen, Riensförde und Stade halten. In Riensförde entsteht ein neuer Haltepunkt direkt am Bildungscampus.
Machbarkeitsstudie zur Nutzung von Fördermitteln
Die Bahnstrecke stand nie still. Derzeit wird sie neben dem saisonalen Freizeitverkehr Moorexpress von Stade über Worpswede nach Bremen täglich von Güterzügen und Zubringerfahrten zur EVB-eigenen Werkstatt in Bremervörde genutzt.
Eine 2022 erstellte Machbarkeitsstudie hatte einen positiven Nutzen-Kosten-Indikator für die Strecke ergeben. Damit ist es möglich, Fördermittel des Bundes für das Vorhaben für den öffentlichen Nahverkehr auf der Schiene zu beantragen.

Der Deinster Bahnhof in früheren Zeiten. Bis 1993 gab es planmäßigen Personenverkehr zwischen Stade und Bremervörde. Foto: Laudien
Zur EVB: Im Auftrag und Besitz des Landes Niedersachsen und neun weiterer Landkreise und Kommunen bringt die EVB Jahr für Jahr sechs Millionen Fahrgäste nachhaltig und sicher ans Ziel – angetrieben und getragen von rund 700 Beschäftigten, einem eigenen Streckennetz, Werkstätten für Bahn und Bus sowie leistungsstarker Logistik mit Standorten in Bremerhaven, Bremen, Hamburg und Wilhelmshaven.

Der nostalgische Moorexpress fährt im Freizeitverkehr regelmäßig auf der Strecke. Ab 2028 sollen auch moderne Personenzüge im Stundentakt verkehren. Foto: evb
Rund 22 Millionen Euro sind für die Maßnahmen für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) vorgesehen. Die Wiederbelebung der Bahnverbindung zwischen Bremervörde und Stade sei ein Meilenstein für die Entwicklung des SPNV und der Attraktivität der Region, so Landrat Kai Seefried. „Die neue Regionalbahnlinie 34 verbindet mit Bremervörde und der Hansestadt Stade zentrale Orte und schafft eine neue und verbesserte Mobilität für viele Menschen. Gerade auch für die Kommunen entlang der Strecke, die über neue Bahnhöfe angebunden werden, ist diese Entwicklung eine große Chance.“
Intensive Vorbereitungen haben Fahrt aufgenommen
Seit dem Startschuss im Juni 2023 hat das Infrastruktur-Team der EVB in enger Abstimmung mit der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) als Aufgabenträger sowie der DB InfraGO, verantwortlich für den Anschluss in Stade, die Planungen vorangetrieben und etliche vorbereitende Maßnahmen umgesetzt.
Das künftige Angebot wird durch die LNVG bestellt und finanziert. „Die kürzlich erfolgte Einreichung des Antrags auf Förderung durch das Land ist die Grundlage für einen Förderantrag beim Bund. Auch die Unterlagen für die Planfeststellung sind eingereicht. So sind zwei wichtige Meilensteine erreicht“, erläuterte Geschäftsführer Christoph Grimm.
Welche Maßnahmen nötig sind
Um den Personennahverkehr auf der Strecke zu ermöglichen, sind bis zum Fahrplanwechsel 2028/29 Anpassungen notwendig. Die Strecke muss zudem umfassend ertüchtigt werden, etwa mit neuer Signaltechnik, erneuertem Oberbau und gesicherten Bahnübergängen.
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Auch die Modernisierung und der Neubau von Bahnsteigen in Deinste, Fredenbeck und Mulsum-Essel sind notwendig. Geplant sind barrierefreie Zugänge, die Ausstattung mit Fahrgastinformationssystemen und Wetterschutzhäuschen. Eine Anpassung von Bahnhofsumfeldern zur besseren Verknüpfung mit Bus, Fahrrad und Auto ist teils nötig und liegt in der Verantwortung der Gemeinden. Beim Stader Bahnhof muss die Infrastruktur seitens der Deutschen Bahn (DB) angepasst werden.
Zeitlicher Fahrplan
Bis Juni 2027 soll eine erneute Bewertung zur Überprüfung des Maßnahmenerfolgs fertiggestellt sein. Für Januar 2028 wird mit einer Finanzierungszusage des Bundes gerechnet. Von März bis November 2028 sollen die Bauarbeiten unter Regie der EVB abgeschlossen sein.
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