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THauskauf in Buxtehude: Zu teuer für Normalverdiener?

Baustellen mit Einfamilienhäusern sind in Buxtehude mittlerweile selten zu sehen. Das Foto zeigt einen Neubau in der Buxtehuder Ortschaft Dammhausen.

Baustellen mit Einfamilienhäusern sind in Buxtehude mittlerweile selten zu sehen. Das Foto zeigt einen Neubau in der Buxtehuder Ortschaft Dammhausen. Foto: Sulzyc

Ein Experte der Sparkasse Harburg-Buxtehude rechnet vor: So viel Haus kriegt ein Paar mit durchschnittlichem Einkommen in Buxtehude.

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Von Thomas Sulzyc
Freitag, 13.03.2026, 10:05 Uhr

Buxtehude. Die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser in Niedersachsen steigen in fast allen ländlichen Landkreisen. Der Landkreis Stade bildet da eine Ausnahme: Hier sind die Preise konstant geblieben. Das geht aus dem Landesgrundstücksmarktbericht 2026 hervor.

Im Schnitt kostete ein Eigenheim in Niedersachsen im vergangenen Jahr 270.000 Euro. Im Vorjahr waren es noch 255.000 Euro. Die teuersten Gegenden sind Hannover und der Landkreis Harburg. Im Nachbarlandkreis kosteten Ein- und Zweifamilienhäuser im Schnitt 430.000 Euro.

Das kostet ein Haus im Landkreis Stade

Im Landkreis Stade lag der Durchschnittspreis für ein gebrauchtes Ein- oder Zweifamilienhaus im vergangenen Jahr bei 300.000 Euro. Ein gebrauchtes Reihenhaus kostete im Schnitt 256.000 Euro.

Bei diesen Zahlen kommt die Frage auf: Kann sich ein Paar mit einem Durchschnittseinkommen den Traum vom eigenen Haus erfüllen? Das TAGEBLATT bat den Spezialisten für Baufinanzierung der Sparkasse Harburg-Buxtehude, Sebastian Helm, diese Frage zu beantworten. In zwei Rechenmodellen kommt der Experte zu diesen Ergebnissen:

Szenario 1: Das Normalverdienerpaar

Das erste Szenario geht von dieser Annahme aus: Das Paar ist verheiratet. Ein Ehepartner arbeitet in Vollzeit, der andere in Teilzeit. Das Paar verdient zusammen insgesamt 65.000 Euro brutto (40.000 Euro netto) im Jahr.

Warum diese Summe? Etwa 45.000 Euro brutto ist das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Vollzeitbeschäftigten in Niedersachsen. Zusammen hat das Paar damit 3300 Euro netto im Monat.

Das Paar möchte ein Haus für 270.000 Euro kaufen - so viel kostet im Schnitt ein Haus in Niedersachsen. Die Wohnfläche: 100 Quadratmeter.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 298.540 Euro. Weil noch Nebenkosten für die Grunderwerbssteuer, den Makler und den Notar hinzukommen.

So viel Eigenkapital wäre nötig

Damit das Paar den Hauskauf finanzieren kann, so der Experte, muss es mindestens 28.540 Euro Eigenkapital mitbringen. Besser wären 60.000 Euro. Die Konditionen: eine Zinsbindung von 10 Jahren, 3,94 Prozent Zinssatz und 2,00 Prozent Tilgung.

Eine Rate von 1365 Euro pro Monat müsste das Paar aufbringen. Der Experte empfiehlt bei dem Jahreseinkommen eine Rate von höchstens 1000 Euro.

Fazit: Das niedersächsische Normalverdienerpaar könnte den Durchschnittspreis für ein Haus in Niedersachsen vielleicht gerade so eben finanzieren. Aber realistisch betrachtet nicht: Denn es hätte keine Reserven für Unvorhergesehenes. Weitere Kredite, zum Beispiel für ein Auto und Arztkosten, könnte es nicht aufnehmen. Bei dem Haus vermutlich älteren Baujahrs kämen wohl noch 80.000 Euro bis 200.000 Euro für Modernisierung und Sanierung hinzu, sagt der Experte.

Szenario 2: Typischer Hauskäufer in Buxtehude

Das zweite Szenario geht von Annahmen aus, die bei einem Hauskauf auf dem Buxtehuder Immobilienmarkt typisch seien: Das Haus mit 130 Quadratmeter Wohnfläche kostet 400.000 Euro. Das Paar (einer in Vollzeit, der andere in Teilzeit) verdient zusammen 120.000 Euro brutto im Jahr. Damit hat es 5500 Euro netto im Monat.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 492.000 Euro, weil noch Kosten für Grunderwerbssteuer, Makler und Notar hinzukommen.

Das Paar bringt 20 Prozent Eigenkapital mit - das sind 85.000 Euro. Bei 10 Jahren Zinsbindung, 3,69 Prozent Zinssatz und 1,50 Prozent Tilgung müsste es diese monatliche Rate aufbringen: 1760 Euro.

Fazit: „Grundsätzlich machbar“, sagt der Experte Sebastian Helm. Teilweise sei das Eigenkapital „nennenswert“, das Hauskäufer in der Region um Buxtehude mitbrächten. Schenkungen aus der Familie oder Erbschaften, aber auch sparsames Verhalten zuvor seien Gründe dafür.

Das kosten Häuser in Buxtehude zurzeit

So sieht es zurzeit beim Portal Immoscout 24 auf dem Markt für Eigenheime in Buxtehude aus: 63 Häuser in Buxtehude zum Kauf. Günstigstes Angebot ist eine Doppelhaushälfte in einer ruhigen Wohnstraße. 195.000 Euro ist der Kaufpreis. 1953 erbaut, ist es sanierungsbedürftig. Energieeffizienzklasse G, also teuer beim Heizen.

Etwa 500.000 Euro müssen Käufer hinlegen, wenn sie zumindest eine Auswahl auf dem Immobilienmarkt in Buxtehude haben wollen. Für 429.000 Euro (Nebenkosten kommen noch hinzu) gäbe es zum Beispiel ein 120 Quadratmeter großes Endreihenhaus. Baujahr 2019, mit Stellplatz und 20 Quadratmeter großer Terrasse. Bei vielen Angeboten reicht aber auch eine halbe Million Euro nicht zum Hauskauf.

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