THimmelpfortener Politik stimmt geschlossen für das neue Baugebiet
Das Konzept von Cappel + Kranzhoff ist die Basis für die weitere Planung. Zwischen den Clustern liegen private Grünflächen, genauso wie im Westen des Baugebiets. Foto: Cappel + Kranzhoff
Der Gemeinderat Himmelpforten geht beim geplanten Baugebiet „Auf dem Besenriede“ geschlossen einen Schritt weiter. Trotzdem offenbart die Diskussion neue Gräben.
Himmelpforten. Bürgermeister Bernd Reimers zeigte in der jüngsten Ratssitzung deutlich, dass er in der Sache vorankommen wollte. Die Planung zum Bauprojekt „Auf dem Besenriede“ ist wie berichtet auf massiven Widerstand der Anwohner gestoßen, die zurzeit hinter ihren Grundstücken auf Felder und Wiesen blicken.
Baugebiet fällt sehr viel kleiner aus
Für Irritationen hatte zudem in der Politik gesorgt, dass Ratsherr Ludwig Oellerich (CDU) als Anwohner Mitglied einer eGbR ist, die im geplanten Gebiet Flurstücke in Konkurrenz zur Gemeinde erworben hat. Damit fällt die Fläche für ein Baugebiet wesentlich kleiner aus.
An der Abstimmung nahm Oellerich deshalb auch im Gemeinderat nicht teil. Auch seine Fraktionskollegen Walter Kühlke und Patrick Mittelstädt stimmten nicht ab. Die ansässige Firma Mittelstädt hatte immer deutlich gemacht, dass sie Grundstücke in Himmelpforten für neue Musterhäuser sucht, auch als Erschließungsträger für das Gebiet ist die Firma im Gespräch. „Aber das ist nur eine Überlegung“, sagt Reimers.
Drei Stichstraßen und eine Straße vom Brink
Ohne Gegenstimme fasste der Rat den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan. Der soll nur für den Teil des Bereichs Besenriede gelten, wo die Gemeinde ausreichend Flächen kaufen konnte. Der Planer hat seinen Vorschlag angepasst. Der Rat votierte dafür, die Grundstücke vom Brink aus mit drei Stichstraßen zu erschließen. Vorgesehen ist auch ein Regenrückhaltebecken.
T Ärger um Flächenkauf: Himmelpforten plant neues Baugebiet kleiner
T Neue Bauplätze: Warum Himmelpforten an Grenzen stößt
„Wir befinden uns ganz am Anfang der Planung“, betonte Martin Wist vom Bauamt der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten. Es folgten noch mindestens zwei weitere Auslegungs- und Beteiligungsverfahren, „so dass jeder betroffene Anlieger noch die Möglichkeit hat, seine Bedenken einzuwerfen“.
Bürger lässt Finanzierung prüfen
Wie groß der Widerstand gegen die Pläne ist, zeigt nicht nur der monetäre Einsatz der Anwohner für einen Flächenkauf. Ein Bürger habe Dienstaufsichtsbeschwerde bei der Kommunalaufsicht des Landkreises eingelegt, berichtete Bürgermeister Bernd Reimers vorab.
Darin gehe es um die Fragen der Finanzierung oder die Rechtsgültigkeit der von der Gemeinde abgeschlossenen Kaufverträge. Die Gemeinde habe alle Unterlagen zur Prüfung eingereicht. Eine Rückmeldung aus dem Kreishaus gebe es noch nicht, so Reimers auf Nachfrage.
T Kontrovers diskutiert: Baugebiet in Himmelpforten nimmt erste Formen an
T Zwei Hirntumore, ein großes Herz: Sie ist Oldendorfs Flohmarkt-Engel
Er betonte, dass die Gemeinde so wie andere Kommunen verfahren sei - und so wie auch bei anderen Himmelpfortener Baugebieten in der Vergangenheit. „Wir haben uns erst mal um die Grundstücke und die Verfügbarkeit gekümmert und dann erst einen Planer beauftragt“, so Reimers mit Verweis auf die Kosten für ein Planungsbüro.
„Katastrophe“ für Himmelpforten
Lothar Wille (SPD), Vorsitzender des Planungsausschusses, stellte klar, dass Befürchtungen der Anwohner, sie müssten einen Teil ihres Grundstücks abgeben, „völlig falsch seien“. Den Aufkauf von Flächen, um das Baugebiet in ganzer Größe bis zum Stubbenkamp zu verhindern, nannte er „eine Katastrophe“. Himmelpforten habe nur begrenzte Möglichkeiten, um Bauland zu entwickeln. „Wenn dann auch noch ein Ratskollege da sehr aktiv ist, dann habe ich kein Verständnis dafür.“
„Es hat kein Verkauf stattgefunden, es war eine Insolvenzversteigerung“, entgegnete Oellerich. Er besitze bereits Grundstücke in dem Bereich. Als Eigentümer habe er der Gemeinde geschrieben und hinsichtlich der Grundstücke keine Antwort erhalten. Frank Buhrmester von der Verwaltung korrigierte diese Aussage: Es habe sehr wohl ein schriftliches Tauschangebot gegeben.
„Für uns als Rat ist es schade, dass es gelaufen ist wie es gelaufen ist“, sagte Frank Wassermann (CDU) mit Blick auf die ursprünglichen Pläne. Er fand aber den „Ton relativ hart“ und es nicht angemessen, den Flächenerwerb durch 14 Bürger als Katastrophe zu bezeichnen.
Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.