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Gedenken an NS-Opfer

THorneburg: Räte machen Weg frei für neue Stolpersteine

Der Stolperstein für Gita Gruber in der Langen Straße im Flecken Horneburg.

Der Stolperstein für Gita Gruber in der Langen Straße im Flecken Horneburg. Foto: Buchmann/Archiv

Engagierte Bürger halten die Erinnerung an die Opfer der NS-Zeit wach, auch in Horneburg. Die Stolpersteine helfen dabei. Nicht nur im Flecken sollen sich die Menschen zukünftig erinnern.

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Von Steffen Buchmann
Freitag, 01.05.2026, 15:00 Uhr

Horneburg. Am 10. Juli 2025 setzte Gunter Demnig, Gründer der Stolperstein-Initiative, unter den Augen zahlreicher Zuschauer die ersten drei Gedenksteine im Flecken Horneburg. Schon bald sollen weitere folgen.

„Wir haben uns auf den Weg gemacht, um zu schauen, wo wir in der Samtgemeinde noch Stolpersteine setzen können“, sagt Hannelore Kathenbach von der Gruppe gegen das Vergessen, die gemeinsam mit dem Jugendbeirat die ersten Steine auf den Weg gebracht hatte.

Räte einstimmig für weitere Standorte

Die Räte der übrigen Mitgliedsgemeinden in Agathenburg, Bliedersdorf, Dollern und Nottensdorf haben im März und April darüber abgestimmt, ob sie Stolpersteine inner- und außerorts zulassen wollen. Das Ergebnis: Alle sprachen sich einstimmig dafür aus.

Hannelore Kathenbach als Rednerin nach dem Einsetzen der Horneburger Stolpersteine im Juli 2025.

Hannelore Kathenbach als Rednerin nach dem Einsetzen der Horneburger Stolpersteine im Juli 2025. Foto: Buchmann/Archiv

Somit ist der erste Schritt getan, um Daten zu weiteren Opfern in den Gemeindegebieten zu recherchieren. Die Gruppe habe bereits Kontakt zu einer Archivarin der NS-Gedenkstätte Sandbostel aufgenommen, sagt Kathenbach. Zukünftig plane die Gruppe gegen das Vergessen, sich regelmäßiger zu treffen und sich für Interessierte zu öffnen. Derzeit engagieren sich etwa 12 Personen in der Gruppe.

Recherche braucht Zeit

Bis die nächsten Stolpersteine tatsächlich im Boden eingelassen werden, kann es jedoch noch dauern. „Vielleicht schon im nächsten Jahr“, schätzt Hannelore Kathenbach vorsichtig. Es sei wichtig gewesen, das Projekt noch vor den Kommunalwahlen im Herbst in die Räte zu geben. „Wir wussten, dass das Thema dort aktuell eine Mehrheit findet“, erklärt sie.

Wie lange es dauert, bis ein Stolperstein fertig ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Initiatoren arbeiten etwa mit Gedenkstätten, Historikern und der Stolperstein-Stiftung zusammen, um Archive nach Hinweisen zu durchsuchen, Dokumente zu überprüfen und zu übersetzen. Auch wie lang der eingravierte Text ausfällt und in welcher Sprache er verfasst ist, spielen eine Rolle.

Gruppe lädt Interessierte ein

Etwa 150 bis 200 Euro müsse man pro Stolperstein an Kosten kalkulieren, sagt Hannelore Kathenbach. Neben den Materialkosten fallen beispielsweise Kopiergebühren für Dokumente aus den Archiven an. Die Gruppe hatte hierfür bereits vorgesorgt und Spenden gesammelt.

Künstler Gunter Demnig war im Juli 2025 für das Verlegen der Stolpersteine persönlich nach Horneburg gereist.

Künstler Gunter Demnig war im Juli 2025 für das Verlegen der Stolpersteine persönlich nach Horneburg gereist. Foto: Buchmann/Archiv

Um die Pflege der Stolpersteine kümmern sich aktuell Gruppenmitglieder, geplant wird sie um den Holocaust-Gedenktag am 27. Januar und den Tag der Befreiung am 8. Mai. Es gebe auch schon Anfragen von Einwohnern, die Steinpflege zu übernehmen, sagt Kathenbach.

Die Gruppe gegen das Vergessen trifft sich immer am ersten Dienstag in ungeraden Monaten. Das nächste Treffen findet am Dienstag, 5. Mai, um 18 Uhr im Horneburger Gemeindehaus statt.

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