THuhnstock glänzt, doch Buxtehuder Erfolgsserie reißt in Bensheim
Kreisläuferin Jolina Huhnstock erzielte elf Treffer gegen Bensheim. Foto: Jan Iso Jürgens (Archiv)
Nach einer schwachen ersten Halbzeit kämpft sich der Buxtehuder SV in Bensheim zurück und macht es noch einmal spannend. Eine Spielerin feierte ihr Bundesliga-Debüt.
Buxtehude. Mitte der zweiten Halbzeit sah es so aus, als wäre die Partie bereits entschieden. Der Rückstand des BSV pendelte sich bei sechs bis sieben Toren ein. Doch plötzlich wurde es noch einmal spannend.
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Buxtehude kämpfte sich kurz vor Schluss auf zwei Treffer heran, musste sich am Ende aber mit 32:36 bei der HSG Bensheim/Auerbach geschlagen geben. Damit riss am Samstagabend auch die Serie von fünf ungeschlagenen Spielen. Beste Buxtehuder Werferin war Jolina Huhnstock mit elf Toren.
Die Gründe für zwei gegensätzliche Halbzeiten
„In der ersten Halbzeit waren wir nicht ganz da“, sagte Kapitänin Teresa von Prittwitz. Nach der Pause habe der BSV dann gezeigt, was man zuvor besprochen und in den letzten Wochen trainiert habe. Wie können zwei so unterschiedliche Halbzeiten zustande kommen?
Trainer Nicolaj Andersson erklärte es kurz nach dem Spiel: „Erstens, so wie Bensheim verteidigt, da trifft man nicht jedes Mal.“ Zweitens: „Wir haben vier Wochen lang nur trainiert.“ Einen Testspielgegner für die lange Bundesliga-Pause konnte der BSV nicht finden. Schon vor der Partie in Bensheim hatte Andersson fehlenden Spielrhythmus befürchtet.

BSV-Trainer Nicolaj Andersson. Foto: Jan Iso Jürgens
Und drittens sei es für die Gäste ein „Überraschungsmoment“ gewesen, wie körperlich stark und zugleich beweglich Bensheim gespielt habe. Der BSV brauchte lange, um damit besser zurechtzukommen.
BSV leistet sich viele Fehler in der ersten Hälfte
In der mit 2000 Zuschauern ausverkauften Weststadthalle in Bensheim erwischte der BSV einen holprigen Start. Gegen die aggressive und variable Abwehr der Gastgeberinnen fand Buxtehude zunächst kaum Lösungen und leistete sich viele einfache Ballverluste. Insgesamt 13 technische Fehler standen zur Pause zu Buche.
Der BSV-Coach reagierte bereits Mitte der ersten Hälfte und setzte lange auf die siebte Feldspielerin, die in den vergangenen Partien noch eine echte Waffe gewesen war. Doch zunächst verpuffte die taktische Änderung.
Zwar erspielte sich der BSV phasenweise gute Chancen, nutzte diese jedoch zu selten. Gleichzeitig kassierte das Team mehrere Gegentreffer ins leere Tor. Erst kurz vor der Pause rückte der Däne wieder davon ab.
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In der Defensive fand der BSV zwar zwischenzeitlich besseren Zugriff und kämpfte sich Mitte der ersten Halbzeit bis auf ein Tor heran (5:6). Doch die Fehlerquote blieb hoch. Zur Pause lag Buxtehude mit 10:16 zurück. „Tempo, Timing, Entscheidungsverhalten - das war alles daneben bei uns in der ersten Halbzeit“, sagte Andersson.
Huhnstock und Hampel überzeugen beim BSV
In der zweiten Halbzeit sah es bereits früh nach einer Vorentscheidung aus. Bensheim, das zwei Wochen zuvor noch das Pokalfinale gegen Borussia Dortmund verloren hatte, führte mit sechs bis sieben Toren.
Dritte Halbzeit
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Doch der BSV konnte sich offensiv deutlich steigern und agierte besser im Sieben-gegen-Sechs. Vor allem Kreisläuferin Huhnstock überzeugte mit einer starken Trefferquote. Auch Spielmacherin Anika Hampel setzte mit Durchbrüchen und sicheren Siebenmetern bis in die Schlussphase hinein immer wieder Nadelstiche. Beide erzielten zusammen 20 Tore.
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Kurz vor dem Ende wurde es deshalb noch einmal spannend, als der BSV auf zwei Tore verkürzte. Doch die verbleibenden 120 Sekunden waren zu wenig, um das Spiel noch zu drehen. Bensheim behielt die Kontrolle und sicherte sich vorzeitig Rang drei. „Ich freue mich, dass sich meine Mannschaft noch ein bisschen zurückgekämpft hat“, sagte Andersson. HSG-Trainerin Ilka Fickinger lobte den BSV für die zweite Halbzeit, in der es ihrer Mannschaft schwerfiel, das Sieben-gegen-Sechs zu verteidigen.
So geht es weiter in der Bundesliga
Personell musste der BSV auf die beiden Außenspielerinnen Lilli Frey und Christin Kaufmann verzichten. Für sie rückten Paula Mews (18) und Amelie Gabriel (21) aus der zweiten Mannschaft in den Kader. Gabriel, frühere Jugendnationalspielerin, feierte in der zweiten Halbzeit ihr Bundesliga-Debüt auf Rechtsaußen.
Der BSV rutschte auf Platz 9 ab und empfängt am kommenden Samstag im letzten Hauptrundenspiel das Tabellenschlusslicht aus Halle; die Partie ist nahezu ausverkauft. Danach beginnen die Play-offs: Während die Top 4 um die Meisterschaft spielen, warten auf den BSV sechs weitere Partien in der Play-off-Runde der Teams auf den Plätzen fünf bis elf.
Andersson hofft, dass sein Team die lange Pause nun abgeschüttelt hat.
BSV: Kaminska (4 Paraden), Linder (4 Paraden); Nielsen 1, Gabriel, von Prittwitz 5, Senel 1, Huhnstock 11, Mittag, Hampel 9/5, Dölle 3, Andresen 1, Ternede 1, Lück, Mews.
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