TIhre Bilder sind ein Geschenk für die Stader Kunstsammlung
Schenkung für die Kunstsammlung: Dr. Constanze Köster von der Fielmann-Museumförderung und Egon Pankow von Fielmann Stade mit Museumsdirektor Dr. Sebastian Möllers und Künstlerin Yvette Kießling. Foto: Weselmann
Die Bilder von Yvette Kießling zeigen das Moor in seinen Facetten und Farben. Warum die Leipziger Künstlerin es damit in die Kunstsammlung der Museen Stade geschafft hat.
Stade. Die Sammlung der Museen Stade ist um drei Werke reicher: Ein Ölgemälde sowie drei Lithografien aus einer Werkreihe der Leipziger Künstlerin Yvette Kießling gehören jetzt dazu. Der Ankauf hat einen besonderen Hintergrund.
Yvette Kießling hat im Hohen Moor gearbeitet
Diese Arbeiten sind im Hohen Moor bei Stade entstanden. Sie erweitern die Stader Sammlung um eine markante zeitgenössische Position zum Thema Moorlandschaft. Gemalt hat Yvette Kießling sie im Königsmoor während eines Stipendiums als Stadtmalerin in Bremervörde.

Yvette Kiessling, Königsmoor, Birken (2022, Öl auf Papier). Foto: VG Bild-Kunst Bonn
Das Moor ist ein zentrales Thema der Sammlung. Insbesondere die Worpsweder Landschaftsmalerei der ersten und zweiten Generation mit Künstlern wie Fritz Mackensen, Otto Modersohn, Fritz Overbeck, Heinrich Vogeler oder Hans am Ende ist hier vielfach vertreten. Mit den Arbeiten von Yvette Kießling wird dieses historische Thema nun aus einer zeitgenössischen Perspektive fortgeschrieben. „Die Werke schlagen eine Brücke zwischen Tradition und Gegenwart und eröffnen neue Perspektiven auf einen Landschaftsraum, der bis heute von hoher ökologischer, kultureller und ästhetischer Bedeutung ist“, erklärt Museumsdirektor Dr. Sebastian Möllers.
Die Künstlerin setzt sich Wind und Wetter aus
Yvette Kießling arbeitet en plein air, also unmittelbar in der Natur. Wind, Wetter, Lichtveränderungen und die physische Erfahrung der Landschaft sind integrale Bestandteile ihres künstlerischen Prozesses. „Ich setze mich dem Ort bewusst aus, um davon inspiriert etwas zu entwickeln“, sagt Kießling.

Yvette Kiessling, aus der Reihe „Hohes Moor“ (2022, mehrfarbige Tuschelithografie). Foto: VG Bild-Kunst Bonn/ Tom Dachs
Das Moor versteht die 1978 in Ilmenau geborene Künstlerin nicht als bloßes Motiv, sondern als energetisch aufgeladenen Landschaftsraum. Dessen jahrtausendealte Geschichte - verdichtet im Torf - fließt in ihre Arbeiten ebenso ein wie die jeweilige Tagesstimmung oder der eigene körperliche Zustand während des Malens. Ihre Bilder sind keine topografischen Abbilder, sondern malerische Entsprechungen erlebter Spannungen, Rhythmen und Harmonien.
Charakteristisch für Kießlings Malerei sind kräftige, teils unerwartete Farbsetzungen, offene Bildränder, sichtbare Untermalungen sowie ein kontinuierlicher Prozess des Auftragens, Überarbeitens und Zurücknehmens von Farbe. Die in den Mooren bei Bremervörde entstandenen Werke verbinden die stille Weite dieser Landschaft mit überraschender Dynamik und Intensität. Diese Qualität macht das Moor neu erfahrbar.
Die Leipziger Künstlerin lässt das Hohe Moor nicht los. Sie will wiederkommen. „Das Moor ist so unfassbar, da braucht es noch mal etwas Monumentales“, erzählt sie von ihrem Plan für ein krachendes, großformatiges Werk.
Unkomplizierte Förderung hilft den Museen Stade
Überhaupt erst möglich wird die Sammlungserweiterung dank einer Schenkung durch die Museumsförderung der Fielmann Group AG. Von dieser unkomplizierten Unterstützung haben die Museen Stade schon mehrfach profitiert.
„So können wir den historischen Schwerpunkt unserer regional ausgerichteten Sammlung um eine zeitgenössische künstlerische Position erweitern und den Wandel des Moor-Sujets vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart anschaulich machen“, so Museumsdirektor Möllers. „Diese Schenkung berührt zwei Themen, die Fielmann am Herzen liegen: den Umweltschutz und das Engagement für Kultur in Norddeutschland“, ergänzt die für die Fielmann-Museumsförderung zuständige Dr. Constanze Köster.
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