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TInsolvenzverwalter bestätigt: Lada Buxtehude stellt Betrieb ein

Einige Hinweise auf die Lada Automobile GmbH lassen sich noch finden.

Einige Hinweise auf die Lada Automobile GmbH lassen sich noch finden. Foto: Wisser

Nach über 25 Jahren ist Schluss: Lada Buxtehude, einstiger Importeur russischer Autos, hat Insolvenz angemeldet. Der Abstieg hat mehrere Etappen.

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Von Karsten Wisser
Donnerstag, 12.03.2026, 17:47 Uhr

Buxtehude. Die Lada Automobile GmbH Buxtehude, der frühere deutschlandweite Importeur russischer Autos, hat beim Amtsgericht Tostedt einen Insolvenzantrag gestellt und den Betrieb sofort eingestellt.

Diese Informationen bestätigte der Insolvenzverwalter und Rechtsanwalt Dr. Hendrik Heerma aus Hamburg von der Kanzlei Fink Rinckens Heerma (FRH). Die zuletzt zehn Mitarbeiter erhielten für einen kurzen Zeitraum Insolvenzausfallgeld.

Das sagt der Insolvenzverwalter

„Der Geschäftsbetrieb der Lada Automobile GmbH in Neu Wulmstorf und Buxtehude wurde im Dezember 2025 durch den Liquidator Dieter Trzaska stillgelegt“, erklärte Heerma. Dieter Trzaska war lange Jahre Lada-Geschäftsführer. Heerma, der vom Insolvenzgericht Tostedt bestellte Insolvenzverwalter, konnte den Geschäftsbetrieb mangels Fortführungsaussichten nicht wiederbeleben.

Das ehemalige Lada-Autohaus im Erlengrund in Buxtehude.

Das ehemalige Lada-Autohaus im Erlengrund in Buxtehude. Foto: Wisser

„Einen Käufer für das seit längerer Zeit in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befindliche Unternehmen konnte auch wegen der geringen Akzeptanz der Lada-Fahrzeuge nicht gefunden werden“, so Heerma.

Abstieg: Mehrere Etappen zur Insolvenz

Das Ende von Lada in Buxtehude kam nach mehr als 25 Jahren in mehreren Etappen. Den ersten großen Rückschlag gab es im April 2019, als sich der russische Autobauer aufgrund verschärfter Abgasvorschriften in der Europäischen Union aus dem Europa-Geschäft zurückzog.

Das Problem war die Einhaltung zukünftiger Abgasnormen für den CO2-Ausstoß. Die Lada-Zentrale für Deutschland und Österreich befand sich in Buxtehude im Erlengrund. Auch in Neu Wulmstorf gab es in der Lessingstraße einen Lada-Standort. Ende 2019 beschäftigte der Lada-Importeur noch 44 Mitarbeiter, davon 35 vor Ort. Ende 2019 bestätigte das Unternehmen, dass es eine seiner zwei Immobilien aufgeben würde.

Chinesische E-Autos sollten helfen

Lada Buxtehude und Geschäftsführer Trzaska versuchten, die Firma durch den Verkauf chinesischer Elektrofahrzeuge zu stabilisieren und den Lada-Verkauf durch den Import und Umbau russischer Fahrzeuge zu retten.

Der ehemalige Lada-Geschäftsführer Dieter Trzaska. Das Bild stammt aus dem Jahr 2017.

Der ehemalige Lada-Geschäftsführer Dieter Trzaska. Das Bild stammt aus dem Jahr 2017. Foto: Archiv

Der Ukrainekrieg und die Russland-Sanktionen beendeten 2022 die Hoffnung, aufgerüstete Fahrzeuge in Deutschland weiter verkaufen zu können. Der französische Autobauer Renault zog sich aus Russland zurück und kappte die Verbindung zu seiner Beteiligung am russischen Autobauer Lada.

Zulassungszahlen für Lada-Fahrzeuge sind seit dem Ukrainekrieg dramastisch eingebrochen.

Zulassungszahlen für Lada-Fahrzeuge sind seit dem Ukrainekrieg dramastisch eingebrochen. Foto: Wisser

Lada beschloss nach dem Renault-Rückzug, Fahrzeuge mit älteren Abgasnormen und ohne Airbags zu fertigen. Diese Fahrzeuge konnten in Europa nicht mehr zugelassen werden, so ein Firmensprecher gegenüber der Wirtschaftswoche.

Dramatischer Einbruch der Zulassungen

Die Neuzulassungen von Lada in Deutschland sind seit 2022 drastisch eingebrochen. Nach über 1500 Einheiten in den Vorjahren wurden 2024 nur noch 33 neue Lada-Fahrzeuge zugelassen.

Nachrichten aus Buxtehude

An den öffentlich zugänglichen Bilanzzahlen der Lada GmbH lassen sich die Rückschläge gut ablesen. 2019 gab es erstmals einen Verlust von 630.000 Euro. Die letzten öffentlichen Zahlen stammen aus dem Jahr 2023. Damals meldete Lada Buxtehude einen Jahresfehlbetrag laut Bundesanzeiger von einer Million Euro.

Günstigster Geländewagen aus Sowjetzeiten

Aushängeschild von Lada war der Allradler Niva/Taiga. Der kleine Geländewagen aus Sowjetzeiten erfreute sich als eines der günstigsten Offroad-Fahrzeuge einer konstanten Beliebtheit. Der Wagen galt bei Jägern, Förstern und Landwirten als verlässliches Arbeitsmittel.

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