Lada schließt Deutschland-Zentrale in Buxtehude - Arbeitsplätze gefährdet
Die Lada-Deutschland-Zentrale im Erlengrund steht vor einer ungewissen Zukunft. Foto Wisser
Der russische Autobauer nennt die verschärften Abgasvorschriften als Grund für den Rückzug. In der Deutschland-Zentrale in Buxtehude werden aber andere Gründe vermutet. Der Verkauf der Fahrzeuge ist bis März 2020 sichergestellt. Garantie und Service auch.
Der russische Autobauer Awtowas hat seinen Vertrag mit dem Buxtehuder Lada-Deutschland-Importeur gekündigt und zieht sich Ende 2019 wegen verschärfter Abgasvorschriften aus Westeuropa zurück. Das Problem soll die Einhaltung zukünftiger Abgasnormen für den CO2-Ausstoß sein. Die Lada-Zentrale für Deutschland und Österreich ist in Buxtehude im Erlengrund beheimatet. Auch in Neu Wulmstorf gibt es in der Lessingstraße einen Lada-Standort. Insgesamt beschäftigt der Lada-Importeur 44 Mitarbeiter und 35 davon vor Ort.
Aus Sicht von Lada-Deutschland-Geschäftsführer Dieter Trzaska sind die Abgasvorschriften nur ein vorgeschobener Grund für das angekündigte Lada-Aus in Westeuropa. Aus seiner Sicht unternimmt der Renault-Nissan-Konzern und Awtowas-Miteigentümer mit dieser Aktion einen Versuch, Lada in Westeuropa vom Markt zu nehmen, um die eigene Position zu stärken. Dafür gebe es zwei Gründe: Gerade das Lada-Modell Vesta könne sich für Renault-Fahrzeuge als Konkurrenz entpuppen. Außerdem wolle die Renault-Allianz die CO2-Bilanz der eigenen Flotte verbessern, indem Lada-Fahrzeuge in Westeuropa nicht mehr ausgeliefert werden. In der russischsprachigen Presse werde diese Problematik bereits ausführlich beschrieben, so Trzaska.
Nach jetzigem Stand wird es allerdings kein vollständiger und vielleicht auch kein dauerhafter Rückzug aus Deutschland und Westeuropa werden. Dieter Trzaska hat gegenüber dem TAGEBLATT angekündigt, den Geländewagen 4×4 in Eigenregie weiter zu importieren und an die gesetzlichen Vorgaben anzupassen. Der Importeur tritt bei diesen Fahrzeugen als Hersteller auf. Es geht dabei um 1000 Fahrzeuge pro Jahr. Der unter seinem alten Namen Niva bekannte Allradler erfreut sich als eines der günstigsten echten Offroad-Fahrzeuge in Deutschland einer konstanten Beliebtheit. Von dem soliden Arbeitsgefährt wurden pro Jahr rund 1500 Fahrzeuge in Deutschland verkauft. Umrüst-Überlegungen gebe es auch für den Kleinwagen Vesta, entschieden ist jedoch noch nichts, so Dieter Trzaska. Für ihn sind folgende Aussagen wichtig: „Wir können den Verkauf von Lada-Fahrzeugen bis März 2020 sicherstellen“, sagt Trzaska. Sein Unternehmen habe genügend Fahrzeuge, unter anderem im lettischen Riga, zwischengelagert. Und: Gewährleistungs- und Garantieansprüche sollen vom beschlossenen Rückzug ebenso unberührt bleiben wie die Ersatzteilversorgung. „Es gibt keinen Grund, jetzt keinen Lada mehr zu kaufen“, so Trzaska. Wie viele seiner Mitarbeiter vom Rückzug von Lada betroffenen sein werden, will er noch nicht öffentlich sagen. „Das werde ich zuerst mit meinen Mitarbeitern besprechen.“
Dauerhaft verschwinden soll die Marke Lada aber auch laut Autobauer Awtowas aber nicht, die Rückkehr nach Westeuropa mit neuen Modellen sei zumindest eine Überlegung. Die nötige Technik könnte von Mehrheitseigner Renault-Nissan kommen. Awtowas ist der größte russische Fahrzeug-Hersteller, hat aber auch in seinem Heimatland mit massiven Umsatzrückgängen zu kämpfen.