Lada verkleinert Standort Buxtehude
Lada wird in Buxtehude bleiben, aber seine Flächen verkleinern. Das bestätigt Firmensprecher Bernd Haack gegenüber dem TAGEBLATT. Grund für die Reduzierung ist der geplante Rückzug von Lada aus Westeuropa.
„Wir werden eine von unseren zwei Immobilien räumen“, bestätigt Bernd Haack eine entsprechende TAGEBLATT-Anfrage. Es geht um die Immobilie im Erlengrund. Lada hatte die Immobilie angemietet und wird sie zum Ende des Jahres aufgeben. Die Lada-Zentrale für Deutschland und Österreich ist in Buxtehude beheimatet. In Neu Wulmstorf bleibt der Standort in der Lessingstraße zudem erhalten. Eine gute Nachricht gibt es für die Beschäftigten. „Einige Kollegen haben uns verlassen, es sind aber keine Kündigungen notwendig“, sagt Bernd Haack. Aktuell arbeiten für Lada 35 Mitarbeiter. Die Firma geht davon aus, dass diese auch in Zukunft gebraucht werden. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen werden Service und Garantie weiterhin aufrechterhalten. Zum anderen baut sich die Firma ein neues Standbein auf und geht in Richtung Elektro-Mobilität. Aktuell werden die Zweisitzer und ein Kleinlaster zweier chinesischer Autobauer angeboten.
Unklar ist allerdings, ob es im kommenden Jahr den Lada-Geländewagen 4×4 als Neuwagen zu kaufen gibt. Der spartanische Geländewagen gilt nicht nur bei Jägern, Förstern und Landwirten als verlässliches Arbeitsmittel. Der Importeur tritt bei diesen Fahrzeugen als Hersteller auf. Es geht um 1000 Fahrzeuge pro Jahr. „Das ist noch nicht abschließend geklärt“, sagt Bernd Haack.
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Der Hintergrund: Der russische Autobauer Awtowas hat, wie im TAGEBLATT berichtet, seinen Vertrag mit dem Buxtehuder Lada-Importeur gekündigt und zieht sich Ende 2019 wegen verschärfter Abgasvorschriften aus Westeuropa zurück. Das Problem ist die Einhaltung von Abgasnormen für den CO2-Ausstoß.
Aus Sicht von Lada-Deutschland-Geschäftsführer Dieter Trzaska sind die Abgasvorschriften aber nur ein vorgeschobener Grund für das angekündigte Lada-Aus in Westeuropa. Aus seiner Sicht unternimmt der Renault-Nissan-Konzern und Awtowas-Miteigentümer mit dieser Aktion einen Versuch, Lada in Europa vom Markt zu nehmen, um die eigene Position zu stärken. Dafür gebe es zwei Gründe: Gerade das Modell Vesta könne sich für Renault-Fahrzeuge als Konkurrenz entpuppen. Außerdem wolle die Renault-Allianz die CO2-Bilanz der Flotte verbessern, indem Lada-Fahrzeuge in Westeuropa nicht mehr ausgeliefert werden.