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Nach den Wahlschlappen

TIst Merz noch der richtige? Das sagt die CDU im Landkreis Stade

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht nach den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern im Konrad-Adenauer-Haus.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht nach den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern im Konrad-Adenauer-Haus. Foto: Michael Kappeler/dpa

Ist Friedrich Merz als Bundeskanzler und Parteivorsitzender der CDU noch zu halten? Kann die CDU mit ihm überhaupt noch Wahlen gewinnen? Antworten aus dem Kreis Stade.

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Von Karsten Wisser,
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Von Lars Strüning
22.09.2026, 05:40 Uhr

Landkreis. Melanie Reinecke aus Stade, Vorsitzende der CDU im Landkreis Stade und Landtagsabgeordnete, sagt: „ Friedrich Merz ist unser Bundeskanzler und CDU-Vorsitzender. Entscheidend ist für mich jetzt, wie sich die Situation in den nächsten Tagen entwickelt und welche Konsequenzen daraus gezogen werden.“ Ein Treueschwur hört sich anders an.

Reinecke: Ehrliche Analyse, notwendige Konsequenzen

Gerade in schwierigen Situationen zeige sich politische Führung auch darin, Entwicklungen ehrlich zu analysieren, notwendige Konsequenzen zu ziehen und verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen, so Reinecke.

„Deshalb halte ich wenig davon, heute vorschnell Personaldebatten zu führen – genauso wenig sollten wir aber so tun, als könne einfach alles weitergehen wie bisher.“ Das empfinde sie als problematisch.

Mit Blick auf die Niedersachsenwahl in einem Jahr zeigt sie sich überzeugt: „Ja, die CDU kann Wahlen gewinnen.“ Bei der Landtagswahl in Niedersachsen gehe es nicht um die Wahl des Bundeskanzlers, sondern darum, wer Ministerpräsident wird. In Mecklenburg-Vorpommern habe man sehen können, dass sich eine Landespartei (in diesem Fall die SPD) deutlich vom Bundestrend abheben kann. Niedersachsen habe bei der Kommunalwahl gezeigt, dass landes- und kommunalpolitische Ergebnisse ihre ganz eigene Dynamik haben können.

Melanie Reinecke, CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete aus Stade.

Melanie Reinecke, CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete aus Stade. Foto: Sören Schult

Zur Wahrheit gehöre dazu, dass die Bundespolitik einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf Landtagswahlen hat. Reinecke: „Da würden wir uns natürlich mehr Rückenwind aus Berlin wünschen.“ Für Niedersachsen müsse daher umso mehr gelten: „Wir müssen mit unseren eigenen Themen, guten Ideen und klaren Zielen überzeugen.“

Zobel: Personaldebatte löst kein einziges Problem

Vanessa Zobel, CDU-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Stade/Rotenburg II aus Bremervörde, fordert ein Ende der Personaldebatte um Friedrich Merz. „Die Wahlergebnisse von gestern sind enttäuschend. Daran gibt es nichts zu rütteln“, sagt Zobel. Aber eine neue Personaldebatte löse kein einziges der Probleme, die die Menschen im Alltag beschäftigen. Zobel selbst kann offenbar Wahlkampf.

Vanessa Zobel ist Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Stade I - Rotenburg II.

Vanessa Zobel ist Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Stade I - Rotenburg II. Foto: Bundestagsbüro Vanessa Zobel

Entscheidend sei nicht, wer jetzt wen infrage stellt, sondern dass die Regierung ihre Arbeit mache und liefere, sagt Zobel. „Die Menschen erwarten zu Recht, dass sich etwas verändert: bei der Wirtschaft, bei sicheren Arbeitsplätzen und bei den großen Reformen bei Rente, Gesundheit und Pflege“, sagt Zobel.

Seefried: Kanzler braucht sichtbare Ergebnisse

„Deutschland benötigt Stabilität und Verlässlichkeit - gerade an der Spitze der Regierung“, sagt Landrat Kai Seefried (CDU). „Ständige Personaldiskussionen und -rochaden bringen uns nicht weiter.“ Der Bundeskanzler müsse um Vertrauen in der Bevölkerung werben, dies gelinge am besten durch überzeugende Regierungsarbeit.

CDU-Landrat Kai Seefried.

CDU-Landrat Kai Seefried. Foto: Wisser

„Ich erwarte ein konsequentes Handeln des Bundeskanzlers und des Kabinetts“, sagt Seefried. „Gerade in der aktuell aufgewühlten Stimmung ist es wichtig, dass der Kanzler und seine Regierung sichtbare Ergebnisse produzieren“, so Seefried.

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Kramer: Mehr Rückenwind aus Berlin wünscht sich jeder

Arne Kramer ist Vorsitzender des CDU-Stadtverbands Stade. Er sagt: „Ich selbst bin nicht in der Bundespolitik, sondern kandidiere als Bürgermeister für Stade.“ Deshalb werde er sich nicht an Spekulationen über Personen oder mögliche Konsequenzen beteiligen. Sein Fokus liege jetzt „ganz klar auf Stade“.

Arne Kramer, hier am Alten Hafen, will für die CDU Bürgermeister von Stade werden.

Arne Kramer, hier am Alten Hafen, will für die CDU Bürgermeister von Stade werden. Foto: Privat

Kramer gibt sich überzeugt, dass die Menschen sehr genau unterscheiden, worüber sie bei einer Wahl entscheiden. Bei der Landtagswahl in einem Jahr werde es darum gehen, wer Niedersachsen als Ministerpräsident führen soll, welche politischen Ziele die Parteien haben und wem die Menschen zutrauen, diese auch umzusetzen. Nicht darum, wer Bundeskanzler ist.

Natürlich spiele die Stimmung in der Bundespolitik dabei eine Rolle. Kramer: Mehr Rückenwind aus Berlin würde sich vermutlich jeder wünschen, der vor Ort Wahlkampf macht. „ Aber am Ende müssen wir in Niedersachsen selbst überzeugen – mit den richtigen Themen und den richtigen Köpfen.

Butter: CDU zeigt bei der Kommunalwahl Qualität

„Es ist jetzt an der Zeit, dass nach dem Wahlmarathon der letzten Wochen endlich wieder Ruhe einkehrt“, sagt die CDU-Landtagsabgeordnete und stellvertretende Landrätin Birgit Butter aus Buxtehude. Die CDU müsse sich jetzt wieder um die Inhalte kümmern und nicht die Führungsmannschaft in diesen unruhigen Zeiten jeden Tag aufs Neue in Frage stellen.

Birgit Butter ist die CDU-Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Buxtehude.

Birgit Butter ist die CDU-Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Buxtehude. Foto: Vasel

Butter zur niedersächsische Landtagswahl am 26. September 2027: „Dann werden auch am Ende des Jahres die ersten Reformergebnisse Wirkung zeigen und unser Land wird unter Führung der CDU in das nächste Jahr starten.“ Sie sei zuversichtlich, dass die CDU auch in Niedersachsen erfolgreich sein werde. „Dass die CDU in Niedersachsen das kann, haben die Kommunalwahlen letzte Woche gezeigt“, sagt Butter.

Röndigs: „Wir brauchen einen Politikwechsel“

Philipp Röndigs, Vorsitzender der Jungen Union im Landkreis Stade und neugewähltes Kreistagsmitglied aus Drochtersen, glaubt nicht, dass ein Wechsel an der Spitze etwas nutzt. „Was soll unter Söder und Wüst besser werden, wenn die die aktuelle Politik weitermachen“, sagt Röndigs dem TAGEBLATT.

Philipp Röndigs ist Vorsitzender der Jungen Union im Landkreis Stade.

Philipp Röndigs ist Vorsitzender der Jungen Union im Landkreis Stade. Foto: privat

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder und sein nordrhein-westfälischer Kollege Hendrik Wüst gelten als mögliche Nachfolger von Merz. „Wir brauchen einen Politikwechsel“, sagt Röndigs. Die Partei hätte nie eine neue schwarz-rote Koalition eingehen dürfen. Die CDU strebt zurück ins konservativ-liberale Lager, die SPD zieht es weiter nach links. „Das funktioniert nicht zusammen“, sagt er.

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