TJörg Baumann im Stader Rat: Nicht SPD, nicht CDU - die AfD soll es sein
Fairer Verlierer: Jörg Baumann, der für Parteilos Stade im ersten Bürgermeister-Wahlgang ausschied, gratuliert Sieger Kai Koeser. Foto: Strüning
Was für eine Odyssee: Jörg Baumann, gescheiterter Bürgermeisterkandidat, sitzt jetzt anstatt Meike Ossenbrügge im Rat der Stadt und hat sich überraschend der AfD angeschlossen.
Stade. Es war das Thema diese Woche im politischen Stade. Jörg Baumann schließt sich der AfD-Fraktion im Rat an. Das stimmt so. Die Gruppe wächst damit auf acht Mitglieder. Noch weiß keiner so genau, was sie politisch vorhat und wie das Arbeiten im Rat mit den neuen Rechtsaußen sein wird.
Starke Mitte: SPD und CDU machen gemeinsame Sache
SPD und CDU haben schon mal vorgebaut angesichts der neuen Gemengelage im Rat mit seinen 40 Mitgliedern plus dem neu gewählten Bürgermeister Kai Koeser (SPD). Sie rücken offenbar enger zusammen, was an der Personalauswahl für wichtige Posten zu erkennen ist.
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So soll Karsten Behr (CDU) Ratsvorsitzender bleiben. Der kann es laut und resolut, was womöglich nötig werden wird. Die CDU als stärkste Fraktion im Rat hätte ohnehin das Vorschlagsrecht. Zusammen mit der SPD gibt es auch eine Mehrheit. Was dann auch für Melanie Reinecke (CDU) gilt, die 1. stellvertretende Bürgermeisterin bleiben soll.

Melanie Reinecke (CDU) soll 1. stellvertretende Bürgermeisterin in Stade werden. Foto: Sören Schult

Elena Brückner (SPD) wird zur Wahl zur 2. stellvertretenden Bürgermeisterin aufgestellt. Foto: Sebastian Rath

Soll Ratsvorsitzender bleiben: Karsten Behr (CDU). Foto: Stehr
Elena Brückner (SPD) ist als 2. stellvertretende Bürgermeisterin vorgesehen. Die Stellvertreterinnen sind vor allem für repräsentative Termine wichtig, wenn der hauptamtliche Bürgermeister verhindert ist.
Es gibt auch eine Mehrheit jenseits der CDU
Der muss ja auch noch die fast 1000-köpfige Verwaltung führen. Die SPD hätte es auch anders haben können. Denn es gibt - frei nach Willy Brandt - eine knappe Mehrheit jenseits der CDU; dann mit Grünen, Linken und der FDP-Volt-Gruppe.
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Aber das Wagnis, dass nicht immer alle auf einen Nenner zu bringen wären, wäre groß. Zumal sich die erstarkte Linke mit vier Mitgliedern im Rat gern in der Rolle der Opposition sieht.
Vertreter von neun verschiedenen Gruppierungen sitzen im neuen Rat, davon drei Solokräfte, wie Jörg Baumann. Jetzt haben sich alle einsortiert: WG-Mann Christian Benn geht zur SPD, Karsten Klie von Volt zur FDP.
Jörg Baumanns Weg: Von den Grünen zur AfD
Baumanns Weg ist interessant: Erst die gescheiterte Bürgermeisterkandidatur und ein schlechtes Wahlergebnis für den Rat. Nur für Meike Ossenbrügge hatte es für die neu gegründete Wählergemeinschaft Parteilos Stade gereicht. Sie verzichtete, überließ Baumann den Platz.
Der sprach zweimal mit der SPD, die winkte ab. Die CDU war auch in konkreten Gesprächen, Baumann winkte ab und ging - für alle überraschend - zur AfD. Ist noch anzumerken, dass er einst mal im Ortsvorstand der Grünen aktiv war.
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Jörg Baumann von Parteilos Stade in seinem Tour- und Wahlbus. Foto: Stehr