T„Kamera, Kamera, scheiße“: Hier werden Einbrecher gefilmt
Ein Bild von einer Überwachungskamera, die einen Einbrecher während der Tat in Ringstedt zeigt. Foto: NZ-Screenshot/Facebook
Die Aufnahmen wirken echt, sie verbreiten sich in Windeseile, die Täter sind gut zu hören. Das sagt die Polizei zu den Beweisbildern aus Ringstedt.
Ringstedt/Cuxhaven. In Ringstedt im Kreis Cuxhaven herrscht Unruhe. Bereits am Freitag, 9. Oktober, hat es gegen 21.30 Uhr einen Einbruch in ein Einfamilienhaus gegeben. Wie die Polizei der Nordsee-Zeitung bestätigt, hebelten die Täter die Terrassentür auf. Besonders interessant wird der Einbruch durch Aufnahmen einer Überwachungskamera. Die Täter sind scheinbar auf frischer Tat ertappt.
Die Kameras könnten dazu beigetragen haben, dass sich die Täter schnell wieder davongemacht haben. Es steht noch nicht fest, ob etwas entwendet wurde. Zudem verbessert das Material die Chance auf rasche Identifizierung. Nicht nur die auffällige Kleidung ist erkennbar, sondern auch die Sprache. Als die Einbrecher die Kamera entdecken, flüstert einer: „Hä, was ist das?“. Der andere reagiert mit: „Kamera, Kamera, scheiße.“ Und im nächsten Moment sagt einer: „Hier ist noch eine. Alter.“
Bilder sind durch soziale Netzwerke bereits weiterverbreitet
Die Aufnahmen sind wertvoll für die Ermittlungsarbeit. Doch bevor die Polizei professionell damit umgehen konnte, wurden die Bilder und Videos in Whatsapp-Gruppen weiterverbreitet. Die Echtheit der Dateien scheint gegeben, bestätigt Sprecher Carsten Bode.
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Problematisch ist allerdings, dass die Bilder und Videos in sozialen Netzwerken geteilt wurden. „Es stellt einen Verstoß gegen die Persönlichkeitsrechte der abgebildeten Personen dar, auch wenn es sich offensichtlich um Straftäter handelt“, heißt es. Eine Weitergabe sei lediglich an die Strafverfolgungsbehörden für die Ermittlungsarbeit erlaubt. Erschwerend komme hinzu, dass auch die Sprache aufgenommen wurde. Das nicht öffentlich gesprochene Wort sei noch einmal höher geschützt als lediglich das Bild.
Noch gibt es keine offizielle Fahndung. Die NZ-Redaktion hat sich aber auf Grundlage der presserechtlichen Abwägung entschieden, ein Bild eines Einbrechers aus den sozialen Netzwerken hier zu dokumentieren. Damit soll ein authentischer Eindruck von den Aufnahmen vermittelt werden. In Ringstedt wird bereits spekuliert, ob es sich um die gleichen Einbrecher handeln könnte wie in Wüstewohlde. Fünf Tage zuvor, also am 4. Oktober, bestätigt die Polizei einen Diebstahl. Allerdings sei die Vorgehensweise komplett unterschiedlich.
Polizei stellt bislang keinen Zusammenhang zu anderen Taten her
In Wüstewohlde wurde zur Tageszeit eine günstige Gelegenheit genutzt: Der Schlüssel steckte von außen in der Tür. Damit ist es nur ein einfacher Diebstahl. Einen Zusammenhang sieht die Polizei zwischen den Taten nicht.
Die Polizei ordnet den Einbruch in Ringstedt als Einzelfall ein, da es seit Jahresmitte – im gesamten Bereich der ehemaligen Gemeinde Bad Bederkesa – fünf Wohnungseinbruchdiebstähle gegeben hat. Zwei davon blieben im Versuchsstadium stecken, heißt es. Es handelt sich nach Einschätzung der Polizei demnach nicht um eine Serie.
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