TKeine Zukunft: Investorensuche für Geti Wilba gescheitert
Mitarbeiter von Geti Wilba bei der Verarbeitung von Geflügel: Für den insolventen Geflügelspezialisten wurde kein Investor gefunden. Foto: Sassen
Für den insolventen Geflügelspezialisten wurde kein Investor gefunden. Die Gespräche seien ohne Ergebnis beendet worden, teilte Geschäftsführer Michael Hermanns mit.
Cuxhaven/Bremervörde. Die letzte Hoffnung für Geti Wilba ist geplatzt: Für den insolventen Geflügelspezialisten wurde kein Investor gefunden. Die Gespräche seien ohne Ergebnis beendet worden, teilte Geschäftsführer Michael Hermanns auf Anfrage der CN/NEZ-Redaktion mit. Nun läuft die Ausproduktion. Für die verbliebenen Beschäftigten zeichnet sich damit das endgültige Aus des Unternehmens ab.
„Es wurde kein Investor gefunden. Die Verhandlungen sind ins Leere gelaufen“, sagt Hermanns. Die vergangenen Wochen seien von intensiven Gesprächen geprägt gewesen. Noch Anfang August hatte der Geschäftsführer auf eine Übernahme gehofft. Damals waren nach zahlreichen Entlassungen noch etwa 80 Mitarbeiter für Geti Wilba tätig. Eine Einigung mit einem Investor hätte diesen Beschäftigten möglicherweise eine Perspektive geben können. Diese Hoffnung hat sich jetzt zerschlagen. „Wir sind jetzt dabei auszuproduzieren und versuchen, einen guten Abschluss zu finden“, sagt Hermanns.
T Geti Wilba: 100 Entlassungen – Lage spitzt sich zu
„Es bleibt Traurigkeit“, sagt der Geschäftsführer. Die Mühen der vergangenen Monate seien letztlich ins Leere gelaufen. Zugleich betont Hermanns, dass die Beschäftigten bis zuletzt alles gegeben hätten. Gerade angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Situation hätten die Mitarbeiter mit großem Einsatz versucht, den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Noch im August gab es Hoffnung
Noch am 5. August hatte sich die Lage anders dargestellt. Zwar hatte Geti Wilba zu diesem Zeitpunkt bereits fast 100 Beschäftigte verloren. Von den im Februar noch circa 380 Mitarbeitern waren nach Angaben der Geschäftsführung nur noch etwa 80 übrig. Dennoch setzte Hermanns damals auf einen Investor, mit dem bereits konkrete Gespräche liefen.
„Wir hoffen, zur Mitte des Monats eine gute Entscheidung für Geti Wilba hinzubekommen“, hatte der Geschäftsführer damals gesagt. Sollte die Übernahme gelingen, hätten die verbliebenen Beschäftigten Ende August unter einem neuen Eigentümer wieder in Cuxhaven arbeiten können. Daraus wird nun nichts.
Die Zeit für die Investorensuche hatte sich das Unternehmen unter anderem durch die Verwertung des Warenlagers in Cuxhaven verschafft. Hermanns sprach von einer Art Ausproduktion. Mit den Erlösen sollte der laufende Betrieb im August finanziert und damit die Zeit für die Verhandlungen überbrückt werden.
Die Verlagerung war bereits gestoppt
Dabei hatte die Geschäftsführung noch Anfang des Jahres einen weitreichenden Plan für Geti Wilba verfolgt. Der Standort Bremervörde sollte weitgehend aufgegeben werden. Schlachtung und Produktion sollten in Cuxhaven-Altenwalde konzentriert werden. Damit sollten unter anderem die mangelnde Auslastung der beiden Standorte, die Transporte zwischen Cuxhaven und Bremervörde sowie Doppelstrukturen beseitigt werden.
Der Gläubigerausschuss hatte dem Konzept zunächst zugestimmt. Doch die Pläne gerieten ins Stocken. Nach Angaben von Hermanns kam es zu einem Kundenverlust und technischen Problemen. Gleichzeitig fehlte dem insolventen Unternehmen das Geld für weitere Investitionen. Sachwalter und Gläubigerausschuss stoppten schließlich die Verlagerung, weil dadurch weitere Insolvenzmasse verbraucht worden wäre.
Damit blieb der Standort Bremervörde zunächst bestehen. Eine dauerhafte Perspektive gab es allerdings schon damals nicht.
Unternehmen schreibt seit Jahren Verluste
Geti Wilba kämpft bereits seit Jahren ums Überleben. Das Traditionsunternehmen hatte im Februar 2020 Insolvenz angemeldet. Mit dem Scheitern der Investorensuche endet nun auch die letzte Hoffnung auf eine Fortführung von Geti Wilba. Was nach der Ausproduktion mit den verbliebenen Anlagen und Standorten geschieht, ist offen. Nach Informationen, die unserem Medienhaus vorliegen, sollen die verbleibenden Mitarbeiter am 31. August 2026 freigestellt werden.
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) war am Montag und Dienstag für eine Stellungnahme zur aktuellen Entwicklung nicht zu erreichen. Anfang August hatte die NGG noch mitgeteilt, bereit zu sein, ihre Mitglieder „mit rechtlicher Beratung und Rechtsbeistand“ zu unterstützen.
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