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Gastronomie-Krise

T„Keinen Wirt gefunden“: Tiny-Haus-Park statt Gasthof in Wingst

Aus dem geschlossenen Gasthaus „Zur Linde“ soll eine Kurzzeit- und Tagespflegeeinrichtung werden mit einem kleinen Gastro-Angebot.

Aus dem geschlossenen Gasthaus „Zur Linde“ soll eine Kurzzeit- und Tagespflegeeinrichtung werden mit einem kleinen Gastro-Angebot. Foto: Grell/Archiv

Eine Neubelebung ist vom Tisch, in der Wingst gibt es jetzt andere Pläne. Doch das Projekt ist ins Stocken geraten, Vorwürfe vom Verkäufer und der Maklerin werden laut.

Von Wiebke Kramp 21.10.2026, 17:25 Uhr

Wingst. Im Gasthaus „Zur Linde“ in Wingst-Weißenmoor ruht der Betrieb seit August 2024. Besitzer Christian Kröncke möchte den Komplex verkaufen und hat damit die Maklerin Matina Schütt aus Lamstedt beauftragt. Eines steht fest: Eine Fortführung als gastronomisches Unternehmen wird es nicht geben.

„Ich habe keinen Gastwirt gefunden.“ Aber die Immobilienhändlerin sagt, sie habe anderweitige Interessenten an der Hand. So soll eine Tages- und Kurzzeitpflege im Gebäude nach umfangreichen Umbauten entstehen mit einem kleinen Speisenangebot für die Allgemeinheit. Einen Betreiber sowie einen Investor habe sie dafür, die allerdings noch nicht genannt werden wollen, betonte die Maklerin. Beide gingen davon aus, dass großer Bedarf an einer solchen Einrichtung bestehe. Eine entsprechende Bauvoranfrage beim Landkreis sei schon erfolgt.

Christian Kröncke mit Maklerin Matina Schütt im Kaminzimmer.

Christian Kröncke mit Maklerin Matina Schütt im Kaminzimmer. Foto: Kramp

Versorgungslücke soll geschlossen werden

Im ehemaligen Gasthaus zur Linde sehen die Investoren gute Gegebenheiten, um eine Versorgungslücke in der teilstationären Pflege zu schließen. In der Region gebe es schließlich keine ausschließlichen Kurzzeitpflegeangebote. Sie sei fast immer nur nach der Verfügbarkeit freier Pflegeplätze möglich, sodass pflegende Angehörige kaum in der Lage seien, Abwesenheiten zu planen. Ein weiteres Problem in der Region sei, dass es kaum Möglichkeiten gebe, pflegebedürftige Angehörige nur für ein paar Stunden oder wenige Tage oder in der Nacht betreuen zu lassen.

Doch auf dem Grundstück soll noch mehr entwickelt werden. Auf dem mehr als 20.000 Quadratmeter großen Areal hinter dem Gebäude soll ein Tiny-House-Park mit kombinierten Dauer- und Ferienwohnungen entstehen. Dafür zeichnet das Cieco-Management von Uwe Lohmann aus Hannover-Garbsen verantwortlich.

Von insgesamt 44 geplanten Tiny-House-Grundstücken sollen 18 zur Nutzung als Erstwohnsitz berücksichtigt werden, wird aus der Projektskizzierung deutlich. Dabei sollen Synergieeffekte zum Zuge kommen. Die direkte Nähe zur Tagespflegeeinrichtung könne besonders älteren Menschen die Sicherheit einer bedarfsgerechten Betreuung durch Fachpersonal bieten. Die restlichen 26 Tiny-Houses sollen der Unterbringung von Feriengästen dienen, heißt es in dem Kurzkonzept vom Unternehmen. Für die Entwicklung des Grundstückes plant der Initiator, sämtliche anfallenden Kosten zu übernehmen und für die Erschließung zu sorgen.

Auf dem Grundstück steht das Schützenhaus, das der Schützenverein Weißenmoor gepachtet hat.

Auf dem Grundstück steht das Schützenhaus, das der Schützenverein Weißenmoor gepachtet hat. Foto: Kramp

Das Gesamtkonzept sei stimmig, alles passe gut zueinander, findet die Maklerin. Doch das gesamte Vorhaben stockt. Dafür macht Matina Schütt die Gemeinde und die Samtgemeinde verantwortlich. Sie wirft dem Bürgermeister und dem Bauamt vor, sich nicht zu kümmern und keine Rückmeldungen zu geben. Aber es müsse beispielsweise für den Tiny-House-Park eine Änderung der Bauleitplanung erfolgen. Kostbare Zeit würde verstreichen, kritisiert sie.

Bürgermeister mag Vorwürfe nicht stehen lassen

Solche Vorwürfe mag Bürgermeister Patrick Pawlowski nicht stehen lassen. Auf Nachfrage von CNV-Medien erläutert er: „Grundsätzlich finde ich es doch positiv, dass dort etwas entwickelt wird, kein Leerstand bleibt und es auch ein kleines Speisenangebot geben soll. Die entsprechende Bauvoranfrage für die Kurzzeit- und Tagespflegeeinrichtung haben wir positiv entschieden. Aber insbesondere bei den Tiny-Häusern als Eigenheime müssen wir als Gemeinde schauen, dass wir dadurch andere Wingster Bauprojekte nicht ausbremsen. Da besteht noch Klärungsbedarf. Aber touristisch passen Tiny Houses doch genau in die Wingst. Das begrüßen wir doch ausdrücklich.“ Pawlowski kündigte an, dass es zeitnah entsprechende Gespräche mit der Verwaltungsspitze und Christian Kröncke geben soll, der schriftlich einen Bebauungsplan beantragt hatte.

Und noch eine Komponente kommt ins Spiel, wenn es bei „Zur Linde“ zu Veränderungen kommt. Auf dem Grundstück ist der Schützenverein Weißenmoor beheimatet. „Der Schützenverein kann als Pächter unverändert dort bleiben“, versichert Christian Kröncke auf Nachfrage.

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